Kreis Germersheim
Hatzenbühl: Grundschüler spielen Fußball wie einst Fritz Walter
Fritz Walter hat als Kind in den Straßen von Kaiserslautern auf Kanalöffnungen am Bordsteinrand gespielt. Mit dem „Kanälchen“-Turnier will die Fritz-Walter-Stiftung zu den Wurzeln ihres Stifters zurückkehren. 100 Kinder nahmen vergangene Woche daran teil
„Können wir das noch einmal machen?“, rief ein Schüler bei der Siegerehrung des „Kanälchers Straßenfußballturnier“ in Hatzenbühl. Er hatte nämlich schon mit einem Mitspieler seiner Mannschaft aus einer anderen Grundschule Freundschaft geschlossen. Das ist ein Hauptgedanke dieses Turniers, bei dem die Spieler einer Grundschule auf verschiedene Teams zugelost werden. Gespielt wurde nach einfachen Regeln und natürlich – wie damals beim Straßenfußball – ohne Schiedsrichter. Als Tore dienten allerdings nicht wie in Fritz Walters Kindheit die in die Bürgersteige eingelassenen Kanaldeckel. Statt auf der Straße spielten die Kinder auf dem Hatzenbühler Kunstrasen.
Zehn Grundschulen, so viele wie noch nie bei dem zum dritten Mal ausgetragenen Turnier, nahmen teil. Damit waren etwa 100 Jungen und Mädchen aus Berg, Freckenfeld, Hagenbach, Hatzenbühl, Jockgrim, Kandel, Maximiliansau, Rheinzabern sowie der Dammschule und Dorschbergschule Wörth auf zwei Spielfeldern am Ball. Werner Schmalz von der Fritz-Walter-Stiftung hatte die Mannschaften schulübergreifend zugelost. Dann wurden sie in zwei Gruppen und zehn „Bundesligateams“ eingeteilt. Es wurde Sieben gegen Sieben plus Torwart gespielt, wobei mindestens ein Mädchen im Team sein musste.
Fair Play und Toleranz überwiegen Leistungsgedanke
Die Spieler entscheiden selbst über strittige Situationen wie Foul, Handspiel, Freistoß oder Tor. Es sind keine Stollen- und Noppenschuhe erlaubt. Fairness und Miteinander werden großgeschrieben. „Das hat bestens geklappt“, sagte Dominique Hartmann, Sportfachberater des Kreises Germersheim. „Die Schüler sind sportlich unterwegs, sollen vier Stunden Spaß miteinander haben und Erfolge und Misserfolge gemeinsam erleben.“ Eva Moßgraber, Betreuerin der Wörther Dammschule, meinte: „Ich finde es toll, dass hier nicht der Sieg einer Schule im Vordergrund steht, sondern andere Werte wie die Kameradschaft, der Fair-Play-Gedanke, die Toleranz und die Vielfalt.“
Sieger wurde die Mannschaft von „Eintracht Frankfurt“, die im Endspiel Team „Leipzig“ 2:0 besiegte. „Bayern München“ und „Schalke“ belegten gemeinsam Platz 3. „So könnte es auch in der realen Bundesliga sein“, meinte Schmalz, womit dann aber doch nicht alle Schüler einverstanden waren.