Kaiserslautern
Kita Villa Winzig gerettet
Oberbürgermeister Klaus Weichel hatte sich im November eingeschaltet, als klar wurde, dass Eltern einen Trägerwechsel so einfach nicht hinnehmen wollen. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ stellte der Oberbürgermeister jetzt noch einmal heraus, wieso es überhaupt zu den Überlegungen kam, die städtische Kita aufzugeben und unter die Regie der protestantischen Kita in Dansenberg zu stellen. Das hatte vor allem mit Problemen bei der Personalsteuerung zu tun, erläuterte Weichel. Bei so einer eingruppigen Kita sei es immer schwer, schnelle Lösungen zu finden, wenn beispielsweise krankheitsbedingt eine Erzieherin ausfalle. Abhilfe könnten hier in Zukunft Springerstellen schaffen, die es bislang nicht gab, die aber in Planung sind. Für alle Kitas in der Stadt seien fünf Stellen vorgesehen. Springer sollen auch kurzfristig zum Einsatz kommen.
Am Ende doch Elternwille gefolgt
Weichel sagte, im Fall der Kita Villa Winzig sei jetzt dem Elternwillen entsprochen worden. Eine Eingliederung in die protestantische Kita sei nicht gewollt gewesen, „weil die ein anderes pädagogisches Konzept verfolgen“. Daraufhin habe es Diskussionen mit den Einrichtungen in Hohenecken und am Davenportplatz gegeben. Weichel betonte, er habe in der Sache intensive Gespräche geführt. Jetzt bleibe alles wie es war, mit „allen Konsequenzen“.
Der Dansenberger Ortsvorsteher Franz Rheinheimer ist froh. „Das ist endlich mal eine richtig gute Nachricht.“ Die Volksseele in dem Vorort mit seinen 2700 Einwohnern habe gekocht. „Wir wollten uns die Kita nicht nehmen lassen.“ Jetzt bleibe es bei zwei Kitas, damit hätten die Eltern weiterhin eine Wahl. Das sei gut so. „Eltern können entscheiden, was ihnen für ihr Kind lieber ist, die Kleingruppe oder die Einrichtung mit drei Gruppen.“ Geht es nach Rheinheimer, soll die Kita Villa Winzig jetzt über erweiterte Öffnungszeiten bis 17 Uhr nachdenken. Bislang war um 15.30 Uhr Schluss. „Die Gesellschaft verändert sich, Anforderungen verändern sich, darauf müssen wir reagieren“, so Rheinheimer. Der Ortsvorsteher kann sich auch andere Lösungen als nur Springer vorstellen, wenn es mal wieder zu Engpässen in der städtischen Kindertagesstätte kommt. „Wir können uns auch vorstellen, eine Kraft auf 450-Euro-Basis einzustellen, jemand mit Erfahrung aus dem Ort.“ So könnten auch plötzliche Ausfälle kompensiert werden.
Der Protest war heftig
Rheinheimer sagte weiter, der Einsatz der Eltern für die zweite Kita im Ort habe sich gelohnt. Das freue ihn. Mitglieder des Elternausschusses hatten Transparente an der Kita aufgehängt. Darauf war unter anderem zu lesen: „Stadtwohl vor Kindeswohl“ und „Stadt gibt Kita auf. Wir sagen nein.“ Auch eine Online-Petition war gestartet worden. Die Stadtverwaltung hatte anfangs argumentiert, die Kita leiste sehr gute Arbeit. Aber gerade bei krankheitsbedingten Ausfällen sei es oftmals schwierig, die Öffnungszeiten aufrechtzuerhalten.