Kreis Bad Duerkheim Störche immer unter Beobachtung

Die Störche-App zeigt den Flug von Adebar.
Die Störche-App zeigt den Flug von Adebar.

Auf Manfred Sauters Smartphone sind die Störche los. Genauer gesagt sind die Bewegungsdaten einzelner Tiere über das Satelliten- oder Handynetz nahezu in Echtzeit abrufbar. Möglich macht das die neue App „Animal Tracker“, mit der GPS-Signale, in der Online-Datenbank Movebank gespeichert, sichtbar werden.

Die Technik erfreue sich großer Beliebtheit im Verein und bei Storchenbegeisterten, berichtet der Vorsitzende des fünfköpfigen Vorstands. Der Lachen-Speyerdorfer Verein besteht seit 21 Jahren. 25 Mitglieder hat er derzeit, die neben der Schaffung neuen Lebensraums für Weiß- und Schwarzstorche und dem Aufbau sowie der Pflege von Nistplätzen auch über die Bedeutung des Storchs in Natur und Umwelt informieren möchte. Dazu werden in ständigem Kontakt mit dem Storchenzentrum Bornheim Termine festgelegt, wann Störche beringt und welche besendert werden, um anschließend die Beobachtungen zu ihren Lebensgewohnheiten zu dokumentieren. Im Jahr 2015 hatte die Aktion Pfalz-Storch ein Besenderungsprojekt ins Leben gerufen, bei dem zunächst 26 Störche Sender mit Solarpaneel erhalten hatten, um ihre Lebens- und Wandergewohnheiten und damit verbunden beispielsweise eventuelle Auswirkungen des Klimawandels zu erforschen. Mittlerweile sind es über 60 Störche, die einen der kleinen Sender auf den Rücken geschnallt bekamen, von denen jedoch bereits zahlreiche durch Strommastunfälle, Krankheiten oder Bejagung auf ihren Flügen in die wärmeren Wintergebiete wieder gestorben sind. Der Storchenverein habe drei seiner Störche mit Sendern ausgestattet, berichtet Vereinsmitglied Günter Freytag. Laut Vereinsverzeichnis, in dem die Störche mit Namen, Beringungsnummer zur Erkennung und eventueller Sendernummer aufgeschrieben werden, waren „Jünter“, „Paul“ und „Adebar“ die ersten Testtiere. „Leider hat auch bei uns der Tod zugeschlagen, und nur Adebar ist noch von unserem Ursprungstrio übrig geblieben“, bedauert Sauter. Adebar ist im Moment noch in Spanien auf einer Deponie zugange, wird auf Sauters Smartphone sichtbar. Im Zickzack zeigen übersichtliche rote Linien die Flugverläufe auf der bildlich unterlegten Landkarte an. Die beiden Sender der toten Tiere des Storchenvereins sind an die nächsten Vögel „Jockel“ und „Hannes“ weitergegeben worden. Denn jeder Sender kostet rund 2500 Euro, so dass stets versucht wird, ihn wieder über Naturschutzverbände oder Vogelkundler vor Ort zu bergen und zurückschicken zu lassen. Dass sich die besenderten Störche des Storchenvereins zum Überwintern alle in Spanien aufgehalten haben, ist zwar dank der kürzeren Entfernung energiesparender, aber trotzdem nicht unbedingt üblich, zeigen die Auswertungen der Signale weiterer Vögel. Auch afrikanische Länder wie Marokko, Mauretanien oder Mali werden von den Störchen angeflogen. Als erste zurück sind von den unbesenderten Störchen zwei, die sich als Paar auf dem Nest des Firmengeländes Trautz in Speyerdorf niedergelassen haben, so dass bald Nachwuchs erwartet werden könne, haben Freytags Beobachtungen durchs Teleskop ergeben. Sind die Jungtiere da, werde man sich im Verein nicht nur die alljährlichen Gedanken über Namensgebung, Beringung und Storchenpaten machen, sondern auch Spender für einen weiteren Sender suchen.

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