Nachklapp RHEINPFALZ Plus Artikel Murmeltier müsste man sein

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Von den Freuden eines ausgiebigen Winterschlafs.

Die Haselmaus tut es. Das Murmeltier tut es. Der Igel auch. Und der Siebenschläfer sowieso – kein Wunder, bei diesem Namen. Alle diese Tiere halten einen ausgiebigen Winterschlaf. Spätestens wenn die Blätter fallen, senken sie ihre Körpertemperatur, verlangsamen den Puls und fahren den Stoffwechsel runter. Von Wachpausen abgesehen, die sie hin und wieder einlegen, schlummern die Winterschläfer selig bis zu den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühjahr.

Einfach so von November bis März eine Auszeit nehmen: Ist das nicht beneidenswert? In den Genen des Homo sapiens dagegen ist es leider nicht angelegt, Winterschlaf zu halten. Im Gegensatz zu so manchem Nager müssen die Menschen auch in der kalten und unfreundlichen Jahreszeit ins Hamsterrad. Dabei wäre so eine monatelange Ruhephase, um Herbst und Winter ganz relaxt zu überbrücken, eine traumhafte Vorstellung. Besonders an nasskalten Februartagen.

Ein paar Monate gemütlich in den Federn liegen, vielleicht mal kurz aufstehen, um sich an den Vorräten im Kühlschrank zu bedienen, um dann wieder entspannt weiterzudösen, bis man im Frühling erholt aufwacht – das hat schon was Verlockendes. Und in Zeiten wie diesen käme ein Winterschlaf den Menschen erst recht gelegen. Man stelle sich vor: Die Pandemie einfach verschlafen und die Augen erst wieder aufmachen, wenn auch die Omikron-Welle vorbei ist und wir unser altes Leben wieder haben. Am besten erst bei angenehmen Biergartentemperaturen. Leider ist das alles zu schön, um wahr zu sein.

Die Welt um uns herum im Winterschlafmodus, das Leben auf Sparflamme: Sie meinen, das kennen Sie doch schon aus dem vergangenen Jahr? Richtig: Aber noch einen Lockdown brauchen wir nun wirklich nicht mehr. Dann lieber den ganzen Winter über wach bleiben.

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