Kaiserslautern
Fragen und Antworten zur Zukunft des Fritz-Walter-Stadions
Zurzeit zahlt der FCK eine reduzierte Pacht von 625.000 Euro für das Stadion. Die Vereinbarung gilt bis Juni 2022. Hat diese Vereinbarung auch in der Regionalliga Bestand?
Nein, teilt Oberbürgermeister Klaus Weichel auf Anfrage mit. Die aktuell gültige Vereinbarung regele die Höhe des Pachtzinses für den Spielbetrieb in der Ersten und Zweiten Bundesliga sowie in der Dritten Liga. Steigt der FCK in die Regionalliga ab, greife der ursprüngliche Pacht- und Betreibervertrag. „Demnach ist für die Teilnahme am Spielbetrieb der Zweiten Fußballbundesliga oder einer niedrigeren Spielklasse eine jährliche Pacht in Höhe von 2,4 Millionen Euro fällig“, so die Stadt. Dazu kommen die Betriebskosten, die sich laut FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt auf 1,5 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Wie Voigt und Weichel bestätigen, laufen seit Anfang des Jahres Gespräche zwischen dem FCK und der Stadiongesellschaft, um zu sondieren, ob und zu welchen Konditionen der Verein auch im Falle eines Abstieges in die Regionalliga im Fritz-Walter-Stadion spielen kann. Ergebnisse gebe es derweil noch nicht.
Damit der FCK auch in der Regionalliga im Fritz-Walter-Stadion spielen kann, wäre womöglich eine weitere Reduzierung der Stadionmiete oder ein finanzielles Entgegenkommen der Stadt erforderlich. Gibt es bereits einen konkreten Vorschlag vonseiten des Vereins?
Wie der Oberbürgermeister erläutert, liegen bislang noch keine Anträge des FCK auf Verringerung oder Aussetzung der Pacht vor. Ob die Stadt dem Verein im Abstiegsfall entgegenkommt, sei es mit einer weiteren Mietreduktion oder anderen finanziellen Hilfen, entscheiden die Gremien der Stadiongesellschaft und der Stadtrat.
Müsste die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion einem Entgegenkommen der Stadt zustimmen?
Schon als es 2020 darum ging, die Stadionpacht auf die aktuell gültigen 625.000 Euro zu drücken, bedurfte es intensiver Gespräche zwischen Oberbürgermeister Klaus Weichel und Thomas Linnertz, dem Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die den Haushalt der verschuldeten Stadt genehmigen muss. Damals wurde der Stadt ein Sonderzuschussbudget eingeräumt, um den Mietausfall der Stadiongesellschaft auszugleichen. Dieses Budget läuft außerhalb der sogenannten freiwilligen Leistungen, mit denen die Stadt beispielsweise Schwimmbäder finanziert oder Sportvereine oder Kultureinrichtungen bezuschusst. Würde die Stadionpacht nun weiter reduziert, entsteht ein Fehlbetrag bei der Stadiongesellschaft. Der müsste durch die Erhöhung der Kapitalzuführung der Stadt an die Stadiongesellschaft aufgefangen und im städtischen Haushalt abgebildet werden. Das bedeutet, das Geld müsste aus dem Topf der freiwilligen Leistungen genommen werden. Dafür müsste die Stadt aber entweder Mehreinnahmen generieren oder weniger Geld für andere Dinge in diesem Bereich ausgeben. „Eine Ausnahme von diesem zwingenden Erfordernis bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde“, so Weichel.
Gibt es Pläne für eine alternative Nutzung des Fritz-Walter-Stadions, falls der FCK künftig nicht mehr dort spielt oder der Spielbetrieb mit einer weiteren Nutzung kombiniert wird?
Die gibt es: Im Januar 2020 hatte das Beratungs- und Planungsunternehmen Drees & Sommer dem Stadtrat Überlegungen für eine alternative Nutzung des Stadions und des Umfeldes präsentiert. Ausgangspunkt der Planungen war, wie berichtet, eine moderne Raum- und Büronutzung zusätzlich zur Spielstätte bei einer unveränderten Sitzplatzkapazität. Die Überlegungen sahen im Stadionumfeld auch Wohnen, gewerbliche Nutzung, ein Hotel mit Spa, Kinderbetreuung und Veranstaltungsflächen vor. Im weiteren Umfeld wären Stadtvillen, seniorengerechtes Wohnen und eine Kindertagesstätte denkbar. Abhängig davon, welche Planungen umgesetzt werden, könnten die Veränderungen aber Auswirkungen auf die Zuschauerkapazität des Stadions haben, so die Stadt. „Der reine Spielbetrieb wird nicht tangiert.“
Ob eine solche Lösung zum Tragen kommt oder ob das Areal um das Stadion vermarktet wird, „entscheiden zu gegebener Zeit die Gremien der Stadiongesellschaft und der Stadtrat“, teilt der OB mit. „Die Frage nach Interessenten stellt sich erst bei einer Vermarktung.“
FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt hat die Idee ins Spiel gebracht, als weitere Einnahmequelle zusätzliche Konzerte im Stadion zu veranstalten. Ist das denkbar?
Vertraglich ist der FCK berechtigt, Konzerte im Stadion zu veranstalten, so die Stadt. Die Anzahl der Konzerte sei auch nicht limitiert. Wie berichtet, wurden aber bereits 2019 bei der Planung des Mark-Forster-Konzertes, das bislang auf den 10. Juli terminiert ist, Auflagen etwa bei der Entfluchtung und dem Lärmschutz thematisiert, die die Durchführung von Konzerten im Fritz-Walter-Stadion erschweren. Bei dem Konzert des Deutschpop-Stars aus dem nordpfälzischen Winnweiler soll eine spezielle Lautsprecher-Anlage zum Einsatz kommen, um Grenzwerte nicht zu überschreiten.
Im schlimmsten Fall: Ist ein Abriss des Stadions denkbar?
Was für viele Kaiserslauterer wohl kaum vorstellbar wäre, ist trotz der aktuell schwierigen Situation, in der sich der FCK befindet, laut Stadtverwaltung keine Option. „Gegenwärtig stellt sich diese Frage nicht“, heißt es aus dem Rathaus zum Thema Abriss der Spielstätte.
