Kaiserslautern
Neu am Pfalztheater: Schauspieler Stefan Migge
Ob Vorbilder im Elternhaus, Förderer in Schulen oder Idole im Umfeld – fast immer sind ihnen bestimmte Lebenswege zu verdanken. So auch der Berufsweg von Stefan Migge. 1980 in Wiesbaden geboren, lernte er die Welt des Schauspielens beim theateraffinen Kunstlehrer kennen. Er leitete die Theater-AG und ging mit ganzen Klassen zu Theateraufführungen. Noch heute schwärmt Migge: „Dort bei den Theatertagen fing ich Feuer, weil ich diese aufregende Spannung auf und hinter der Bühne erlebte“.
Die Lust darauf blieb. Nach Abitur und Zivildienst versuchte Migge sein Glück für einen Ausbildungsplatz seines Traumberufes. Eine Weile ging es bundesweit kreuz und quer zum Vorsprechen. Geklappt hat es ab 2004 bis 2007 dann ausgerechnet „ums Eck rum“ an der Schauspielschule Mainz. Gern erzählt er vom Schauspielstudio, vom praxisnahen Studium in einem normalen Theaterprogramm eines jeweils kooperativen Hauses. So kam er nach Darmstadt. Von da ging es gen Osten.
Dreiländereck im Osten
Sein erstes Festengagement erhielt er 2007 am Haus des Theaters und der Philharmonie Thüringen in Gera. Es folgte das Vierspartenhaus Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau, dann das Theater Chemnitz, bis er 2017 nach Essen an Theater und Philharmonie Essen wechselte. Zeiten schönster und anspruchsvollster Rollen, darunter Hamlet und Caligula. Befragt nach Unvergesslichem jener Jahre, erzählt Migge vom grenzüberschreitenden Austausch im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, jenen Gastspielen unter polnischen Regisseuren. Allen voran Bogdan Koca, der ihm die Rolle des Hamlets zutraute. Übrigens mit preisgekröntem Erfolg. „Ich kann nur sagen: eine kulturell bereichernde Erfahrung, sich da auf Shakespeare einzulassen.“
Doch auf derartige Kost lässt sich Migge nicht festlegen. Im Gegenteil. Der Mittvierziger spielt jedes Genre und favorisiert deswegen die Bandbreite an Stadttheatern. Das erfüllt ihm nun traditionsreich und publikumsnah der hiesige Musentempel. Übrigens mit privater Nebenwirkung. Denn das Pendeln nach Essen hat ein Ende. Lebt er doch bereits seit der Spielzeit 23/24 mit seiner Lebensgefährtin und Mutter seines Kindes, der Schauspielerin Maria Schubert, hier. Sein Bühnendebüt am Pfalztheater gibt Migge Mitte Januar im Stück „Mamma Medea“, inszeniert vom Lauterer Schauspieldirektor Stephan Beer.