Kreis Germersheim Keine Aktionen am 27. Dezember
„Am 27. Dezember jährt sich das schreckliche Verbrechen, das unendliches Leid über Mias Familie und Freunde gebracht hat. Ein Schmerz, den wir nur erahnen können. Doch nicht genug, wurde der Trauerprozess ständig gestört – durch den Missbrauch des Verbrechens für rechte Propaganda und die regelmäßigen Aufmärsche rechtspopulistischer und rechtsextremer Gruppierungen, verbunden mit Hass- und Hetzreden“, schreibt Jutta Wegmann vom Bündnis „Wir sind Kandel“. Grund für die Stellungnahme: Wieder rufe das rechte „Frauenbündnis“ in aller Scheinheiligkeit mit harmlos wirkenden Flyern zum Trauermarsch auf. Das Bündnis „Wir sind Kandel“ stimmt mit dem Netzwerk „Kandel gegen Rechts“ überein, am 27. Dezember keine Aktionen in der Öffentlichkeit zu machen. Auch wenn es schwer erträglich sei, pietätlose Menschen durch die Straßen laufen zu sehen, die wieder den Ort des Verbrechens für ihrer Zwecke instrumentalisieren: Wegmann: „Der Todestag sollte alleine Mias Familie und Freunden gehören, niemand hat aus Sicht von ’Wir sind Kandel’ das Recht, diesen Tag zu missbrauchen – weder für rechtsextreme Propaganda, noch wir für den Gegenprotest.“ Wer seinem Mitgefühl Ausdruck verleihen möchte, könne dies am 27. Dezember mit einer Kerze im Fenster tun und mit stillem Gedenken zwischen 15 und 17 Uhr in der St. Georgskirche. „Mord ist ein Verbrechen, mit nichts zu rechtfertigen und durch nichts wiedergutzumachen“, schreibt Sarah Boos vom Bündnis „Kandel gegen Rechts“. Leider gebe es Personen, die seit einem Jahr versuchen, dieses Verbrechen zu ihrem Vorteil zu nutzen und politisch zu instrumentalisieren. Darunter leide Kandel, die Kandeler Bevölkerung und die gesamte Region. Nun soll es am Todestag eine „Trauerveranstaltung“ eben dieser Personen - Boos spricht vom rechten „Frauenbündnis“ um Marco Kurz – geben. „Uns an ihrem Todestag an Mia zu erinnern und ihrer zu gedenken ist richtig und wichtig“, so Boos weiter. Dieser Tag sollte allerdings ein Tag der Stille sein. Ein Tag, der ihrer Familie und ihren Freunden gehöre. Boos: „Ihr Gedenken für eine politische Kundgebung zu nutzen, entbehrt für uns jeder Pietät.“ Daher sehe das Bündnis „Kandel gegen Rechts“, am 27. Dezember von jeder Form einer öffentlichen Veranstaltung oder Kundgebung ab. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten den Angehörigen von Mia und allen Betroffenen von Gewaltverbrechen.“ Blickpunkt