Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kinder retten Mann vor dem Ertrinken im Gelterswoog

Der Schwimmbereich des Sees wird durch Bojen markiert. Was dahinter liegt, wird nicht mehr überwacht. Im hinteren Bereich des Se
Der Schwimmbereich des Sees wird durch Bojen markiert. Was dahinter liegt, wird nicht mehr überwacht. Im hinteren Bereich des Sees ist das Schwimmen wegen Naturschutzes gar nicht gestattet. Dort hat sich der Mann aufgehalten, als er in Not geriet.

Das beherzte Eingreifen einiger Kinder dürfte einem Mann am Sonntag das Leben gerettet haben: Die jungen Kanuten hatten einen Schwimmer im gesperrten Naturschutzgebiet des Sees bemerkt, der in Not geraten war. Kurz darauf verlor der Mann das Bewusstsein.

„Die Kinder sind am Sonntagnachmittag relativ weit draußen auf dem See mit dem Kanu gefahren“, berichtet eine Mutter, die der Paddlergilde angehört, aber nicht namentlich genannt werden will. Bei den Kindern habe es sich um die jüngste Paddler-Gruppe gehandelt, alle zwischen acht und zehn Jahren alt. Sie waren es, die den Mann im Wasser entdeckt haben – in einem Bereich, der unter Naturschutz steht und in dem sich eigentlich keine Schwimmer aufhalten dürfen.

„Der Mann hat wild gewunken, das kam den Kindern merkwürdig vor“, berichtet die Mutter. Die Kinder seien nicht sicher gewesen, ob der Mann spiele oder wirklich in Not sei, wollten es abklären und seien hingepaddelt. Dort sei ihnen sofort klar geworden, dass sich der Mann in Lebensgefahr befinde, er sei immer wieder unter Wasser getaucht, haben die Kinder ihren Eltern später berichtet. „Die Kinder haben angefangen, ganz laut um Hilfe zu schreien“, erzählt die Mutter.

Erwachsene hören Schreie der Kinder

Sie hätten dem Mann ein Paddel zum Festhalten gereicht, doch dazu sei dieser nicht mehr in der Lage gewesen. Den Kindern selbst habe die Kraft gefehlt, den Mann aus dem Wasser zu ziehen. Nachdem sie das Schreien der Kinder gehört hatten, seien mehrere Erwachsene zur Hilfe geeilt, darunter die Leserin, die sich bei der RHEINPFALZ gemeldet hat. Sie hätten versucht, den Kopf des Mannes über Wasser zu halten. Dieser sei zu diesem Zeitpunkt schon bewusstlos gewesen. „Es war so schwer, ihn aus dem Wasser zu holen“, erzählt die Frau weiter. Hier seien auch die Gäste aus dem FKK-Bereich zur Hilfe geeilt.

Bis der Krankenwagen eintraf, habe sie Erste Hilfemaßnahmen unternommen. Dabei habe sie gemerkt, dass der Mann stark nach Alkohol gerochen habe. Das sei einer der Gründe, warum sie sich bei der Zeitung gemeldet habe: „Man muss mit Alkohol aufpassen und sollte nicht alkoholisiert Schwimmen gehen“, warnt sie. Irgendwann habe der Mann gehustet und sei wieder zu sich gekommen.

Schwimmer hätte nicht dort sein dürfen

Dass ihn die Kinder gesehen haben, sei ein großer Zufall gewesen, betont die Mutter. Denn in dem Gebiet, in dem sich der Mann befand, hätte er sich überhaupt nicht aufhalten dürfen. Wie der Mann dorthin kam, ließ sich nicht klären. Auf Nachfrage beim Strandbad bestätigte Pächter Boris Zeller, dass es einen Vorfall im Naturschutzbereich gegeben habe. Dieser sei vom Strandbad aus nicht einsehbar, zudem dürften sich dort keine Personen aufhalten, betont Zeller. Der Abschnitt des Sees, den der Bademeister des Strandbads überwache, sei klar durch Bojen ausgewiesen. Der restliche See gehöre nicht dazu.

„Den Mann zu retten war eine absolute Teamleistung“, berichtet die Leserin mit Rückblick auf die Ereignisse am Sonntagnachmittag. Sie findet es beachtlich, was die Kinder geleistet haben. „Später haben alle geweint“, berichtet sie von dem Moment, als die Anspannung abgefallen sei.

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