WESTHEIM Kommune muss Hort schließen

In Westheim gibt es bald mehr Kitakinder.
In Westheim gibt es bald mehr Kitakinder.

Ein Schock für die Eltern, eine Herausforderung für die Gemeindeführung: Nach den Sommerferien muss die Kommune den Hort schließen. Aber nicht, weil es zu wenige Kinder gibt.Nun deutet sich eine Lösung an.

„Es brodelt im Moment sehr. Die letzten Tage ist es sehr hoch hergegangen. Eltern intervenieren“, berichtet Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG). Und fügt nach Gesprächen mit Land und Kreis an: „Ich verstehe, dass Eltern in Aufruhr sind, Ängste haben. Es ist klar, dass das für betroffene Eltern schwierig ist. Wir haben aber keine andere Wahl.“

Nicht genug Kita-Plätze

Das Problem: Ab dem neuen Kindergartenjahr, das Anfang September beginnt, fehlen in der kommunalen Kita Löwenzahn 14 Kita-Plätze: „Und im darauffolgenden Jahr sieht es nicht so viel besser aus“, gesteht Grabau. Konkret: Die vorhandenen 80 Kita-Plätze (75 sind genehmigt, zudem existieren fünf Überhangplätze) reichen nicht mehr aus, um den Rechtsanspruch erfüllen zu können. Das hat die Bedarfsplanung ergeben. Seit Ende April steht laut Grabau daher fest, dass der Hort in der Kita, der 20 Plätze umfasst, geschlossen werden muss, weil der Raum künftig für Kita-Kinder benötigt wird: „Wir müssen eine neue Gruppe aufmachen.“ Im Zuge des Mensa-Anbaus will die Gemeinde mit dem Planer über zusätzliche sanitäre Möglichkeiten und weitere Schlafplätze reden.

Nach Angaben der Ortsbürgermeisterin gibt es derzeit zwölf Hortkinder. Aber: Ab neuem Schuljahr werden es 19 sein. Grabau versichert, „mit Land und Kreis andere Möglichkeiten geprüft“, nach Räumlichkeiten (Jugendtreff) gesucht zu haben – ohne Erfolg. Denn: An das Personal und die Räume für den Hort – dort gebe es ein pädagogisches Konzept – würden sehr hohe Anforderungen gestellt. Gespräche seien auch mit der Verbandsgemeinde und der Grundschule geführt worden.

Mehr Plätze anbieten

Der Hintergrund: Die Betreuende Grundschule läuft ehrenamtlich über den Förderverein. Und laut Grabau wird schon länger darüber gesprochen, ob das in dieser Form weitergeführt werden kann. Die Idee, für die aber „mindestens eine Stelle ausgeschrieben werden“ muss: Das Ganze auf die Verbandsgemeinde zu übertragen und mehr Plätze anzubieten, damit die Hortkinder in die Betreuende Grundschule übernommen werden können. Laut Grabau wird der Verbandsgemeinderat eine solche Lösung bei der Sitzung am 15. Juni beraten.

Das Problem für Eltern: Im Hort werden Kinder bis 16.30 Uhr, in der Grundschule nur bis 15 Uhr betreut. Aber: Nicht alle Kinder blieben bis zum Schluss. Ein Kompromiss: eventuell eine Betreuung bis zumindest 16 Uhr zu ermöglichen. Ansonsten müssten sich Eltern untereinander absprechen und gegenseitig aushelfen. Den Vorschlag der SPD-Opposition, eine Container-Lösung zu prüfen, hält Grabau für sehr teuer. Die Alternative: „Wir bauen an.“ Aber: „Das geht nicht so schnell und kostet sehr viel.“

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