Kreis Kaiserslautern
Autobahnsperrung wegen Gasleck
Wer am Donnerstag bei dem in Mehlingen ansässigen Entsorgungsbetrieb anrief, wurde zur Niederlassung in Schifferstadt umgeleitet. Denn Feuerwehrleute und Katastrophenschützer des Landkreises Kaiserslautern hatten das Mehlinger Betriebsgelände am Vormittag geräumt, da zwischen dem Areal und der Autobahn eine Erdgasleitung leckgeschlagen war. Ein Bagger einer dort tätigen Tiefbaufirma habe die Hochdruckleitung beschädigt, teilten Torsten Erlenbach, der Wehrleiter der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, und die Polizei mit. Da in der Folge Erdgas mit rund 30 bar Druck ausströmte, räumten die Einsatzkräfte am Vormittag alles im Umkreis von 250 Metern um das Leck. Betroffen waren eben auch die 80 bis 100 Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebes.
Weite Umwege
Die A63 und die parallel verlaufende L401 wurden ebenfalls gesperrt, da das explosive Gas, das hauptsächlich aus Methan besteht, von Fahrzeugen hätte entzündet werden können, begründete Erlenbach die Maßnahme. Die Folge waren einige Verkehrsbehinderungen, wie die Polizei zu berichten wusste. Autofahrer mussten weite Umwege in Kauf nehmen.
Nachdem zunächst der Brandschutz durch Tanklöschwagen der Freiwilligen Feuerwehreinheiten aus Winnweiler, Otterbach und Weilerbach sichergestellt worden war, richtete die Berufsfeuerwehr Kaiserslautern Messstationen ein. In Baalborn und auf dem Areal der Entsorgungsfirma bauten sie das technische Equipment auf. Zunächst war unklar, in welche Richtung der Wind das Gas wehen würde. Die Werte blieben aber den ganzen Tag unauffällig, wie die Erste Kreisbeigeordnete und für den Katastrophenschutz im Kreis zuständige Gudrun Heß-Schmidt bestätigte. Mit der Abschlussmessung, die gegen 16 Uhr vorgenommen wurde, konnte endgültig Entwarnung gegeben werden.
Leitung erst nach vielen Stunden vom Netz getrennt
Zuvor hatte der Betreiber, dem die Leitung gehört, daran gearbeitet, das Netz so umzustellen, dass die Gasversorgung für die umliegenden Orte die ganze Zeit über gewährleistet bleibt. Dieser Prozess nahm allerdings viele Stunden in Anspruch. Erst gegen 15.30 Uhr konnte der erste Versuch unternommen werden, die betroffene Leitung mit einem Schieber vom Netz zu trennen. Dies gelang und nachdem kein Gasaustritt mehr zu befürchten war, konnte die Polizei die Straßen kurze Zeit später wieder freigeben. Ab 16.40 Uhr rollte der Verkehr nach und nach wieder auf allen Strecken rund um das Gebiet.
Die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) musste zur Mittagszeit ihren Wertstoffhof sowie die Annahmestelle für Problemabfälle schließen, da das Kapiteltal mit dem Auto nicht mehr erreichbar war. Spontan haben Vorstand Jan Deubig und weitere Mitarbeiter. Sie übernahmen an der Eselsfürth für mehrere Stunden die Verkehrsregelung. Unterdessen wurden alle Kunden, die für den Mittag einen Termin im Wertstoffhof gebucht hatten, per Mail informiert, dass sie am heutigen Freitag auch ohne neue Terminbuchung ihre Abfälle anliefern können.
Für den Netzbetreiber beginnen jetzt die Reparaturarbeiten. Diese könnten einige Tage in Anspruch nehmen, teilten die Stadtwerke Kaiserslautern mit, die sich an der Behebung des Schadens beteiligt hatten.