WESTHEIM
Bürgerhaus bekommt keine TÜV-Plakette
Im Sommer 2019 hat der TÜV das Bürgerhaus geprüft, etliche Mängel festgestellt und die Ortsgemeinde aufgefordert, diese zu beseitigen: Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) spricht von einer „Liste mit vielen Sachen drauf, die Stück für Stück abgearbeitet werden müssen“. Ihren Angaben zufolge hat die Gemeinde dem TÜV und der Kreisverwaltung mitgeteilt, dass „die Sache läuft“.
Bürgerhaus wird „Europa-Thema“
In Sachen Blitzschutz und Sicherheitsbeleuchtung hat die Kommune bereits nachgebessert. Jetzt sind die teuren Bereiche dran: Die Elektroverteilung und die Lüftungsanlage sollen erneuert sowie eine Deckenstrahlheizung und eine zwar nicht geforderte, aber stromsparende LED-Beleuchtung eingebaut werden. Zudem muss ein Brandschutzkonzept her.
Um eine Planung „aus einem Guss“ zu erhalten, hatte der Ortsgemeinderat im Oktober einen entsprechenden Auftrag an ein Planungsbüro vergeben. Beigeordneter Sascha Gießler (FWG) informierte nun, dass Lüftung und Heizung über ein Klimaschutzprogramm des Bundesumweltministeriums gefördert werden könnten. Vorgabe: Die Planungsleistungen müssen europaweit ausgeschrieben werden. Das soll nun vorbereitet werden.
Apropos Bürgerhaus: 2021 soll der Vorplatz neu bepflanzt werden. 15.000 Euro stehen für dieses aufgeschobene Projekt parat. „Ob wir die Summe wirklich brauchen, steht auf einem anderen Blatt“, betont Grabau. Klar ist für sie, dass „der Brunnen auf jeden Fall erhalten bleiben“ soll. Die Gemeinde hofft ebenfalls auf einen Zuschuss.
An die Kita wird angebaut
Wegen des neuen Kita-Gesetzes, durch das Kinder einen Anspruch auf siebenstündige Betreuung mit Mittagessen haben, muss die Kommune eine Mensa an die Kita anbauen. Laut Grabau soll das „in Richtung Schulhof, Spielplatz“ geschehen. Kosten: 140.000 Euro: 70.000 Euro sind 2021, weitere 70.000 Euro 2022 veranschlagt. Ärgerlich findet Grabau, dass die Gemeinde ein von der Landesregierung am 23. Oktober veröffentlichtes Förderprogramm nicht nutzen kann. Grund: Die Zeit ist zu knapp. Die Antragsfrist endet am 1. Februar. Und sechs Wochen zuvor müssen die Unterlagen bereits bei der Kreisverwaltung sein.
Barrierefrei werden soll die Bushaltestelle am Sängerheim: Für die Planung stehen 2021 15.000 Euro im Etat. 2022 sind 100.000 Euro Baukosten veranschlagt. Positiv: Das Projekt wird mit 85 Prozent bezuschusst. Weitere 10.000 Euro sind nächstes Jahr vorgesehen, um bei Bedarf eine neue Urnenwand errichten zu können. Laut Grabau ist das aber „eher unwahrscheinlich“. Denn: Urnengräber sind stärker nachgefragt.
Defizit von fast 700.000 Euro einkalkuliert
Im Ergebnishaushalt 2021 stehen Erträgen von 2,812 Millionen Euro Aufwendungen von 3,495 Millionen Euro gegenüber. Somit ergibt sich ein Fehlbetrag von 683.000 Euro. Werden alle Investitionen getätigt, besteht ein Kreditbedarf von 287.000 Euro. Denn: Für 359.000 Euro soll investiert werden – im Gegenzug fließen aber nur 72.000 Euro in die Kasse. Die Schulden aus Investitionskrediten betragen Ende 2021 voraussichtlich 1,887 Millionen Euro. Weil im Dorf 1753 Bürger leben, entspricht das einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1076 Euro. Dazu kommen Liquiditätskredite, die Verbindlichkeiten gegenüber der Verbandsgemeinde, von zwei Millionen Euro. Der Gesamtschuldenstand beträgt somit 3,887 Millionen Euro.