Kreis Germersheim Asklepios schließt Geburtshilfe in Kandel
Trotz umfangreicher Rekrutierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren sei es der Asklepios Südpfalzklinik nicht gelungen, freie Hebammen-Stellen zu besetzen, teilt die Klinik mit. Aktuell stellen fünf Hebammen in Teilzeit im Schicht- und Bereitschaftsdienst eine 24-Stunden-Präsenz sicher. „Die Personalplanung ist sehr schwierig und belastet unsere Mitarbeiterinnen. Viele sind bereits an ihrer Belastungsgrenze angelangt. Deshalb haben wir auch im Beisein von Vertretern des Betriebsrats mit unseren Kolleginnen der Geburtshilfe gesprochen und nach Lösungen gesucht. Letztlich mussten wir uns aber gemeinsam für eine Schließung aussprechen“, sagt Marianne Heurich, Stellvertretende Geschäftsführerin der Asklepios Südpfalzkliniken. Die Zahl der Entbindungen in Kandel lag in den vergangenen Jahren zwischen 230 und 250. Alle betroffenen Hebammen werden im Haus weiterbeschäftigt, entweder in Germersheim oder als Pflegekräfte in Kandel. Chefarzt Dr. Karl Kunz sagt: „Zuletzt ist es uns immer schwerer gefallen, unseren Kreißsaal durchgehend mit Hebammen zu besetzen. Langfristig wirkt sich die angespannte Personalsituation nicht nur auf unsere Mitarbeiterinnen aus. Wir werden auch nicht mehr in der Lage sein, den Schwangeren eine bestmögliche Versorgung zu bieten.“ Die Pflegedirektorin der Kliniken, Jutta Seith verweist auf den schwierigen Arbeitsmarkt, überall in der Region würden händeringend Hebammen gesucht. Bei der Entscheidung wurde berücksichtigt, dass werdende Mütter keine Unterversorgung fürchten müssen. „Schwangere erreichen in einer Entfernung von nur 20 Kilometern neben anderen Kliniken auch unsere Klinik in Germersheim“, so Heurich. „Mit jährlich etwa 800 Geburten verfügt unser Partnerstandort in Germersheim über eine große Expertise in der Geburtshilfe, die den werdenden Müttern und den Neugeborenen zugute kommt“, so Heurich. „Wir haben im Vorfeld über die Erhöhung unserer Kapazitäten gesprochen, und wir sind durchaus in der Lage, die zusätzlichen Geburten in unserer Geburtshilfe durchzuführen“, bestätigt Dr. Stefan Pastor, Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe der Südpfalzklinik Germersheim. Ärztliche und pflegerische Mitarbeiter sind von der Schließung nicht betroffen, da die Abteilung Gynäkologie (Leitung Dr. Karl Kunz) bestehen bleibt, also sämtliche Behandlungen und gynäkologische Operationen weiter anbietet. Außerdem bleibt die gynäkologische Ambulanz geöffnet, wo schwangere Patientinnen weiter betreut werden. „Selbstverständlich wird auch das Brustzentrum weiter betrieben werden, Beckenboden- und Inkontinenzoperationen, onkologische sowie plastische Operationen werden weiter angeboten und erweitert, minimal-invasive Operationstechniken wollen wir zukünftig verstärkt anbieten.“ |rhp/lap