Kaiserslautern Oberbürgermeister besorgt wegen hoher Corona-Fallzahlen

Oberbürgermeister Klaus Weichel fordert dazu auf, die Kontakte so weit wie möglich einzuschränken.
Oberbürgermeister Klaus Weichel fordert dazu auf, die Kontakte so weit wie möglich einzuschränken.

Das Coronavirus breitet sich in Kaiserslautern weiter aus. 480 Menschen sind aktuell infiziert. Am Sonntag erreichte die 7-Tage-Inzidenz einen kritischen Wert. Sollten die Fallzahlen weiter steigen, schließt Oberbürgermeister Klaus Weichel drastischere Maßnahmen nicht aus.

„Wenn das Infektionsgeschehen diffus wird, müssen die Bürger auch in Kaiserslautern mit einer Ausgangssperre oder der Beschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer rechnen“, sagte Weichel am Dienstag der RHEINPFALZ. „Ich bin sehr besorgt, weil die Zahlen trotz des harten Lockdowns weiter steigen“, so der Verwaltungschef. Er befürchtet, dass sich die Menschen vor allem bei ihren privaten Kontakten noch nicht genügend einschränken. Zumal es im öffentlichen Raum keine erkennbaren Verstöße gebe. Die Fallzahlen hätten sich innerhalb weniger Tage verdoppelt. Weichel verweist auf Worms. Dort wird die 15-Kilometer-Regel bereits umgesetzt. In der Nibelungenstadt lagt die 7-Tage-Inzidenz zuletzt bei 326, landesweit haben sich im Schnitt, bezogen auf 100.000 Einwohner, 132 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

7-Tage-Inzidenz kritisch

Am Dienstag lag die 7-Tage-Inzidenz in Kaiserslautern bei 182, am Sonntag sogar bei 195. Ab einer Inzidenz von 200 können Kommunen zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen, wie Weichel betont. „Die Kommunen haben die Freiheit, das lokale Infektionsgeschehen auf Grund der Umstände und der Kenntnisse vor Ort selbst einzuschätzen“, erläutert der Oberbürgermeister. „Von dieser individuellen Betrachtungsweise hängt ab, ob wir weiterführende Maßnahmen einführen. Der Grenzwert ist hierbei natürlich ein Faktor, jedoch nicht allein maßgeblich.“

Viele Fälle in Seniorenheimen

Momentan sei das Infektionsgeschehen zwar hoch, aber gut lokalisierbar. „Die hohe Inzidenz ist im Moment vor allem größeren Ausbrüchen in Seniorenheimen geschuldet. Aus einer solchen Lage heraus ergibt es keinen Sinn, der kompletten Bevölkerung eine Bewegungseinschränkung aufzuerlegen.“ Insgesamt soll es in Seniorenheimen 70 Coronafälle geben, davon allein 50 im Heim Kessler Handorn. Dort sind aktuell 20 Bewohner und 30 Mitarbeiter positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Das Gleiche gelte aber genauso umgekehrt, so Weichel. „Wenn wir bei der Betrachtung des lokalen Infektionsgeschehens gemeinsam mit dem Gesundheitsamt zu dem Schluss kommen, dass eine bestimmte Maßnahme sinnvoll ist, dann werde ich diese sicher nicht ablehnen, nur weil wir einen allgemeinen Grenzwert knapp verfehlt haben.“

Weichel appelliert an die Bürger, Kontakte soweit wie möglich zu reduzieren. Er setze derzeit weitgehend auf Telefon- und Videokonferenzen. „Nur wenn wir uns alle an das Gebot der Stunde halten, kann es gelingen, die Infektionszahlen zu reduzieren.“

Froh ist Weichel, dass es im Impfzentrum gut läuft. „Das ist professionell organisiert, darauf bin ich stolz.“ Auf die Anzahl der Impfungen habe er keinen Einfluss, das werde alles zentral festgesetzt. Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, könne der Betrieb sofort hochgefahren werden.