Kreis Bad Duerkheim Leserbriefe:

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Eine Angebotsverbesserung ist der Einsatz von Expresszügen mitnichten. Nicht nur Gönnheim wird ausgespart, sondern auch Friedelsheim, Fußgönheim und Maxdorf Süd. Bei letzter Haltestelle muss man zugeben, dass sie nur wenige Hundert Meter von Maxdorf Bahnhof entfernt ist, und somit der Wegfall vielleicht nicht so tragisch ist. Die zusätzlichen Expresszüge bringen in diesen Gemeinden keinen Nutzen, sondern für die Anwohner der Bahnstrecke nur noch mehr zusätzliche Lärmbelästigung. Neu ist, wenn man sich eine Verbindung von Bad Dürkheim nach Friedelsheim anzeigen lässt, über die RNV-App oder im Internet, soll man mit dem Expresszug von Bad Dürkheim nach Ellerstadt fahren, dort umsteigen innerhalb von fünf Minuten und wieder mit der Linie 4 zurück nach Friedelsheim fahren. Wie paradox ist das denn? Wozu haben die ganzen Fahrgastbefragungen geführt, frage ich mich? Hat überhaupt jemand die Bedürfnisse der Fahrgäste berücksichtigt? Sind da auch alle Interessen und Anforderungen angehört worden, wie es zum Beispiel zum Thema Therme in Bad Dürkheim geschieht? Da werden in Workshops und Teams Ideen und Anregungen erarbeitet. Der RNV sollte sich daran mal ein Beispiel nehmen. Es fahren nicht nur BASF-Mitarbeiter mit der Linie 4 oder dem Expresszug, sondern auch Schüler und Senioren. Und die haben nicht unbedingt ein Auto in der Garage stehen, auf das sie notfalls zurückgreifen können. Im Gegenteil: Wenn die Jugendlichen (und natürlich auch andere Fahrgäste) in Zukunft nach dem neuen Fahrplan in der dunklen Jahreszeit aus Richtung Neustadt kommend in Bad Dürkheim umsteigen wollen Richtung Ludwigshafen, müssen sie eine halbe Stunde warten. Das ist sicher nicht kundenfreundlich. Vorher hat das innerhalb weniger Minuten funktioniert. Warteraum? Ist eh Fehlanzeige. Hauptsache, der Fahrplan ist auf die ICE-Anbindung in Mannheim abgestimmt. Ich bezweifle, dass der Großteil der Fahrgäste diese Verbindung nutzt. Schneller sind die Expresszüge übrigens auch nicht. Zumindest im Berufsverkehr kommen die meisten Züge mit über zehn Minuten Verspätung an und fahren unmittelbar hinter der Linie 4 her, die an jeder Haltestelle hält und ja nicht überholt werden kann. Die RNV ist schon seit Jahren unflexibel und starr. Das zeigte sich in der Vergangenheit auch an dem Einsatz der kurzen Züge an Sonntagen, die stark frequentiert sind, wie Stadtfest, verkaufsoffenen Sonntagen und so weiter. Bei Beschwerdeanrufen bei RNV heißt es dann, es sei technisch nicht möglich, die langen Züge einzusetzen. Eine Mitarbeiterin der RNV wusste bei einem Beschwerdeanruf nicht einmal, wo Friedelsheim liegt. „Ist das Richtung Bad Dürkheim?“ kam die Frage am Telefon. Leider haben viele Mitbürger keine andere Wahl oder Möglichkeit und sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Das ist das Schlimme an der Sache. Bleibt zu hoffen, dass sich möglichst viele Fahrgäste beschweren, um vielleicht doch noch etwas zu bewirken. Die angebliche Angebotsverbesserung ist eine Mogelpackung! Mit der Änderung der Abfahrtzeiten der „4“ zwischen Ludwigshafen und Bad Dürkheim hat man den Fahrgästen aus und nach Gönnheim einen Bärendienst erwiesen. Angepriesen als Änderung, mit der sich Zeit einsparen ließe, wich die Begeisterung schnell der Enttäuschung. Als Beispiel: Meine tägliche Bahn morgens um 7.01 nach Ludwigshafen braucht nun sieben Minuten länger. Dafür hat sie jetzt nur noch einen Wagen, so dass bereits ab Maxdorf kein Sitzplatz mehr zu bekommen ist und die Enge in der Bahn spätestens ab Oggersheim Endstelle unerträglich wird. Die Tochter, die wie viele andere Schüler und Schülerinnen mit öffentlichen Verkehrsmitteln täglich von Neustadt nach Gönnheim fahren muss, trifft es noch härter. Die Anschlusszeiten der Züge aus Neustadt in Bad Dürkheim passen nicht mehr mit der „4“ zusammen. Das bedeutet, sie muss nun in Bad Dürkheim mit der neuen Schnellbahn „9“ erst nach Ellerstadt-Ost und von dort nach einer Wartezeit von acht Minuten mit der „4“ zurück nach Gönnheim fahren. Damit ist sie etwa 20 Minuten länger unterwegs, wenn die Bahnen pünktlich kommen! Nach Gesprächen mit Bekannten aus dem Ort weiß ich, dass viele ihre eigene Geschichte zur Umstellung des Fahrplanes beitragen könnten. Der Unmut unter den Betroffenen ist riesig. Ein weiteres Beispiel: Der regelmäßige Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bahnen beträgt jetzt 40 statt vorher 30 Minuten. Das ist doch keine Verbesserung! Zudem hat es die RNV seit der Umstellung nicht geschafft, die neuen Zeiten pünktlich einzuhalten. Von den ersten Tagen gar nicht zu reden. Gestern noch haben ich und andere am Berliner Platz ab 17 Uhr eine ganze Stunde auf eine Bahn nach Gönnheim warten müssen. RNV-Mitarbeiter vor Ort redeten selbst von Chaos nach der Umstellung. Zur Klarstellung: Ich fahre gerne mit der Straßenbahn und habe immer für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel geworben. Doch solange die RNV es nicht schafft, die „4“ für Pendler aus den Orten attraktiv zu machen, werden sich die Fahrgastzahlen nicht erhöhen. Wenn die Hochstraße in Ludwigshafen abgerissen wird, könnte ein Ausweichen auf Bahnen ein echter Vorteil zum Auto bedeuten. Diese Chance sollte die RNV nutzen und das Angebot so verbessern, dass sich die Pendler nicht nur für die Dauer des Umbaus für die Bahn entscheiden. Das wäre nachhaltig und zukunftsweisend. Und nicht – wie jetzt geschehen – wegen weniger Minuten Einsparung mit der Schnellbahn von Ludwigshafen nach Bad Dürkheim bewusst Attraktivität für die Orte aufgeben, an denen diese Bahn nicht hält.

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