Kreis Germersheim Freckenfeld: WC-Wagen wird zur Chill-Zone

Der neue Bauwagen ist ein knallroter Blickfang.
Der neue Bauwagen ist ein knallroter Blickfang.

Schon von weitem sieht man das neuste Projekt des Jugendzentrums Freckenfeld: In seiner knalligen hellroten Farbe fällt der neue Bauwagen wohl jedem ins Auge, der am angrenzenden Bolzplatz vorbei kommt. Und das soll auch so sein. Bisher war der Jugendtreff nämlich eher für Kinder interessant. „Wir wollen aber auch mehr Jugendliche anziehen und zeigen, dass wir den Großen ebenfalls was bieten“, sagt Jugendpflegerin Katharina Hilbert.

Und so waren es auch die Jugendlichen des Jugendzentrums Freckenfeld, die in den letzten Monaten viel Arbeit und wohl noch mehr Herzblut in den Baumwagen gesteckt haben, um somit einen weiteren Raum zum „Chillen“ zu schaffen. „Das war schon viel Arbeit“, sagt der 19-jährige Lukas Tober aus Freckenfeld. Nachdem Katharina Hilbert den ehemaligen Toilettenwagen von der Grundschule in Kandel erworben hatte, musste er erst einmal saniert und renoviert werden: Das Innenleben musste entfernt, der Boden verlegt und ein Fenster eingebaut werden. Außerdem gab es einige Auflagen, wie einen Fluchtweg oder eine Bodenverkleidung. Hilfe bekamen die Jugendlichen natürlich von ihren beiden Jugendpflegern, aber auch von vielen weiteren Erwachsenen, die mit Rat und Tat zur Seite standen.

Von Spenden finanziert

Finanziert wurde das Projekt hauptsächlich von Spenden. „Auch die Gemeinde hat sich für unsere Idee stark gemacht und war sehr kompromissbereit“, lobt Hilbert. Und selbst wenn vom Toilettenwagen bis zum gemütlichen Rückzugort für Jugendliche mehr als 100 Arbeitsstunden nötig waren, so sind sich alle einig, dass sich die ganze Mühe mehr als gelohnt hat. „Das schlimmste war die Glaswolle“, sagt der 15-jährige Marcel Münster. Und sein Freund Leon Grosche ergänzt: „Ja, die hat überall gejuckt. Wir sahen irgendwann aus als würden wir Break Dance tanzen. Doch diese Strapazen waren nicht umsonst. „Das Beste ist, dass man am Ende des Tages sehen kann, was man gearbeitet hat“, findet Lukas. „So ein Erfolgserlebnis ist auch wichtig für das Gemeinschaftsgefühl“, weiß auch der 23-jährige Yannik Klinkner aus Winden, der Hilbert in der Jugendpflege unterstützt.

Direkt neben Bolzplatz

An diesem Freitagabend sitzen die sieben Jugendlichen noch in ihrem warmen Jugendraum. . Doch sobald es die ersten warmen Tage geben wird, wird es sie wieder nach draußen ziehen. Denn der Bauwagen hat einen großen Vorteil: Er liegt direkt neben dem Bolzplatz. „Dann können die einen kicken und die anderen im Bauwagen chillen, ohne vom Ball abgeschossen zu werden“, sagt der zwölfjährige David Kirchenbaumer aus Vollmersweiler. Auch gegrillt soll dann wieder werden. Der nächste Sommer kann im Juze also kommen. Am liebsten mit einem heiß ersehnten Minikühlschrank für das neue, knallrote Domizil auf vier Rädern.

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