Kreis Germersheim 347 Bäume müssen kontrolliert werden
347 Bäume stehen auf gemeindeeigenen Grundstücken. Wenn beispielsweise ein herabfallender Ast einen Fußgänger verletzt, haften Bürgermeisterin und Gemeinderat für die Schäden. Für die Rechtssicherheit beider Seiten müssen deshalb die Bäume in festen zeitlichen Abständen auf Standfestigkeit und Sicherheit überprüft werden, schreibt das Gesetz vor. Deshalb musste der Gemeinderat über die Bäume im Ort sprechen.
Mit dem Baumgutachter war die Gemeinde nicht zufrieden. Bürgermeisterin Gerlinde Jetter-Wüst (SPD) erinnerte sich an eine Begehung des Friedhofs, als der Gutachter keinen Handlungsbedarf sah und meinte „die Äste fallen von allein runter“. Im Oktober 2018 wurde eine ortsansässige Firma beauftragt und hat die Bäume gezählt, geprüft, mit Nummern versehen und ein Baumkataster erstellt. Etliche Bäume zeigten Mängel in der Standfestigkeit, die Gemeinde muss mit Sicherungsmaßnahmen beginnen. Für die jährlichen Maßnahmen plant die Gemeinde Kosten von 10.000 Euro ein. Aber diese Arbeiten müssen neu ausgeschrieben werden. Bisher, so war von der Vertreterin der Verbandsgemeindeverwaltung Kandel, Julia Breidenbach, zu erfahren, habe es noch keine Ausschreibung gegeben und ob überhaupt zwei Angebote eingingen, sei offen. Kritik kam von der Beigeordneten Thea Weber: 10.000 Euro seien zuviel und Freckenfeld sei die einzige Gemeinde, die mit dem bisherigen Baumgutachter nicht zufrieden gewesen sei. Am Ende war sich der Rat einig, die Maßnahmen zur Verkehrssicherung jährlich neu auszuschreiben und im Frühjahr dann auszuführen. Die jährlichen Kontrollen sollen weiter von der Firma durchgeführt werden. Pro Baum werden jährliche Kosten in Höhe von 3,50 Euro fällig, somit beträgt der jährliche Betrag 1.445,25 Euro für die Überprüfung der Verkehrssicherungspflicht der Bäume. Der Vertrag soll im ersten Schritt auf 2 Jahre abgeschlossen werden. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Sicherungsarbeiten mit einem Umfang von 10.000 Euro auszuschreiben. Fast alle Friedhofsgebühren werden erhöht. Umso sorgfältiger haben die Fraktionen und der Bauausschuss des Rates sowie die Verwaltung jeden Posten geprüft. So kostet die Überlassung einer Reihengrabstätte (das Grab ist also für die vorgesehene Ruhezeit vergeben) 25 Euro mehr, sprich 200 Euro statt bisher 175 Euro. Die drastischste Erhöhung ist für eine Einzelgrabstätte als Tiefgrab von 800 Euro auf 1400 Euro beschlossen worden. Hierbei handelt es sich um die Verleihung des Nutzungsrechts für Wahlgrabstätten. Damit ist es möglich, dass weitere Personen in dem Grab bestattet werden können oder die Liegezeit verlängert werden kann. Neu sind Gebühren von 400 Euro für nicht ortsansässige Personen für Zubettungen in Gräbern. Wer sich zu Lebzeiten ein Grab reservieren lassen will, zahlt 100 Euro pro Person. CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Thürwächter begrüßte die neue Friedhofssatzung und unterstrich die Verantwortung der Gemeinde. So müsse beispielsweise am Müllplatz für Ordnung gesorgt werden. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Neubauer ist es wichtig, dass dem Wunsch, neue Arten der Bestattung geregelt in Anspruch zu nehmen, entsprochen wurde. Beträchtliche Gebührenerhöhungen, so Neubauer, seien vertretbar und entsprächen in etwa den Friedhofsgebühren der Nachbargemeinden. Bürgermeisterin Jetter-Wüst hob hervor, dass jetzt Bestattungen in einem Grab unter einem Baum oder Stauden möglich seien. Ebenso entspreche die Reservierung von Gräbern dem Wunsch der Bürger. Neu im Rat Martin Oswald (36) ist das neue Ratsmitglied für die Freien Wähler. In der ersten Gemeinderatssitzung 2019 verpflichtete ihn Bürgermeisterin Gerlinde Jetter-Wüst mit Handschlag. Richard Schindler, der bisher für die Freien Wähler im Rat saß, habe sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben, teilte Jetter-Wüst mit. Bürgermeisterin und Kollegen dankten ihrem scheidenden Kollegen für knapp 20 Jahre, die Richard Schindler, der Gemeindevertretung angehört.