Kreis Germersheim
Größte Stadt hat meiste Straftaten

Kreis Germersheim. 7327 Straftaten registrierten die Polizeiinspektionen Wörth und Germersheim vergangenes Jahr. In beiden Inspektionen gibt es einen Anstieg von Straftaten. Gleichzeitig wurden weniger Wohnungseinbrüche erfasst.
Mit einem Anstieg um 206 Fälle gegenüber dem Vorjahr auf nun 3215 liegt die Zahl der registrierten Straftaten etwa auf dem Niveau der Jahre 2015 und 2016, sagt Polizeikommissar Manuel Pfaff, der die Kriminalstatistik der PI Wörth vorstellte. Im Bereich der PI Germersheim ist die Zahl der Straftaten ebenfalls gestiegen, um 418 auf 4112, ergänzt Eva Eichenlaub von der Germersheimer Inspektion (siehe Grafik). In beiden Inspektionen ist die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, doch sind die Zahlen der Kriminalstatistik immer differenziert zu betrachten, wie Sandra Giertzsch von der Inspektionsleitung in Germersheim sagt. Beispielsweise sei die Zahl der Straftaten gegen das Leben von fünf Fällen im Jahr 2017 auf Null im vergangenen Jahr in Germersheim gesunken. „Da hier die Aufklärungsquote bei 100 Prozent liegt, sinkt dieser Wert in Germersheim auf Null und schlägt sich dementsprechend auf die Statistik nieder“, sagt Sandra Giertzsch.
Kandel wegen Demonstrationen auf Platz drei
Mit 2002 Fällen ist die Stadt Germersheim Spitzenreiter in der Kriminalitätsstatistik im Landkreis – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 8,8 Prozent oder 162 Fälle. Die Stadt Wörth folgt auf Platz zwei mit 1212 Fällen (plus 89 Straftaten). In der Verbandsgemeinde Kandel ist ein signifikanter Anstieg um 108 Fälle auf nun 856 (+14,4 Prozent) festzustellen. Wörths Inspektionsleiter Thomas Lederer geht davon aus, dass diese Steigerung der Fallzahlen mit dem Demonstrationsgeschehen des vergangenen Jahres in Kandel in Verbindung steht. „Es gab rund 200 Anzeigen in diesem Bereich“, ergänzt Manuel Pfaff. Veranstaltungstypische Straftaten wie Beleidigungen, Landfriedensbruch oder Verstöße gegen das Versammlungsgesetz (67 Verstöße wegen beispielsweise Vermummung) und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz (Abbrennen von Pyrotechnik) seien im Zusammenhang mit Demonstrationen teilweise schwer aufzuklären. Auf Platz vier landet die Verbandsgemeinde Lingenfeld mit 812 Straftaten (626 im Jahr 2017) – ein Plus um fast 30 Prozent. Platz fünf belegt die Verbandsgemeinde Bellheim mit 662 Fällen (588 im Jahr zuvor). Die Verbandsgemeinde Rülzheim folgt mit 636 Straftaten – immerhin vier weniger als im Jahr 2017. 632 Straftaten ereigneten sich 2018 in der Verbandsgemeinde Jockgrim (615 im Vorjahr), was Platz sieben ergibt. Die wenigsten Straftaten gab es in der Verbandsgemeinde Hagenbach: 515 im vergangenen Jahr – ein Minus um acht Straftaten gegenüber dem Jahr 2017. Glaubt man der Statistik der Polizei, so lebt es sich in Vollmersweiler am „sichersten“, da dort nur sieben Straftaten registriert wurden.
Weniger Einbrüche in Wohnungen und Häuser
Wohnungen und Häuser im Kreis sind seltener von Einbrechern heimgesucht worden als im Jahr zuvor – insgesamt gab es hier 99 Straftaten. In Wörth wurden 48 Fälle im Jahr 2018 angezeigt, das sind 33 Fälle weniger als im Vorjahr. In Germersheim gab es 51 (minus 48). Sogenannte Tageswohnungseinbrüche, also Einbrüche von zumeist überörtlichen Täterbanden, die in der dunklen Jahreszeit zwischen 6 und 21 Uhr zuschlagen, waren ebenfalls rückläufig: In Wörth gab es 18 gemeldete Fälle (33 im Jahr 2017) und in Germersheim 21 (minus 19). „In zehn Fällen blieb es bei einem Einbruchversuch“, sagt Eichenlaub. Einerseits kontrolliere die Polizei verstärkt in der dunklen Jahreszeit, um dadurch potenzielle Einbrecher zur Weiterfahrt zu bewegen, andererseits würden Wohnungseigentümer durch Präventionsarbeit für die Sicherung des Eigenheims sensibilisiert. Entsprechend schwerer haben es Einbrecher und lassen von ihren Vorhaben ab, wenn der Einbruch nach kurzer Zeit nicht gelingt.
Angriffe auf Polizisten werden mehr
Die Straßenkriminalität ist im Landkreis etwas angestiegen, doch ist das nach Aussagen der Polizei kein Grund zur Besorgnis. Unter dem Begriff Straßenkriminalität werden Straftaten registriert, die auf öffentlichen Plätzen und Straßen geschehen und Straftaten wie Körperverletzungen und Raubdelikte aber auch Sachbeschädigungen und Diebstähle aus Kraftfahrzeugen beinhalten. 1387 Straftaten registrierten die Polizisten im Kreis, 1278 waren es im Jahr 2017.
Zugenommen haben auch die Straftaten gegen Polizisten: Im Bereich Wörth stieg die Zahl von 10 auf 18 Fälle, im Bereich Germersheim von 35 auf 49.