Kreis Germersheim Keller war eine Herausforderung

Eine der Führungen im Freckenfelder Heimatmuseum.
Eine der Führungen im Freckenfelder Heimatmuseum.

«Freckenfeld.» Der Museumsverein hat in den vergangenen Jahren einiges geleistet. Darüber informierte dessen Vorsitzender Michael Hutfluss die Mitglieder des Ortsgemeinderates. Alles hat im Jahr 1991 begonnen, als Freckenfeld als Vorzugsgemeinde für das Landesprogramm Dorferneuerung aufgenommen wurde. Freckenfeld hatte als Zukunftsprojekt die sogenannte Dampfnudelpassage, sprich ein Kulturzentrum sollte gebaut werden.

In einem ersten Bauabschnitt wurden die Bibliothek und das Heimatmuseum in bestehenden Gebäuden eingerichtet. Dann erfolgte der Neubau des Ratssaales und Funktionsräumen. Innerhalb nur eines Jahres sind 300.000 Mark an Zuschuss geflossen, erinnerte Hutfluss, wie schnell es seinerzeit mit den Genehmigungen ging. 1998 konnte der Museumsverein die einstige Tabakwiegehalle als Lagerraum nutzen. Das war in der Gründungsurkunde des Vereins (1991) mit der Gemeinde vereinbart worden. Sechs Bohrhämmer zerstört Mit viel Eigenleistung richteten die Vereinsmitglieder das Magazin her, zogen eine Zwischendecke in die hohe Scheune ein. Ursprünglich sollte auch betreutes Wohnen zum Förderprojekt gehören. Aber daraus wurde nichts, weil die Räume nicht ausreichten. Dem Museumsverein wurden nun der hintere Teil der Wiegehalle sowie der Keller von der Gemeinde zur Nutzung übergeben. Inzwischen ist das Dach isoliert worden. Eine Herausforderung sei es gewesen, den Keller herzurichten, erinnerte sich Hutfluss. Jetzt befasst sich der Museumsverein mit dem Digitalisieren von Akten der Gemeinde und das Scheunentor soll erneuert werden. Ein Stromanschluss und eine Ladestation wären möglich, wenn die Gemeinde mit den Pfalzwerken einig würde. Statt des großen Leiterwagens soll eine Dampfmaschine vor der einstigen Tabakwiegehalle aufgestellt werden. Mit Bernd Thürwächter stellte Hutfluss auch seinen Nachfolger vor. „Wir haben alles selbst bezahlt und die Arbeit gemacht und haben sechs Hiltis (Handbohrmaschinen) kaputt gemacht, wo wir den Keller gemacht haben“, ist der Vorsitzende stolz auf seine aktiven Mitarbeiter und alle 100 Vereinsmitglieder. Viele Gässchen ohne Lampen „Im Kirchgässle brennt die Lampe nicht“ teilte Otfried Helck im Tagesordnungspunkt Anfragen und Mitteilungen der Ratsmitglieder mit. Bürgermeisterin Gerlinde Jetter-Wüst hörte nicht zum ersten Mal von dem Problem, aber eine neue Lampe dort zu installieren, sei zu teuer. Und nebenbei auch nicht nötig. Andere Gässchen und Durchgänge in der Gemeinde hätten auch keine Beleuchtung, so die Bürgermeisterin Eine Kiste mit Taschenlampen zum Ausleihen für den Durchgang könnte im Kirchgässle Licht werden lassen, schlugen in der Einwohnerfragestunde einige Freckenfelder vor. In der Gutenbergstraße soll ein Mehrfamilienhaus mit vier Wohnungen gebaut werden. Die Verwaltung der Verbandsgemeinde will dafür die Baugenehmigung versagen, weil dieses Vorhaben nicht dem Bebauungsplan entspricht. Dieser legt fest, dass pro Doppelhaushälfte nur zwei Wohnungen gebaut werden dürfen. Deshalb würden vier Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus dem Bebauungsplan widersprechen. Der Gemeinderat sollte nun entscheiden. Einmal sei schon von diesem Bebauungsplan abgewichen worden, was nun SPD-Sprecher Peter Neubauer als Beispiel anführte. Helmut Thürwächter (CDU) und Thea Weber (FWG) äußerten Bedenken, wenn das jetzt so genehmigt würde, dann hätten andere Bauherren das gleiche Anrecht. Und Brigitte Krienen (SPD) merkte an, dass mit zwei Eingängen und Fluren Wohnraum verschwendet würde. Am Schluss waren sich alle einig, dass der Bebauungsplan aus heutiger Sicht überarbeitet werden müsse. Die Abstimmung war mit zehn Stimmen gegen das Versagen der Baugenehmigung am Ende deutlich.

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