Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Was passiert mit städtischer Kita in Dansenberg?

Ein Zeichen der Eltern: An der städtischen Kindertagesstätte Villa Winzig weisen zwei Banner auf die aktuelle Situation hin. „St
Ein Zeichen der Eltern: An der städtischen Kindertagesstätte Villa Winzig weisen zwei Banner auf die aktuelle Situation hin. »Stadtwohl vor Kindeswohl?« und »Stadt gibt Kita auf - Wir sagen nein!« steht darauf.

Große Aufregung in Dansenberg: Wird die Stadt die Trägerschaft ihrer Kindertagesstätte aufgeben? Die Eltern glauben dies nach einem Gespräch mit Vertretern der Verwaltung. Sie reagierten, setzten eine Online-Petition auf. Nun hat sich Oberbürgermeister Klaus Weichel geäußert.

Unter den Eltern der Villa-Winzig-Kinder wurde viel diskutiert, nachdem sie vor einigen Tagen auf einem Informationsabend von Vertretern des Referats Jugend und Sport über die Idee informiert wurden, dass die Stadt die Trägerschaft für die Kita aufgeben könnte. Sie soll an die protestantische Gesamtkirchengemeinde übergehen. Die Villa-Winzig-Kinder würden dann durch die protestantische Kita des Stadtteils betreut. Dass es diese Überlegungen gibt und sie auch kommuniziert wurden, bestätigte Katharina Rothenbacher-Dostert, Referatsleiterin Jugend und Sport, auf Nachfrage bereits in der vergangenen Woche.

Der Grund dafür: Die Einrichtung leiste sehr gute Arbeit leiste, doch durch die Eingruppigkeit machen sich Personalausfälle immer wieder direkt bemerkbar. Vertretungsregelungen bei längeren krankheitsbedingten Ausfällen, bei Schwangerschaften von Erzieherinnen oder beim Wechsel von befristeten oder Teilzeit-Stellen auf eine andere Anstellung, haben laut Stadtverwaltung immer wieder dazu geführt, dass nur mit großem Aufwand und persönlichem Einsatz beispielsweise die Öffnungszeiten aufrechterhalten werden konnten. Daher sei über eine Neuorganisation und die Aufgabe der städtischen Trägerschaft nachgedacht worden. Die an besagtem Elternabend aufgekommenen Ängste „konnten wir ihnen auch nicht ganz nehmen“, obwohl das Jugendreferat davon überzeugt sei, dass der Trägerwechsel kein Nachteil für die Kinder und die Betreuungssituation sei.

Eltern kämpfen für den Erhalt der Kita

Der Elternbeirat um seine Vorsitzende Claudia Opdenwinkel ist besorgt, eine Online-Petition wurde am Wochenende gestartet. Sie wurde bereits von etwa 190 Personen unterzeichnet. Seit Montagmorgen wehen zwei Banner an der Fassade der Villa Winzig, die die Eltern dort aufgehängt haben. Im Aushangkasten vor dem Gebäude wird auf die Situation hingewiesen. „Wir sind natürlich in Sorge, dass uns die Villa Winzig weggenommen werden soll, die seit fast 30 Jahren mit guter Arbeit, einem guten Konzept und viel Engagement besteht. Zum anderen entsetzt uns die Vorgehensweise, dass sowohl die Kita als auch die Elternschaft nicht richtig in die Entscheidung eingebunden wird“, äußerte sie am Montagmorgen. Aus Elternsicht wurden sie erst spät informiert, die Eltern haben in dem Gespräch mit der Verwaltung Alternativen vorgeschlagen, beispielsweise die Einrichtung einer Krippengruppe in der Villa Winzig, die es in Dansenberg bislang nicht gibt, oder die Zusammenlegung mit einer anderen städtischen Kita, um Personal bei Engpässen austauschen zu können. Auf diese sei aber nicht eingegangen worden.

„Uns ist bewusst, dass die Villa Winzig schwer zu verwalten ist. Deswegen haben wir Vorschläge gemacht, um die Kita zu erhalten und auch zeitgemäß zu entwickeln. Unsere Kinder haben feste Bindungen und wir als Eltern sind davon überzeugt, dass diese für ihre Entwicklung wichtig sind. Unsere Vorschläge wurden aber gar nicht richtig aufgenommen“, so Opdenwinkel. „Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir die Villa Winzig noch erhalten können.“

Weichel will Gespräche führen

Den Befürchtungen der Eltern trat nun am Montagnachmittag Oberbürgermeister Klaus Weichel entgegen. „Bis Weihnachten passiert erstmal gar nichts mehr“, berichtete er in einem Anruf. Er wolle in der nächsten Zeit Gespräche mit den Beteiligten führen, die Idee soll solange nicht weiter voran getrieben werden, „bis ich mir ein Bild von der Situation gemacht habe“, erklärte Weichel. „Es gibt zwei Optionen. Entweder es geht weiter wie bisher, dann aber mit allen Problemen, die durch die Eingruppigkeit entstehen oder wir können die Eltern überzeugen, dass es für die Kinder eine gute Lösung ist.“

Ortsvorsteher Franz Rheinheimer (FWG), dessen drei mittlerweile erwachsenen Kinder, selbst die Villa Winzig besucht haben, hatte am Montagmorgen ebenfalls dafür plädiert, dass die Elternschaft „auf jeden Fall gehört werden muss. Ich selbst bin ein Freund davon auf zwei Schienen zu fahren, denn die erstklassige Arbeit, die in beiden Kitas geleistet wird, gibt Eltern auch eine Alternative“. Bei den Eltern der Villa Winzig sei der Eindruck entstanden, dass die Entscheidung schon unumstößlich feststehe, erzählt er: „Aber da muss offen und ergebnisoffen diskutiert werden.“ Die Stadtverwaltung dürfe dies nicht im Alleingang entscheiden. „Wir wollen uns nicht überfahren lassen.“ Diese Gespräche mit allen Beteiligten will Weichel nun führen.

Die protestantische Kita in Dansenberg liegt nur wenige Meter von der stätischen Einrichtung entfernt – am anderen Ende eines Parkplatzes in der Dorfmitte. Sie bietet 62 Plätze und zehn Hortplätze, in einem offenen Konzept.

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