Kreis Germersheim Zweite Rheinbrücke soll Radweg bekommen
«Germersheim.» Pfalz und Baden brauchen zuverlässige und sichere Verbindungen über den Rhein. Das stellten die rheinland-pfälzischen und baden-württembergischen CDU-Landtagsabgeordneten aus der Region, Martin Brandl, Joachim Kößler, Christine Neumann-Martin, Marion Schneid, Albrecht Schütte und Gabriele Wieland bei ihrer Tagung im Germersheimer Straßenmuseum fest. Ihr Fazit: Die zweite Rheinbrücke muss gebaut werden.
Die derzeitige Sanierung der Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe mit Nutzungseinschränkungen und teilweiser Vollsperrung sei der Beleg für die notwendige zweite Brücke, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Abgeordneten. Die Sanierung der Rheinbrücke führe durch tägliche kilometerlange Staus in beiden Richtungen zu gravierenden Einschränkungen und Belastungen für Tausende Pendler, beispielsweise am Karlsruher Klinikum, und das für weit über ein Jahr. Die zweite Rheinbrücke wäre als Entlastungsstrecke während der Sanierung dringend nötig. Die Situation wird laut den Abgeordneten durch die zeitgleiche Sanierung der Salierbrücke bei Speyer verschärft – die Pendler drängten sich auf der B-35-Brücke bei Germersheim. Die Abgeordneten fordern rheinübergreifend, dass der Bau der zweiten Rheinbrücke vorangebracht wird. Auch auf der neuen Brücke sei ein Radweg von grundlegender und weiter zunehmender Bedeutung; die Abgeordneten drängen hier auf eine Machbarkeitsstudie und unterstützen den Bund und die Länder. Auch das Ausweichen auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bringe nicht zuverlässig die erforderliche Entlastung. Von Beginn an gebe die Stadtbahn zwischen Karlsruhe und Germersheim über lange Phasen immer wieder Anlass zu Beanstandungen – über Monate stehen Zugausfälle und Verspätungen auf der Tagesordnung. Seit einigen Wochen sei die Bahn allerdings deutlich zuverlässiger geworden. Das müsse so bleiben – und der Takt zu den Hauptnutzungszeiten der Pendler verdichtet werden. Gegen den Bau der zweiten Rheinbrücke laufen aktuelle Klagen des BUND und der SPD-geführten Stadt Karlsruhe. Die CDU-Abgeordneten hoffen nun auf schnelle Verfahren, um den Baubeginn nicht noch weiter zu verzögern. Allerdings hat der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim, wo die Klagen anhängig sind, bereits signalisiert, wegen Arbeitsüberlastung in diesem Jahr nicht mehr zu einer Entscheidung zu kommen. Gleichzeitig betonen die Abgeordneten, dass der Verkehr der Zukunft immer mehr als ein System aus unterschiedlichen Bausteinen vom Radverkehr über Car-Sharing und autonom fahrende Kleinbusse bis zum klassischen ÖPNV mit Bussen und Schienen gestaltet werden müsse.