Rheinzabern Scheidender Wehrleiter schon früh vom Feuerwehrvirus infiziert

Stefan Reis hört zum Monatsende als Wehrleiter auf.
Stefan Reis hört zum Monatsende als Wehrleiter auf.

Wichtig ist das Team, alleine ist das nicht zu bewältigen, sagt Stephan Reis über seine Leidenschaft. Dies ist die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Jockgrim, der er seit rund 46 Jahren treu ist. Kürzlich bekam er die höchste Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbandes verliehen.

Zur Feuerwehr gekommen ist Stephan Reis durch Jürgen Güssow, der im damaligen Feuerwehrhaus im Rathaushof in Eigenregie ein altes Löschfahrzeug zum Mannschaftstransportwagen umbaute. Der damals 16-jährige Reis hat dabei etwas geholfen. Im April 1977 wurde er mit fast 17 Jahren in die Feuerwehr aufgenommen, wofür noch die Unterschrift der Eltern erforderlich war. Irgendwann hat ihn das „Feuerwehrvirus“ richtig erfasst und er stieg innerhalb der Feuerwehr auf der Karriereleiter nach oben.

Am Monatsende ohne Verantwortung

In den Wehrleitern Kurt Reddies und danach Philipp Schmitt fand er seine Förderer. Bald wurde er in der Gruppe 4 zum Gruppenführer ernannt. In seiner Feuerwehrlaufbahn hat er viele Lehrgänge besucht, bis zum Leiter einer Feuerwehr. Diese waren meist an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzakademie in Koblenz. 1991 wurde Reis zum stellvertretenden Wehrleiter der Verbandsgemeinde Jockgrim ernannt, deren Leiter Heinz Guttenbacher war. Seit 1. Oktober 2014 steht er an der Spitze der Verbandsgemeindefeuerwehren. Am 30. September diesen Jahres gibt der nun 63-Jährige die Leitung ab. Früher lag die Altersgrenze bei der Feuerwehr bei 60 Jahren, dann 63, nun liegt sie bei 67 Jahren. Es sei gut, wenn ein neuer Schub reinkommt, sagt Reis. Sein Nachfolger wird Alexander Scharf aus Jockgrim, der bisher ein Stellvertreter war. Ein Stellvertreter bleibt Volker Betzer, David Hoffmann wird neuer Stellvertreter. Auch wenn er die Leitung abgibt, wird Stephan Reis der Feuerwehr treu bleiben.

Im Ahrtal als Helfer

Auf Kreisebene war Reis als Kreisausbilder tätig. Von 1992 bis 2019 war er Vorsitzender des Arbeitsausschusses „Ausbildung“ und kümmerte sich um die Organisation der Ausbildung. In diesen Funktionen hat er viele Hundert Feuerwehrleute in ihrem Feuerwehrleben begleitet. Außerdem ist er in der technischen Einsatzleitung des Landkreises tätig, die bei Großlagen zusammengerufen wird. In dieser Funktion war er auch im Ahrtal zusammen mit dem THW im Abschnitt Bad Neuenahr im Einsatz. Dort hat er viele ehrenamtlich tätige Organisationen kennengelernt, die für ihn bis dahin neu waren. Im Regionalen Feuerwehrverband ist er als Wertungsrichter tätig und hat selbst die Abzeichen in Bronze, Silber und Gold abgelegt. Er räumt ein, dass er mit der Übernahme neuer Aufgaben manchmal bei alten zurückschrauben musste. Neben den ehrenamtlichen Funktionen in der Feuerwehr ist Reis Produktionstechniker und arbeitet als Betriebsleiter vom Dienst bei der MiRO-Raffinerie in Karlsruhe. Er ist verheiratet und hat vier inzwischen erwachsene Kinder sowie fünf Enkel.

Ehrenkreuz in Gold

Der Vorsitzende des Regionalfeuerwehrverbandes Vorderpfalz Hans-Georg Balthasar nahm den Tag der offenen Tür der Feuerwehr Rheinzabern zum Anlass, Stephan Reis das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Gold zu verleihen. Dies ist die höchste Ehrung, die der Feuerwehrverband vergibt und wird jährlich maximal ein Mal pro 3000 Aktiven vergeben. Die Ehrung hat ihn sehr bewegt und er hob die Teamleistung hervor. So sagt er, er sei der Träger der Auszeichnung, verdient habe er es sich zusammen mit seinen vielen Wegbegleitern. Er schätzt alle Leute, die sich in einer Hilfsorganisation engagieren. Sie kommen, wenn sie gerufen und gebraucht werden.

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