Hochspeyer
Hunde und Herrchen haben viel Spaß im Bad
„Hol’ den Kürbis!“, ruft Nina Böhm aus Kaiserslautern ihrer zweieinhalbjährigen Schäferhündin Lotta zu. Doch Lotta interessiert sich nicht so sehr für das Spielzeug. Sie findet es einfach toll, im Wasser zu sein. Lotta paddelt kräftig mit den Vorderläufen und zieht dabei im Nichtschwimmerbecken des Schwimmbades Hochspeyer ihre Runden. Mal sitzt sie bis zum Hals im Wasser, mal macht sie sogar Männchen, in der Hoffnung ein Leckerchen zu ergattern.
Zum ersten Mal bietet die Gemeinde an diesem Septembersonntag vormittags das Hundeschwimmen an, einen Tag nach dem Ende der Badesaison. Badleiter Björn Weigel rechnet vorab mit etwa 150 zwei- und vierbeinigen Gästen. „Wenn es gut angenommen wird, werden wir das Angebot nächstes Jahr auf den ganzen Tag erweitern“, stellt Weigel in Aussicht.
Hundetrainer gibt Tipps
Dexter geht derweil nur bis zum Bauch ins Wasser. Sein Herrchen Stefan Wetz aus Kaiserslautern meint, der dreijährige Mischling aus Portugal habe vermutlich schlechte Erfahrung gemacht und traue sich nicht mehr tiefer ins Nass hinein. Viele andere Vierbeiner haben ebenso großen Spaß auf dem weitläufigen Gelände. Sie tollen mit ihren Artgenossen um die Becken und auf der Wiese umher.
Der Hochspeyerer Klaus Schmidt unterstützt als professioneller Hundetrainer das Team des Schwimmbades dort, „wo es problematisch wird. Ich kann Tipps geben, wie Hunde sich mit dem Wasser anfreunden oder eingreifen, wenn es zu Konflikten kommen sollte“. Und schon besteht Handlungsbedarf. Bereits zum zweiten Mal hat ein freilaufender Hund einen anderen provoziert. Dieser andere steht angeleint mit seinen Besitzern am Rande der Wiese. Es kommt zu einem kurzen, lautstarken Gerangel. Badleiter und Hundetrainer bitten den Besitzer des frei herumlaufenden Hundes, diesen an die Leine zu nehmen. Das kommt bei dem Hundehalter nicht gut an. Verärgert verlässt er das Gelände. Eigentlich besteht außerhalb des Wassers Leinenpflicht. So stand es in der Ankündigung. „Bisher war alles absolut friedlich. Da haben wir diese Regel aufgelockert“, meint Weigel.
Julia Böhm aus Grünstadt ist mit ihrem sechs Monate alten Golden-Retriever-Rüden „zum Schwimmenlernen“ gekommen. Die junge Frau ist selbst Tierphysiotherapeutin. „Barney ist an den Beinen leicht verletzt. Da tut ihm die Bewegung im Wasser gut.“ Anja und Tim Klingenberg sind mit ihrer vier Monate alten Französischen Bulldogge Louis zu Besuch. „Der Kleine war noch nie im Wasser.“ Schon ist Hundetrainer Klaus Schmidt wieder zur Stelle. Mit Louis unter dem Arm geht er langsam Richtung Beckenrand. Mit Bedacht lässt er den Welpen erste Erfahrungen mit dem unbekannten Element machen.
Hunde hinterlassen nur Haare im Wasser
Die üblichen Verdächtigen, wie Labradore und Retriever, kriegen an diesem Tag gar nicht genug vom Spielsachenfischen, Springen und Toben im chlorfreien Nass. „Ich dachte, wenn mein Hund die anderen sieht, kriegt er vielleicht auch Lust, ins Wasser zu gehen“, hatte sich Joachim Schink aus Frankenstein erhofft. Doch sein kleiner Westhighland Terrier ist da anderer Meinung. „Das ist nichts für mich!“, macht er Herrchen klar.
„Im Frühjahr wird das Wasser abgelassen und die Becken werden für die nächste Saison vorbereitet“, sagt der Badleiter. Dann würden auch die Hundehaare aus den Filtern entfernt. Dies sei die einzige Hinterlassenschaft der Vierbeiner in den Becken. Von den Menschen bleibe da hingegen teilweise ganz anderes in den Sieben hängen...