Kaiserslautern Filmreife Gute-Laune-Musik: Intergalactic Lovers im Cotton Club

Hier stimmt das Attribut charismatisch: Sängerin Lara Chedraoui von Intergalactic Lovers singt im Cotton Club.
Hier stimmt das Attribut charismatisch: Sängerin Lara Chedraoui von Intergalactic Lovers singt im Cotton Club.

Aus Belgien kommen nicht nur berühmte Comics und gute Schokolade. Aus dem Nachbarland stammt auch eine ganze Reihe bekannter Musiker und Bands: Jacques Brel zum Beispiel, Technotronic, Helmut Lotti – und die Gruppe Intergalactic Lovers. Die ist zwar lange noch nicht so prominent, hätte aber wohl durchaus das Zeug dazu. Am Freitagabend gastierte die Indie-Band im Cotton Club der Kammgarn.

Zuvor aber gab es zum Aufwärmen erst einmal den Auftritt der Solo-Künstlerin Shitney Beers. Die junge Singer-Songwriterin mit dem launigen Künstlernamen hatte es nicht gerade leicht, nur mit Gitarre und Stimme das Stimmungseis im nicht allzu großen Publikum zu brechen. Ihre sparsam arrangierten Songs mit zum Teil extra-langen Soli bewegten sich meist auf verschlungenen melancholichen Pfaden mit unterschwellig wirkender Kraft und tiefer gründenden Botschaften.

Erst ganz zum Schluss ihres Auftritts ließ es Beers regelrecht punkiger werden. Das musikalische Gesamtpaket plus die lockeren Ansagen wirkten schließlich. Und mit dem letzten Ton der kompakten Indie-One-Woman-Show war der Boden bereitet für das Quintett aus Belgien.

Das Quartett als Quintett

Ja, es waren tatsächlich fünf Mitglieder, obwohl die Intergalactic Lovers allenthalben nur als Quartett angekündigt wurden. Außer Sängerin Lara Chedraoui, Gitarrist Maarten Huygens, Bassist Raf De Mey und Schlagzeuger Brendan Corbey trat nämlich noch der neu hinzugekommene Keyboarder – und auch Saitenvirtuose – Floris De Decker auf. Und der sorgte innerhalb des ohnehin schon starken Band-Sounds, der unter anderem schon in belgischen Film- und Fernsehproduktionen verwendet wurde, für zusätzliche Treibsätze.

Alles zusammen ergab nun auch hier eine energetische Melange, die sich unverzüglich ins Publikum übertrug. Allen voran die – verdientermaßen einmal so genannte – charismatische Sängerin Lara Chedraoui, die in vorderster Bühnenlinie die Kräfte zusammenhielt. Dahinter agierten ihre vier in jeder Hinsicht konzentrierten Musiker zusammen mit dem erwähnten Keyboarder in zugleich tragender als auch antreibender Position. Das ergab ständig fließende Energie, das riss mit, das machte sichtlich auch gute Laune im Publikum.

Eine gute Atmosphäre herrscht

Die gute Atmosphäre lag wohl auch an den gut aufgelegten Bandmitgliedern selbst, die froh zu sein schienen, nach langer Zeit des künstlerischen Stillhaltens endlich wieder auf Tour gehen zu können. Und vielleicht lag es auch an der Stadt und der Location selbst, dass man sich hier besonders wohlfühlte. Denn Aalst, die Heimatstadt der Intergalactic Lovers, ist mit Kaiserslautern vergleichbar. Auf jeden Fall hob sich die Stimmung unter den dann auch gerne mitgehenden Leute im Cotton Club mit ausgeklügelten und mit vielen „Good Vibrations“ auf die Bühne gebrachten Titeln wie „Northern Road“ und „No Regrets“ bis zum Schluss merklich an.

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