Kaiserslautern Roachhouse: Konzert mit Djulia und Titus Waldenfels

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Musikalische Verführung auf höchstem Niveau: Am Donnerstagabend luden Allround-Gitarrist Titus Waldenfels und die regional bekannte Chanteuse Julia Jung alias Djulia zur gemeinsamen Session im Roachhouse. Dort servierten sie musikalische Leckerbissen aus allen Genres und verzauberten ihr Publikum mit präziser Fingerfertigkeit und viel Feingefühl.

Titus Waldenfels ist eine One-Man-Kapelle der Extraklasse. Auf unzähligen, teilweise kuriosen Saiteninstrumenten übernimmt er ganz mühelos die Arbeit von vier Musikern gleichzeitig und lässt es dem akustischen Endprodukt noch nicht einmal anmerken. Er schrubbt die Harmonien auf Hawaiigitarre, Banjo oder Strohgeige mit viel Verve, fügt mit beeindruckender Fingerarbeit parallel einige taktsichere Schlageinsätze bei, zieht die tiefen Laute mit seine Füßen, trotz festem Schuhwerk, aus der auf dem Boden liegenden Bassgitarre und würzt das Gefüge mit ausgeklügelten Soli. All das und mehr bekamen die Anwesenden bei den vielen Instrumentalstücken im Repertoire zu hören wie Django Reinhardts belebendem Standard „Minor Swing“. Mit grazilem Glissando und imponierender Leichtigkeit, zupfte, steppte und schwebte Waldenfels über den Saiten. Ein überragendes Gespür und eine geniale Technik sind sein Metier. Spektakulär wurde es, als der Virtuose seine Effekt-Geräte zum Einsatz brachte. Brillant wirkte das, was der Gitarrist zu Nancy Sinatras 60er-Jahre-Klassiker „These Boots Are Made For Walkin’“ beizusteuern wusste. Mit dem Bottleneck produzierte er geschmeidige Slide-Töne und variierte das Ganze im Vibrato auf erstaunlichsten Tonhöhen. Doch die One-Man-Band bekam an diesem Abend in Sachen musikalischer Finesse Konkurrenz am Mikrofon. Schmeichelnd umgarnte Sängerin Djulia mit ihrer sanft-verruchten Stimme den gesamten Raum während des Cissy-Kraner-Evergreens „Aber der Novak lässt mich nicht verkommen“. Sie kostete jeden Ton in Hildegard Knefs „Ich möchte am Montag mal Sonntag haben“ hörbar aus und verfiel nahezu in Ekstase bei Duke Ellingtons Jazz-Furioso „Caravan“, bei dem sie auch noch täuschend echt eine Trompete imitierte. Das Publikum war ausnahmslos hingerissen, ebenso wie Waldenfels selbst. Von so viel Können, Schwung und Charme darf es ruhig mehr sein.

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