Gegenüber RHEINPFALZ Plus Artikel Geburtstagskind wartet schon aufs nächste Fest

Besonders stolz ist der gebürtige Zeiskamer darauf, einmal den Sänger Roger Whittaker mit einer Kutsche gefahren zu haben. Erhar
Besonders stolz ist der gebürtige Zeiskamer darauf, einmal den Sänger Roger Whittaker mit einer Kutsche gefahren zu haben. Erhard Sinn.

Leidenschaftlicher Kommunalpolitiker, inbrünstiger Sänger, begeisterter Pferde- und Kutschen-Liebhaber: Ehrenamtliches Engagement hat das Leben von Erhard Sinn stark geprägt. Am heutigen Donnerstag feiert der gebürtige Zeiskamer, der schon seit 65 Jahren in Westheim wohnt, seinen 90. Geburtstag.

Schon als junger Mann war Sinn in Zeiskam aktiv: Bereits 1948 – als damals 16-Jähriger – entschloss er sich, im Chor zu singen und trat dem „Liederkranz“ bei. 1953 wechselte er zum Männerchor „Frohsinn“, den er mitgegründet hatte. Auch im Reit- und Fahrverein, dem er nach dessen Wiedergründung 1954 beitrat, hat er sich große Verdienste erworben und wurde deshalb zum Ehrenmitglied ernannt. Schließlich hatte er unter anderem über 30 Jahre Fahrturniere mitorganisiert.

Gerne war er früher auch selbst mit der eigenen Kutsche in Wald und Flur unterwegs. Ein besonderes Erlebnis: Einmal durfte er in der Kutsche Sänger Roger Whittaker chauffieren. Die Liebe zu seiner Frau „Lorle“ lockte „de Erhard“ 1957 nach Westheim. Seine große Sangesfreude blieb erhalten, weshalb der Erste Bass jahrzehntelang den Westheimer „Liederkranz“ verstärkte und im Verein auch Vorstandsmitglied war. Erst 2018 – nach 70-jährigem gesanglichen Engagement und entsprechender Ehrung – war Schluss. Apropos Singen: 20 Jahre hat auch der protestantische Kirchenchor von Sinns Stimme profitiert.

Aktivposten

28 Jahre war der ehemalige Transportunternehmer in der Kommunalpolitik aktiv: Als Mitglied der von ihm 1973 gegründeten Wählergruppe, die seinen Namen trug, wählten ihn die Westheimer am 17. März 1974 in den Ortsgemeinderat. 1984 vereinigte sich die Wählergruppe Sinn mit der Wählergruppe von Erwin Gauweiler zur Freien Wählergruppe (FWG). Von 1973 bis 1996 hatte Sinn das Amt des Vorsitzenden, von 1974 bis 1999 das Amt des Fraktionssprechers inne. 2001 fasste der damals 69-Jährige den Entschluss, nach seinem 70. Geburtstag „den Jüngeren Platz zu machen“. Gesagt, getan: Am 27. Mai 2002 saß er letztmals am Ratstisch. Aber: Auch heute ist der FWG-Ehrenvorsitzende immer noch politisch interessiert.

Am Herzen liegt Sinn auch die Seniorenarbeit: 20 Jahre hatte er zusammen mit seiner Frau Annelore den Altenclub geleitet. Im Mai 2017 beendeten dort beide ihre Arbeit aus Altersgründen. Sinn ist Ehrenmitglied im Vogelschutzverein Lingenfeld und wurde für 50-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Jagdschutzverband geehrt.

Geehrt

Apropos Auszeichnungen: Die Ehrenurkunde des Gemeinde- und Städtebundes und die Landesehrennadel zeugen von Sinns außerordentlichem Wirken. Mittlerweile lässt er es altersbedingt ruhiger angehen: Gerne unterstützt er aber seine Frau bei anstehenden Arbeiten, berieselt den Garten, trifft sich mit den Oldtimerfreunden, schaut gerne Fernsehen und ist auch noch mit dem Auto „in näherer Umgebung“ unterwegs.

Seine Gratulanten erwartet Sinn bei einem „Tag der offenen Tür“ im Wiesenweg 146: „Wer kommt, ist da.“ Übrigens: Am 7. Juni wird bei den Sinns erneut gefeiert: eiserne Hochzeit.

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