Kaiserslautern
Feucht-fröhliche Aufstiegsfeier: „Lautern ist der geilste Club der Welt“
„Aufstieg 2022 – Lautre is widder do“ – der T-Shirt-Spruch war im Saks-Hotel allgegenwärtig – natürlich rot und weiß. „Dies ist ein toller Tag für die Stadt, für die Region und für ganz Rheinland-Pfalz“, sagte Oberbürgermeister Klaus Weichel bei der Begrüßung der Aufstiegsmannschaft des 1. FC Kaiserslautern. „Der Verein, die Mannschaft haben am Dienstagabend ein Erdbeben ausgelöst. Das Beben aus Dresden ist auf den Betzenberg übergesprungen und hat sich in der Innenstadt fortgesetzt“, lobt Weichel die spontane Aufstiegsfete. Das Nachbeben sei bis Mittwochmorgen zu spüren gewesen. Die Mannschaft habe einer ganzen Region ein neues Lebensgefühl und Zuversicht gegeben. Dazu hätten auch die Fans beigetragen: „Wo gibt’s das sonst noch in der Dritten Liga, dass 20-, 30- oder 50.000 Menschen ins Stadion kommen?“
Minister Schweitzer: „Der FCK ist ein Phänomen“
„Der FCK ist ein Phänomen“, attestiert der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Alexander Schweitzer. Das FCK-Mitglied war sichtlich beeindruckt angesichts der singenden und feiernden Fan-Massen. „Der Wiederaufstieg ist nicht nur sportlich ein Erfolg, er ist auch wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung.“
Im Hotel gaben sich die Spieler, umgeben von ihren Partnerinnen, Medienvertretern, Stadträten und Sponsoren nah- und ansprechbar. „Nervenaufreibend.“ Mit einem Wort beschrieb Abwehrmann Kevin Kraus das Spiel vom Vorabend. „Es wäre noch schlimmer gewesen, nicht zu spielen und nur zuschauen zu müssen“, berichtete er kurz vorm Gang auf die Bühne. Im Gespräch war dem jungen Mann aus dem südhessischen Dörfchen Niederseelbach nichts von der Anspannung vom Spiel anzumerken. „Wir wollten das Ding unbedingt ziehen.“
Hanslik: „Da gehört dieser Verein hin – mindestens!“
„Das ist das i-Tüpfelchen auf dem, was wir in Dresden und in den Wochen davor erlebt haben. Bis wir das realisiert haben, müssen wir noch drei, vier Nächte schlafen“, sagte Mannschaftskapitän Jean Zimmer. „Gleich nach dem Spiel in Dresden konnte ich das gar nicht richtig genießen, das war einfach zu emotional“, ergänzte Zimmer.
Einer, der einen erheblichen Anteil daran hatte, dass in Kaiserslautern der Aufstieg gefeiert werden durfte, war Daniel Hanslik, der in der 59. Minute den Führungstreffer in Dresden erzielt hatte. „Für mich ist das ein unglaubliches Gefühl, so etwas kann man nicht beschreiben, das muss man erlebt haben“, schildert der 25-jährige Angreifer seine Gefühlswelt. Hanslik hat schon mal einen Blick auf die Gegner in Liga zwei geworfen: Hamburg, Düsseldorf, „für mich natürlich Kiel“, sagt Hanslik, der von den Störchen zum FCK gewechselt ist, das seien attraktive Gegner. „Da gehört dieser Verein hin – mindestens!“
Viel Liebe für die Fans
Für die Fans gab’s anschließend von der Bühne herunter viel Liebe. So rief beispielsweise Hendrick Zuck auf: „Geht später in die Kneipen! Heute lassen wir die Stadt explodieren!“ Terrence Boyd zeigte sich überwältigt: „Was hier passiert, das ist krank.“ Und Mike Wunderlich sagte mit Blick auf die Menschenmenge auf dem Stiftsplatz: „Wenn ich das sehe, dann weiß ich, warum ich hierher gewechselt bin.“ Nach einer Runde „Lautern ist der geilste Club der Welt“ räumte er ein: „Ich bin zu voll, um weiterzusingen.“
Das übernahm kurz darauf Sänger und Songwriter Mark Forster. Der aus Winnweiler stammende Musiker ist bekennender FCK-Fan und freute sich zu Beginn seines Auftritts sehr über den Aufstieg der Roten Teufel: „Lautern! Herzlich willkommen in der Zweiten Liga!“ Währenddessen gab Boyd an den Absperrungen zum Backstage-Bereich fleißig Autogramme und stand für Selfies zur Verfügung.
Einmal mehr – auf der Bühne spielte „Fused“ auf – wurde bis in die Nacht hinein gefeiert – am Vatertag dürften deswegen einige Bollerwägen stehenbleiben ...

