Kreis Germersheim Musicals und Theater vor der Haustür

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«Wörth». Mehr Kultur in die Festhalle bringen. Das ist das Ziel der noch jungen Mitgliedschaft der Stadt Wörth in der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen, kurz: INTHEGA. Der jährlich stattfindende Theatermarkt bietet zum Beispiel den Kommunen die Möglichkeit, international gefragte Gastspielproduktionen für die kommende Spielzeit einzukaufen. Der Verband berät knapp 400 Mitgliedsstädte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in kommunalen Kulturbelangen der Bühnenkunst und Gastspielbranche, wie etwa Spielplangestaltung, Organisation, Versicherung und Rechtliches.

Mit dem INTHEGA-Beitritt erweitert Wörth seinen öffentlichen Kulturbetrieb, dessen Herzstück die 2007 von Grund auf renovierte Festhalle ist. Seit Herbst 2016 läuft dort nach 13-jähriger Pause ein künstlerisch hochwertiges Spielplanangebot, das vom Publikum auch per Wahl-Abonnement besucht werden kann. „Unsere Auslastung hat sich seitdem hervorragend entwickelt“, sagt Klaus Ritter, erster Beigeordneter der Stadt und verantwortlich für das kulturelle Festhallenprogramm. Die Besucherzahlen haben sich von 4192 bei acht Veranstaltungen in der Saison 2016/17 auf vorläufig 4902 Besucher bei neun Veranstaltungen in der Saison 2018/19 erhöht. Geboten werden Pop-, Rock- und Klassik-Konzerte sowie Schauspiel, Kabarett und Musical. Bei Klassikfans der Region ist die Wörther Festhalle besonders beliebt, weil hier ein akustisch erstklassiger Konzertsaal zur Verfügung steht. Bei der einstigen Renovierung hatte Sound-Architekt Jürgen Reinhold entscheidende Qualitätsverbesserungen umgesetzt. Reinhold vom Karlsruher Büro Oertel und Biehler war in der Vergangenheit für klangliche Konzepte sehr bedeutsamer Häuser verantwortlich wie etwa dem La Fenice in Venedig, dem Bolschoi in Moskau oder auch dem Festspielhaus in Baden-Baden. Heute, 4. Mai, stehen mit „Broadway Nights“ die größten Musical-Hits aus New York auf dem Programm. Am Mittwoch, 8. Mai, gastiert das „Saturday Night Fever“. Die Planung für die Spielzeit 2019/20 ist ganz kurz vor dem Abschluss und wird demnächst präsentiert. Rechtsrheinisches Publikum sowie Besucher aus dem Elsass anzuziehen, gehört zu den größten Herausforderungen des Kulturstandorts Wörth. „Hier spüren wir gewisse Nachteile unserer geografischen Lage“, sagt Ritter und nennt Zahlen: Im östlichen Radius von 30 Kilometern in Richtung Karlsruhe dümpelt der Besucheranteil von der rechten Rheinseite bei deutlich unter 10 Prozent, obwohl die Stadtmitte Karlsruhes nicht einmal 13 Kilometer von der Festhalle Wörth entfernt ist. „Der Anteil der Besucher aus dem Elsass beträgt nahezu Null“, so Ritter. Hier spürbare Verbesserungen zu schaffen, bleibe eine langfristige Aufgabe.

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