Kaiserslautern Netzwerker am Nil

Parallel zum Festival der zeitgenössischen Künste hatte das Goethe-Institut Kairo Gespräche mit einem Architekten und Stadtplaner, einer Choreographin und anderen Künstlern organisiert. Sie unterstützen das D-CAF direkt oder indirekt. Man lernte ein Netzwerk kennen, dessen Protagonisten alles andere als verzagt auf die Situation im Land reagieren. Im Gegenteil. Sie wissen, dass sie sich nur auf sich selbst verlassen können, und machen wie Mahmoud Refat das Beste daraus. Der Elektronik-Musiker und Gründer des Labels 100Copies kuratiert das Musikprogramm des D-CAF und sorgte unter anderem dafür, dass Yasmine Hamdan ein Konzert gab. Im Westen kennt man die libanesische Sängerin und Songwriterin spätestens seit ihrem Auftritt in Jim Jarmuschs „Only Lovers left alive“, in Kairo ist sie weit mehr als eine Sängerin. Das „moderne Gesicht der arabischen Musik“ war für das junge Kairoer Publikum, das täglich in die Veranstaltungen des D-CAF strömte, Verheißung und Versprechen zugleich. Eine wie sie signalisiert: Es gibt eine andere Welt jenseits der Tristesse, der ihr gerade ausgesetzt seid. Fragt man Mahmoud Refat, warum Yasmine Hamdan sich zu diesem einmaligen Auftritt bewegen ließ, meint er nur „Kairo“. Die Stadt sei nun Mal sehr attraktiv für Musiker. Das gilt übrigens auch für andere Künstler und Menschen, die sich zum Beispiel für die wunderschönen, aber hoffnungslos verwahrlosten Art-déco-Häuser in der Kairoer Innenstadt interessieren. Wie man mit wenig Mitteln derart gefährdete Innenräume sanieren kann, zeigte Hana el Bayaty, die stellvertretende Leiterin eines nicht weit vom Tahrir-Platz entstehenden Filmzentrums, während einer Führung. (jüb)

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