Kreis Germersheim Experten sehen kaum Zukunft für Sporthalle

Eine Sanierung der Grundschulturnhalle käme die Gemeinde zu teuer, sagendie Fachleute.
Eine Sanierung der Grundschulturnhalle käme die Gemeinde zu teuer, sagendie Fachleute.

Den Komplex Sporthalle und Bürgerhaus im Herzen von Freckenfeld zu sanieren käme zu teuer. Das sagen die Experten. Als Matthias Haak vom Planungsbüro Haak-Lauerbach am Montag im Gemeinderat seine Stellungnahme zum Zustand der beiden Gebäude vorgetragen hatte, herrschte betretenes Schweigen.

Haak hatte bei den detaillierten Betrachtungen immer wieder betont, es gehe nur um Zahlen und Fakten, nicht um Emotionen. Außerdem sei die Stellungnahme auf die Standardanforderungen an solche Gebäude aufgebaut worden, Sonderwünsche wurden nicht berücksichtigt. Aber mit dem Gebäude, das die Gemeinde über Jahrzehnte begleitet hat sind viele Erinnerungen und Erlebnisse verbunden. Einziger dicker Pluspunkt für eine Mehrzweckhalle sei die städtebauliche Lage im Dorfzentrum, stellte der Planungsingenieur voran. Auch seien die statischen Verhältnisse soweit in Ordnung. Abgesehen vom Dach, das eine Voltaik- oder Solaranlage nicht tragen würde. Fachleute für energetische Sanierung hatten dem Planungsbüro Fakten zugearbeitet, die nur eine Schlussfolgerung zuließen: „Das Gebäude ist weit von dem entfernt, was heute dafür notwendig ist“, so Haak. Vernichtend die Einschätzung der Haustechnik, die besagt Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen seien altersbedingt verschlissen und müssten allesamt erneuert werden. Die Kosten dafür wären genauso hoch wie für einen Neubau. Barrierefrei und behindertengerecht ist das Gebäude auch nicht, bei einer Sanierung müsste aufwendig umgerüstet werden. Nächster Punkt Sporthalle, die so Ingenieur Matthias Haak, nicht mehr den Vorgaben entspreche. Dabei handele es sich nicht einmal um Vorgaben für die Bundesliga, in die Freckenfelder Sportvereine in absehbarer Zeit vermutlich nicht aufsteigen würden. Die Halle sei schon für den normalen Sportbetrieb zu klein, die Bühne dürfe nicht in die Halle hineinragen, Prellwände müssten installiert werden. Was die Umkleiden betrifft: Hier kam vom Planer nur ein „naja“. Damit nicht genug ist der Keller feucht, um ihn trocken zu legen müsste die Bodenplatte abgedichtet werden. „So etwas steht jenseits jeder Wirtschaftlichkeit“, sagte Haak deutlich. Für eine Sanierung müsste das ganze Gebäude entkernt werden, sprich Fenster, Türen, Verkleidungen – alles raus, nur der Rohbau bliebe übrig. Ob dann ein Mehrzweckgebäude entstehen würde, das allen Anforderungen entspreche, sei fraglich. Über die geplanten Baukosten informierte sich das Planungsbüro anhand von Beispielen bei der Architektenkammer. Eine Bausumme von 1,8 Millionen Euro stand im Raum, da seien die jährlichen Preissteigerungen schon mit eingerechnet. Aber nicht die Kosten für die Außenanlagen. „Wir empfehlen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit einen Abbruch“, lautete das Urteil der Experten am Schluss. „Wenn die Gebäude gepflegt worden wären, wäre der Zustand dann auch so?“ Das wollte Richard Schindler (FWG) wissen. „Immerhin hat das Gebäude 60 Jahre lang gehalten“, lobte Matthias Haak. Ingenieurin Heike Haak-Lauerbach wies auf einige neue gesetzlichen Anforderungen hin, die bei einer Sanierung noch teurer werden könnten. Nach der Präsentation der Zahlen vor voller Zuhörerreihe in der Gemeinderatssitzung erhalten die Gemeinderäte jetzt die umfangreiche Stellungnahme als Entscheidungsgrundlage.

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