Kreis DÜW/SÜW Testzentren: Auf der Suche nach Standorten

Schnelltests sollen ab 8. März einmal wöchentlich kostenlos angeboten werden.
Schnelltests sollen ab 8. März einmal wöchentlich kostenlos angeboten werden.

Testen, testen, testen – das Gebot der Stunde neben dem verstärkten Impfen. Dazu werden im ganzen Land Kapazitäten aufgebaut. Für die Bürger im Kreis Bad Dürkheim sollen ab Montag, 8. März, die ersten 16.000 kostenlosen Corona-Schnelltests zur Verfügung stehen. Wie weit sind die Kommunen mit ihren Vorbereitungen?

Jede Kommune entscheidet für sich selbst, ob und wo ein Testzentrum aufgebaut wird, und wie die Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern aussehen soll. Darauf haben sich bei einer Dienstbesprechung am Freitag die Bürgermeister aus dem Kreis Bad Dürkheim und Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) verständigt. Beim Land hat der Kreis nach Angaben von Pressesprecherin Sina Müller eine erste Lieferung von Schnelltests und Schutzausrüstung für die Helfer bestellt, die ab Montag, 8. März, bei der Kreisverwaltung bereitstehen sollen.

Neben 16.000 Schnelltests gehören zu dem Paket: 6800 Schutzmasken, 2750 Schutzanzüge, 32.000 Handschuhe, 320 Kanister mit Desinfektionsmittel sowie 390 Schutzbrillen. Nur diese erste Lieferung, mit der ein Start des Testbetriebs ermöglicht werden soll, werde über den Kreis abgewickelt. Schnelltests und Ausrüstung müssten die Kommunen selbst beim Land nachbestellen. 100.000 Euro hätten die Schnelltests gekostet. Dieser Betrag werde vom Bund erstattet. Die Schutzausrüstung werde kostenlos vom Land geliefert.

Kreisweit rund 60 Freiwillige

Nach Angaben der Sprecherin haben sich auf den Aufruf der Kreisverwaltung, beim Testen mitzuhelfen, bereits rund 60 Freiwillige gemeldet. So schnell wie möglich sollen nun in der nächsten oder übernächsten Woche lokale Testzentren entstehen.

Geplant sei auch, dass auf der Homepage des Kreises in den nächsten Tagen aufgelistet werden soll, an welchen Stellen beziehungsweise bei welchen Ärzten und Apotheken kostenlose Schnelltests angeboten werden.

In den einzelnen Kommunen sind laut Sina Müller die Pläne unterschiedlich weit gediehen. Als Testzentren kämen wegen des wieder beginnenden Schulsports Turnhallen von Schulen nicht in Frage. Mögliche Synergieeffekte über eine Angliederung von Test- an Impfzentren hätten bisher bei den Überlegungen noch keine Rolle gespielt. In einigen Orten bestünden bereits – bisher kostenpflichtige – Test-Angebote von Ärzten und Apothekern. Das soll mit den jetzt kostenlosen Schnelltests erweitert werden.

Haßloch: Rotkreuzhaus im Gespräch

In Haßloch komme das Rotkreuzhaus als Standort in Frage, aber auch über eine Zeltlösung auf dem Pfalzplatz werde nachgedacht. „Der Aufbau der Testzentren steht und fällt mit den Freiwilligen“, sagte Haßlochs Bürgermeister Tobias Meyer (CDU). Sobald klar sei, wie viele Helfer sich auf den Aufruf des Kreises hin melden, könne weiter geplant werden.

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Giorgina Kazungu-Haß hat vorgeschlagen, in Haßloch ein Corona-Testzentrum und im Lambrechter Tal eine mobile Teststation einzurichten. Alle politischen Akteure seien zur Zusammenarbeit aufgerufen. Auf ihre Nachfrage hin seien positive Signale vom DRK in Haßloch gekommen. Es gebe „viele offene Fragen, aber einen starken gemeinsamen Willen“.

Jürgen Vogt, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Haßloch-Meckenheim, bestätigte auf Anfrage, dass derzeit geprüft werde, ob eigene Räume – vor allem das DRK-Haus in der Haßlocher Rotkreuzstraße – für ein Testzentrum in Frage kommen. Mit dem Gesundheitsamt soll dazu Kontakt aufgenommen werden. Beim Aufbau und Betrieb eines Testzentrums sei auch eine Kooperation mit anderen Hilfsorganisationen denkbar. Vogt rechnet damit, dass sich in den Reihen des DRK freiwillige Helfer finden werden. Weitere Mitarbeiter seien aber notwendig. Die Schulungen sollen nicht länger als 30 Minuten dauern.

VG Deidesheim: Standorte unklar

Die Verbandsgemeinde Deidesheim plane mit der Einrichtung von zwei Corona-Testzentren, sagte Verbandsbürgermeister Peter Lubenau (CDU) im Haupt- und Finanzausschuss. Das Land habe die Gemeinden beauftragt, Testzentren einzurichten, um so ein flächendeckendes Testangebot zu ermöglichen. Etliche Punkte seien aber noch offen, so Lubenau und Ursula Reisemann, geschäftsführende Beamtin der Verbandsgemeindeverwaltung. Einzige Vorgabe sei, dass sich die Besucher beim Betreten und beim Verlassen des Testzentrums nicht begegnen dürften, erklärte Lubenau. Er verwies darauf, dass mehrere Ärzte in der Verbandsgemeinde Corona-Tests anbieten. Mit diesen wolle man zusammenarbeiten.

Als Standorte der beiden Testzentren seien die Verbandsgemeinde-Sporthalle in Meckenheim und die Sporthalle in Deidesheim vorgesehen gewesen. Da ab Montag aber wieder Sport erlaubt ist, sei noch nicht klar, ob die beiden Hallen zur Verfügung stehen, so Lubenau. Der Forster Ortsbürgermeister Bernhard Klein (CDU) bot die Felix-Traberger-Halle an. Über die Standorte soll noch entschieden werden, so Lubenau. Positiv sei, dass sich bereits 35 freiwillige Helfer gemeldet hätten. Etwa ein Drittel davon sei medizinisches Personal. Helfer müssen jedoch nicht unbedingt über medizinische Kenntnisse verfügen, da auch einfache Verwaltungstätigkeiten erforderlich seien. Etwa 20.000 Euro werde die Verbandsgemeinde für die beiden Testzentren ausgeben müssen, schätzt Lubenau.

VG Lambrecht: Noch Kapazitäten in Arztpraxen

In der Verbandsgemeinde Lambrecht ist zunächst die Turnhalle der Realschule plus in Lambrecht als Standort für ein Testzentrum gedacht worden. „Wenn aber der Schulsport wieder beginnt, geht das nicht“, sagte Verbandsbürgermeister Gernot Kuhn (CDU). Sinnvoll ist aus seiner Sicht, die Test-Kapazitäten der vier niedergelassenen Ärzte zu nutzen. „Ich bin mit allen in Kontakt, und sie haben derzeit noch Luft.“ Wie sich der Bedarf entwickele, sei schwer zu prognostizieren. Er werde weiter nach einem geeigneten Raum suchen, bis zur Landtagswahl sei das jedoch schwierig, da etliche Räume als Wahllokale gebraucht würden. Ein weiteres Problem sei das Personal. Bisher hätten sich erst drei Helfer gemeldet. Unklar sei bisher, ob diese bereits geimpft sein müssten, bevor sie zum Testen zugelassen werden. Klar sei nur, dass sie als Helfer Anrecht auf eine Impfung haben.

VG Maikammer: Testzentrum im Bürgerhaus

In der Verbandsgemeinde Maikammer laufen die Vorbereitungen für ein Testzentrum ebenfalls auf Hochtouren, sagte Bürgermeisterin Gabriele Flach (CDU). Es soll im Bürgerhaus eingerichtet werden. Eine gewisse Vorlaufzeit sei allerdings nötig. „Wir müssen uns auch darauf vorbereiten, wie wir mit positiven Testergebnissen umgehen.“ Was passiert beispielsweise, wenn ein Bürger, der mit dem Bus gekommen ist, positiv getestet wird? „Für solche Fälle brauchen wir Musterabläufe“, so Flach. Unklar sei auch, wie überprüft werden soll, ob jemand eine Berechtigung für einen kostenlosen Test hat. Den Plänen zufolge soll jeder Bürger sich einmal pro Woche testen lassen dürfen. Keine Sorgen müssen die Maikammerer sich über das Personal machen. „Es haben sich etwa 30 Helfer gemeldet“, informiert Flach. Sie würden jetzt für Schulung und Impfung angemeldet.