Kolumne Nachspielzeit RHEINPFALZ Plus Artikel Schöne Tore, ein Spielabbruch und ein offensiver Mittelfeldspieler

Glänzte beim FV Kindsbach mit zwei sehenswerten Toren: Philipp Koch (links).
Glänzte beim FV Kindsbach mit zwei sehenswerten Toren: Philipp Koch (links).

Der Fußballfan möchte natürlich vor allem seine Mannschaft siegen sehen. Aber er hofft auch auf das Außergewöhnliche. Vor allem auf Tore. Ist darunter ein Traumtor – umso besser.

Zwei traumhafte Tore

In der Bezirksliga-Partie des FV Kindsbach beim FC Rodalben waren gleich zwei dieser besonderen Treffer zu sehen. Beide erzielte Philipp Koch. Dessen älterer Bruder Andreas, der Spielertrainer des FVK, war begeistert.

Und nicht nur er. Beim ersten Traumtor sah Philipp Koch nach einem Einwurf, dass der gegnerische Torwart an der Strafraumgrenze stand, und schoss den Ball aus 60 Metern direkt ins Tor. Der Schlussmann konnte dem Ball nur noch nachsehen. Kindsbach führte 2:0. Und bei seinem zweiten Traumtor demonstrierte er seine exzellente Schusstechnik bei einem Freistoß, den er gefühlvoll an der Mauer vorbei ins Tor schoss.

Auch wenn die Fußballästheten in dieser Partie zweimal auf ihre Kosten kamen, so war es für Andreas Koch ein Spiel, das sein Nervenkostüm arg strapazierte. Seine Mannschaft gewann zwar am Ende mit 5:4. Aber bis es so weit war, erlebte der Spielercoach eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Für Aufsteiger Kindsbach war es nach zuvor zwei verlorenen Spielen der erste Dreier in der neuen Liga. „Nach diesem Sieg fühlen wir uns befreit“, sagt Andreas Koch, der am Samstag (16 Uhr) im Kerwespiel gegen TuS Bedesbach-Patersbach den zweiten Sieg einfahren will. Vor einer für Bezirksliga-Verhältnisse traumhaften Kulisse. Der Spielertrainer erwartet da „300 bis 400 Zuschauer“.

Unschöner Spielabbruch

Viele hatten sich auf das Kerwespiel des TuS Schönenberg gegen den SV Alsenborn gefreut. Umso größer war die Enttäuschung, dass diese Fußball-Bezirksliga-Partie ein so unschönes Ende nahm. Flautrim Cerimi, der Kapitän des SV Alsenborn, schilderte in einem Gespräch mit dem Schreiber dieser Zeilen, wie es aus seiner Sicht zu dem Spielabbruch kam, und betonte dabei, dass beide Mannschaften das Spiel „sehr fair“ geführt hätten.

Nach einer Elfmeterentscheidung gegen sein Team habe er, so Cerimi, als Kapitän mit dem Schiedsrichter gesprochen und diesen darauf aufmerksam gemacht, dass dem Foulspiel, das mit dem Strafstoß geahndet wurde, ein Foul an einem Alsenborner Spieler vorausgegangen sei. Während des Gesprächs sei er aus den Zuschauerreihen als „Scheißkanacke“ beschimpft worden. Er habe diese ihn sehr verletzende Beleidigung verdrängt und wollte sich wieder auf das Spiel konzentrieren, sagt der in Kaiserslautern geborene Fußballer. Der Elfmeter wurde ausgeführt, und Schönenberg baute so seine Führung in der 73. Minute auf 3:1 aus.

Wenig später sei der Schiedsrichter von seinem Assistenten unterrichtet worden, dass dieser „rassistische Äußerungen“ gehört habe. Daraufhin habe ihn der Unparteiische gefragt, erzählt Flautrim Cerimi, ob er unter diesen Umständen weiterspielen möchte. Er habe für sich dann entschieden, „ein Zeichen zu setzen und nicht weiterzuspielen“. Woraufhin Cerimis Teamkollegen sich mit ihrem Kapitän solidarisch erklärten. „Wenn du nicht weiterspielst, spielen wir auch nicht weiter.“ Flautrim Cerimi hofft nun, „dass der Verband eine gute Entscheidung trifft“.

Solist aus Kamerun

Viele Jahre war Michael Kalckmann als Trainer beim SV Wiesenthalerhof in Aktion. Eine den Verein prägende Zeit. Die Mannschaft war gefürchtet für ihr mutiges Angriffsspiel, und sie war erfolgreich. Nun scheint der erfahrene Coach wieder einen Klub gefunden zu haben, bei dem er seine Idee vom Fußball verwirklichen kann – den VfL Kaiserslautern. Dass er auch dort auf die Offensive setzt, zeigte sich schon in der vergangenen Saison und auch in den ersten drei Spielen der neuen A-Klassen-Runde.

„Wir haben 14 Tore geschossen“, sagt Kalckmann, dessen Team vier dieser Treffer am vergangenen Wochenende gegen die SpVgg Gauersheim erzielte. „Es soll nicht arrogant klingen“, betont der VfL-Coach, „aber wir hätten gegen Gauersheim noch höher gewinnen können.“ An hochkarätigen Torchancen fehlte es nicht. Dass er mit seiner Elf so einen gelungenen Saisonstart mit zwei Siegen und einem Unentschieden hinlegte, führt Kalckmann auf die „geschlossene Mannschaftsleistung“ zurück.

Aber in seiner Truppe gibt es auch einen Solisten mit besonderen Fähigkeiten: Firmin Cecillon, ein Student aus Kamerun. „Er ist wieselflink, technisch stark, und der Ball klebt ihm am Fuß“, beschreibt er den offensiven Mittelfeldspieler, der sich auch auf das Toreschießen vortrefflich versteht. Gegen Gauersheim gelangen ihm zwei Treffer. Seinen ersten Soloauftritt mit erfolgreichem Abschluss zeigte er in der 39. Minute, seinen zweiten in der 81. In der Tabelle, die Kalckmann als noch nicht allzu „aussagekräftig“ bezeichnet, rangiert nur die SG Siegelbach/Erfenbach, die dreimal voll punktete, vor dem VfL.

Zu diesem Konkurrenten hat Kalckmann eine familiäre Verbindung: Sein Sohn Marc-Maurice spielte dort. Anfang November, wenn der VfL auf die SG trifft, kommt es also zu einem Vater-Sohn-Duell. Darauf freut sich Michael Kalckmann und hofft, dass beide Teams auch da noch ganz oben in der Tabelle stehen. Peter Knick

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