Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gibt es genug Bademeister im Kreis Germersheim?

Am Mittwochabend war im Waldschwimmbad viel los. Foto: Iversen
Am Mittwochabend war im Waldschwimmbad viel los.

Wenn Bademeister krank sind, kann ein Schwimmbad nicht wie geplant öffnen – wie die letzen zwei Wochen das Waldschwimmbad Kandel. Ab morgen läuft der Betrieb dort wieder regulär. In den anderen Bädern im Kreis ist das Personal zwar vollständig. Aber Fachkräftemangel und gestiegene Ansprüche der Badegäste sind auch dort zu spüren.

„Ab Pfingstsamstag können wir wieder wie gewohnt öffnen“, sagt die Kandeler Werkleiterin Inge Grein hörbar erleichtert. Denn während der ersten Hitzewelle des Jahre war das Schwimmen im Waldschwimmbad Kandel nur eingeschränkt möglich: Von drei Schwimmmeistern waren zwei erkrankt, die Öffnungszeiten entsprechend reduziert.

Beschwerden habe es aber keine gegeben, nur interessierte Nachfragen, berichtet Grein. Nun stehen immerhin wieder zwei der Schwimmmeister plus eine Badeaufsicht zur Verfügung. Dazu kommt an Wochenenden „an denen es heiß und voll ist“ Unterstützung von einem Schwimmmeister, der zwar in Kandel gelernt hatte, aber inzwischen einen anderen Beruf ausübt. „Wir konnen ihn aus der Reserve locken“, sagt Grein.

Früher hatten auch das DLRG und der Tauchclub in Kandel Dienste übernommen. Doch seit einigen Jahren ist das DLRG nicht mehr vor Ort. Zu dieser Saison hat nun auch der Tauchclub seinen Raum und damit die Aufsichtsdienste gekündigt. Daher wurde zusätzlich die Badeaufsicht eingestellt. An heißen Tagen kommen bis zu 600 Besucher nach Kandel.

„Ansprüche der Badegäste steigen“

9600 Besucher an nur einem Tag war der Rekord im Badepark Wörth, sagt Georg Werling, Leiter der Stadtwerke. „Und das sind nur die Entgeldpflichtigen“, die Kinder unter 6 Jahren wurden nicht eingerechnet. Im Badepark sind insgesamt zwei Schwimmmeister, 7 Fachangestellte für Bäderbetriebe und zwei Auszubildende am Beckenrand unterwegs. Dazu kommen noch die zwei technischen Mitarbeiter, die ebenfalls ein DLRG-Zeichen in Silber absolviert haben. „Das war uns wichtig“, sagt Georg Werling, Leiter der Stadtwerke Wörth. Außerdem gibt es eine vertragliche Vereinbarung mit dem DLRG, der an Samstagen und Sonntagen mit jeweils zwei Rettungskräften vor Ort ist.

Die Arbeit habe sich verändert, sagt der erfahrene Werksleiter: „Die Wertschätzung gegenüber dem Personal reduziert sich, die Ansprüche der Gäste steigen“, lautet Werlings Einschätzung. Am vergangenen Samstag seien 3300 Besucher im Bad gewesen. „Da beschwert sich ein Gast, dass jemand, der im Umkreis von fünf Metern sitzt, Radio hört“, berichtet Werling. Dabei sei Musikhören im Bad erlaubt. Auf die Bitte, sich einen anderen Platz im Bad zu suchen, habe der Badegast darauf gepocht, dass er nicht umziehen müsse.

Eltern müssen auf Kinder aufpassen

Auch die steigende Zahl von Nicht-Schwimmern sei durchaus ein Thema, sagt Werling. Ebenso die Aufsichtspflicht der Eltern, die nicht mehr so wie früher wahrgenommen werde. „Die Kleinigkeiten summieren sich“, sagt Werling. Deshalb gebe es auch am Beckenrand einen Fachkräftemangel. In Wörth versuche man jedes Jahr, Fachangestellte für Bäderbetriebe auszubilden, „dieses Jahr ist das leider nicht gelungen.“ Denn selbst wenn man den Azubis danach keine Stelle anbieten könne, würden diese auf dem Arbeitsmarkt danach sicher etwas finden.

Mit bis zu 3000 Besuchern „am Wochenende bei 30 Grad“ kann das Strandbad Rülzheim rechnen. Dort sind ein Schwimmmeister und drei Rettungsschwimmer im Einsatz, führt Betriebsleiter Patrik Brechtel auf. Während der Ferienzeit und an Samstagen und Sonntagen kommt noch Unterstützung von der Wasserwacht Lingenfeld.

„Wir schauen extrem darauf“, dass die Kinder im Flachwasserbereich bleiben und mit Schwimmärmeln oder Westen ausgestattet sind, sagt Brechtel und merkt kritisch an: „Da gibt es manchmal Meinungsverschiedenheiten mit den Eltern.“ Auch auf offensichtliche erwachsene Nichtschwimmer habe man ein Auge.

Das gilt auch für den Schwimmpark Bellheim. Das Bad zählt ein heißen Tagen rund 3000, lautet die Auskunft von der Verbandsgemeindeverwaltung. Man bschäftige einen Badbetriebsleiter und drei Fachangestellte für Bäderbetriebe. „Bei Bedarf werden diese von weiteren Rettungsschwimmern in der Beckenaufsicht unterstützt. “

Öffnungszeiten am Pfingstwochenende

Waldschwimmbad Kandel: 9 bis 20 Uhr, letzter Einlass 19 Uhr

Strandbad Rülzheim: 10 bis 20 Uhr

Badepark Wörth: 10 bis 19 Uhr

Schwimmpark Bellheim: 9 bis 20 Uhr

x