Kaiserslautern Kim Herzog nicht zu stoppen
Die Ramsteiner Kickboxer sind zurück aus Orlando, USA. Sie waren als Teilnehmer zur Weltmeisterschaft der WKU (World Kickboxing and Karate Union) gereist (wir berichteten). Als Champions sind sie Anfang der Woche wieder in der Pfalz angekommen. Drei Weltmeistertitel, zweimal Silber und einmal Bronze hatten sie im Gepäck.
Vor allem der Chef der Truppe, Kim Herzog, war in Orlando nicht aufzuhalten. Eigentlich wollte sich der 37-Jährige nicht mehr mit den deutlich jüngeren Aktiven messen, wollte sich rein auf die Kämpfe bei den Veteranen konzentrieren. Es kam anders und es kam gewaltig. Herzog, der in Deutschland die Qualifikation bis 60 kg locker geschafft hatte, trat in Orlando doch noch einmal bei der absoluten Spitze im Leichtkontakt an und ließ sich von niemandem aufhalten. Er gewann die Kämpfe gegen Kickboxer aus Mexico, Kanada, Irland, Libanon und den USA. Am Ende stand er ganz oben auf dem Siegerpodest. Das zweite Weltmeister-Gold geht ebenfalls auf sein Konto. Mit dem deutschen Team zog Herzog ins Finale ein. Dort sah er sich mit einem Kontrahenten aus England konfrontiert, der locker 95 Kilo auf die Waage brachte. „Im Team wurde ohne Gewichtsklassen gekämpft. Jedes Land stellte seine fünf besten Kämpfer auf“, erklärte der Weltmeister seinen Coup. Mit 3:0-Kampfrichterstimmen besiegte Herzog den mächtigen Engländer. Gold war Deutschland nicht mehr zu nehmen. „Ich wollte unbedingt zeigen, dass ich noch nicht zum alten Eisen gehöre, deshalb habe ich bei den Jungen mitgemacht“, gestand Herzog den Ehrgeiz, der ihn antrieb. Die Veteranen-Kämpfe, in der er im Pointfighting bis 70 Kilo seinen Mann stand, schlossen sich an. Mit zweimal Silber, einmal im Einzel und wieder mit der Mannschaft, ging er aus diesem Wettbewerb und gab zu, dass „die Luft und die Konzentration in den beiden letzten Finalkämpfen“ raus gewesen sei. Die dritte Goldmedaille holte mit Zoé Herzog seine Tochter, die in der U13 bis 25 Kilo als Titelverteidigerin auf die Matte musste. 2015 hatte Zoé etwas überraschend in Spanien den Titel geholt und nach starken Kämpfen souverän verteidigt. „Zoé setzte sich gegen alle Top-Nationen durch. Sie hat ganz stark gekämpft“, lobte der Papa und Trainer den Auftritt der erst Neunjährigen. Den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft sicherte sich zudem Luca Kallmayer in der Klasse bis 55 Kilo. Mit gestärktem Selbstbewusstsein fuhren die Ramsteiner weiter nach Palm Beach auf die Martial Arts Expo. „Das Turnier hat unsere Erwartungen um Längen übertroffen, wir haben uns ein zweites Mal mit den Besten gemessen“, schwärmte Teamchef Herzog von dem hochkarätigen Turnier. Dort gab es dann zum Abschluss einen Mannschaftskampf mit einem Finale, in dem das „Team Ramstein“ dem „Team USA“ gegenüber stand. Die Ramsteiner Torben Sprengard, Luca Kallmayer, Sebastian Sanchez, Zoé und Kim Herzog unterlagen knapp mit 24:25. Luca Kallmayer und Sebastian Sanchez kämpften sich beim Turnier in Palm Beach im Einzel noch ins Finale der Schwarzgurtklasse. Kallmayer entschied dieses für sich. Sprengard belegte einen hervorragenden zweiten Platz.