Reichenbach-Steegen / Berlin RHEINPFALZ Plus Artikel Eike Heinicke stellt Strafanzeige gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Seit 30 Jahren praktiziert Eike Heinicke bereits als Mediziner. Mit der Arbeit des Bundesgesundheitsministers ist er unzufrieden
Seit 30 Jahren praktiziert Eike Heinicke bereits als Mediziner. Mit der Arbeit des Bundesgesundheitsministers ist er unzufrieden.

Der Grünen-Politiker und Mediziner Eike Heinicke hat bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gestellt. Der Facharzt für Anästhesie sowie Intensiv- und Allgemeinmedizin aus Reichenbach-Steegen wirft dem CDU-Politiker Versäumnisse in der Informationspolitik vor.

„Seit Wochen sitzen die Menschen täglich vor dem Fernseher und hören sich Todes- und Infektionszahlen an, ohne dass eine Impfung demnächst in Aussicht steht. Das verängstigt viele Menschen. Und vom Bundesgesundheitsminister kommt nur der Hinweis, die Hände zu waschen und Distanz zu halten. Das ist zu wenig“, findet Heinicke, der seit 30 Jahren als Hausarzt praktiziert. „Würde ich mich gegenüber meinen Patienten – bei nicht möglicher Impfung – auf die Hinweise des Ministers beschränken, würden meine erkrankten Patienten zu Recht mit Unverständnis reagieren und mir den Vorwurf unterlassener Hilfe machen.“ Genau dies wirft Eike Heinicke dem Bundesgesundheitsminister vor und hat daher Strafanzeige wegen „Körperverletzung durch Unterlassen und unterlassene Hilfeleistung“ gestellt.

„Hinweise auf gesunde Ernährung fehlen“

Was hätte Jens Spahn aus Sicht des Reichenbach-Steegeners besser machen sollen? „Er hätte den Menschen vermitteln müssen, dass sie dem Virus nicht ganz hilflos gegenüberstehen“, sagt Heinicke. Hinweise auf gesunde Ernährung, Bewegung und angepasste Lebensgestaltung, etwa der Tipp mit dem Rauchen aufzuhören, hätte die Bürger in der Krise zu Aktivität und Eigenverantwortung bewegt, ist er überzeugt. Ganz besonders wichtig sei beispielsweise die ausreichende Ausstattung des Körpers mit Vitamin C und Vitamin D3. Gerade bei letzterem wiesen vor allem Senioren oft miserabele Werte auf. „Vitamin D3 verbessert entscheidend die Vitalität und stärkt die Gesundheit“, betont der Mediziner und rät dazu, den Wert prüfen zu lassen und bei mangelhafter Versorgung gegenzusteuern. „Dieses Wissen ist auch im Gesundheitsministerium vorhanden, wird aber – aus mir unbekannten Gründen – nicht veröffentlicht. Als Gesundheitsminister hat Jens Spahn aber die Pflicht zur Aufklärung und Information der Bevölkerung.“

Unsicherheit auf der einen, Sorglosigkeit auf der anderen Seite

Stattdessen sei durch die bundesweite Einführung der Mund-Nasen-Schutzpflicht die Unsicherheit und Ängstlichkeit bei manchen Menschen gestiegen, während sie anderen eine trügerische Sicherheit vermittele, die sie dazu verleite, Distanzregeln nicht mehr ausreichend zu beachten, kritisiert der Mediziner. „Ich finde das alles unmöglich“, so Heinickes Fazit, das ihn letztlich zur Strafanzeige gegen den Bundesminister bewogen.

Die Anzeige hat er bereits Ende April an die Berliner Staatsanwaltschaft geschickt. Eine Reaktion stehe noch aus.

Und was sagt das Bundesgesundheitsministerium zu den Vorwürfen aus der Westpfalz? Die Antwort auf die RHEINPFALZ-Anfrage kommt rasch und fällt denkbar knapp aus: „Das werden wir nicht kommentieren“, so Pressesprecher Hanno Kautz.

Jetzt hat der Grünen-Politiker eine Strafanzeige gegen Jens Spahn bei der Berliner Staatsanwaltschaft gestellt.
Jetzt hat der Grünen-Politiker eine Strafanzeige gegen Jens Spahn bei der Berliner Staatsanwaltschaft gestellt.
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