WESTHEIM
Erzieher lehnen Luftreiniger in Kita ab
Nachdem der Verbandsgemeinderat Lingenfeld beschlossen hatte, alle Schulsäle in der Verbandsgemeinde mit Luftfiltergeräten auszustatten, wollte die Westheimer SPD auch in allen Gruppenräumen der örtlichen Kita solche Geräte installieren: „Durch eine zentrale Beschaffung können hier enorme Kosten gespart und Synergieeffekte genutzt werden“, sagte SPD-Sprecher Alexander Dietz.
Laut Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) hingegen gibt es „viele Quellen, die eindeutig sagen, dass Luftreiniger kein Fensteröffnen, kein Lüften ersetzen können.“ Wenn es ausreichend Lüftungsmöglichkeiten gebe, wie es in der Kita der Fall sei, gewähre das Land keine Fördermittel. UVC-Geräte, die mit Rollen auf dem Boden stünden und einen Stromanschluss benötigten, seien gerade für kleine Kinder nicht unumstritten. Grabau hat sich auch mit den Erzieherinnen unterhalten: Sie befürworten die Luftreiniger nicht.
Eine Ampel könnte helfen
Der Gegenvorschlag von Grabau: Kohlendioxid-Ampeln, „um auf einen Blick sehen zu können, ob gelüftet werden muss“. Ihren Angaben zufolge werden zwei verschiedene Modelle derzeit in der Einrichtung getestet. Beigeordneter Sascha Gießler (FWG) meinte, dass Fachleute die Wirksamkeit der Luftfiltergeräte für fraglich hielten. FWG-Sprecher Serafettin Yöndem sagte, dass Luftreiniger „ziemlich sicher etwas bringen“. Er fügte aber an: „Wenn die Erzieherinnen sie nicht befürworten und sie als Gefahrenquelle sehen, können wir nicht sagen, wir schaffen sie trotzdem an.“ Angesichts bisheriger guter Erfahrungen hielt auch er Kohlendioxid-Ampeln für sinnvoller.
Ingrid Allbrecht (SPD) nannte es „schade und traurig, dass die Erzieherinnen sie so ablehnen“. Kleine Kinder könnten noch nicht geimpft werden: „Wir wollen für die Kleinen nur das Beste, versuchen, ihnen größtmögliche Sicherheit zu geben“. Für die vier Gruppenräume sollen nun Kohlendioxid-Ampeln angeschafft werden. Kosten laut Grabau: 200 bis 300 Euro je Ampel.