Fragen und Antworten
FCK-Stadionpacht: Was der DFB-Pokal-Erfolg bringt und was nächste Saison gilt
Wie hoch ist die Pacht, die der 1. FC Kaiserslautern an die städtische Stadiongesellschaft zahlen muss?
Stimmt der Stadtrat der Beschlussvorlage der Verwaltung zu, wird sich an der Höhe der Pachtzahlungen für die kommende Saison nichts ändern: Tritt der 1. FC Kaiserslautern in der Spielzeit 2024/25 in der Ersten Fußball-Bundesliga an – danach sieht es aktuell nicht aus –, zahlt der Verein je nach Platzierung eine Mindestpacht zwischen 3,6 und 4,6 Millionen Euro je Spielzeit. In Liga zwei sind es laut der aktuell gültigen Regelung 2,4 Millionen Euro, in Liga drei 625.000 Euro.
Warum ist von Mindestpacht die Rede? Fließen weitere Zahlungen?
Ja, auch diese Regelungen gelten bereits bisher. In der dritten Liga müsste der FCK beispielsweise weitere 100.000 Euro an die Stadiongesellschaft überweisen, wenn im Schnitt über 21.000 Zuschauer zu Heimspielen kommen. Außerdem gibt es eine erfolgsabhängige Beteiligung an den Erlösen aus den DFB-Pokalspielen. Eine Erlösbeteiligung von je 40 Prozent, zuzüglich Umsatzsteuer, fließen beim Einzug in Runde zwei und in Runde drei des Pokalwettbewerbs an die Stadiongesellschaft. Dazu kommen Erfolgsbeteiligungen, die im Pacht- und Betreibervertrag von 2015 festgehalten sind. Dazu gehören beispielsweise Zusatzzahlungen für das Erreichen bestimmter DFB-Pokalrunden und für den Fall, dass der Zuschauerschnitt über 34.000 Besucher liegt.
Ist das für die Stadiongesellschaft kostendeckend?
Kommt drauf an: Die Stadiongesellschaft hat einen jährlichen Finanzbedarf von mindestens 3,2 Millionen Euro. Würde der FCK in Liga eins spielen, wäre dieser Bedarf durch die Mindestpacht, die der Verein zahlt, gedeckt. Doch schon in Liga zwei reicht die dann gültige Mindestpacht nicht aus. 800.000 Euro müssen der Stadiongesellschaft aus der Stadtkasse zufließen, in Liga drei sind es 2,575 Millionen Euro – wenn keine Zusatzpacht gezahlt wird. Diese Zusatzpacht verringert gegebenenfalls den Zuschussbedarf aus dem städtischen Haushalt. „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das für Verein und Stadiongesellschaft defizitär ist, solange der 1. FC Kaiserslautern nicht in der Ersten Fußball-Bundesliga spielt“, unterstreicht Stefan Weiler, der Geschäftsführer der Stadiongesellschaft.
Wie ist die Situation in der aktuellen Spielzeit?
Die Stadt kann sich in der aktuellen Saison neben den 2,4 Millionen Euro Mindestpacht über Zusatzeinnahmen freuen. Weil der FCK den Einzug in die zweite und dritte DFB-Pokalrunde geschafft hat, fließen der Stadt nach eigenen Angaben Mehreinnahmen in Höhe von rund 294.000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer zu. „Der Betrag ist grob geschätzt“, sagt Weiler. Erst wenn der Verein ausgeschieden sei, erfolge die Abrechnung mit dem DFB. Folglich ist erst dann klar, wie hoch die Zusatzeinnahmen der Stadiongesellschaft aus Erlösbeteiligungen exakt ausfallen. Aber Millionenbeträge wie in manchen Foren gemutmaßt werde, seien es nicht, so Weiler. Zu den Erlösbeteiligungen kommen aufgrund der Erfolge im DFB-Pokal weitere Zusatzzahlungen auf Basis des Grundvertrages. Bislang sind das für diese Saison 250.000 Euro, zuzüglich Umsatzsteuer. Daraus könnten 500.000 Euro werden, wenn der Verein ins Finale einzieht, bestätigt Weiler. Außerdem wird die Stadiongesellschaft womöglich von der guten Auslastung des Stadions bei Heimspielen profitieren. Der Grundvertrag sieht vor, dass ab einem Schnitt von 34.000 Zuschauern zusätzlich 200.000 Euro, auch hier zuzüglich Umsatzsteuer, an die Stadiongesellschaft fließen. Der bisherige Saisonschnitt liegt laut Stadt bei rund 43.000 Zuschauern.
Selbst durch die zusätzlichen Zahlungen „erwirtschaften wir keinen Überschuss“, macht Weiler deutlich. Denn zu den 3,2 Millionen Euro, die die Stadiongesellschaft jährlich braucht, fielen Ausgaben für Investitionen in die Sicherheit im Stadion an. Womöglich komme man null auf null raus. Es wäre das erste Mal seit etlichen Jahren, wie Weiler sagt.
Warum soll diese Pachtzinsregelung verlängert werden? Schließlich wird an einem neuen Pacht- und Betreibervertrag gearbeitet.
Im März muss der FCK bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Lizenzunterlagen für die kommende Spielzeit einreichen. Bis dahin muss klar sein, zu welchen Konditionen der Verein das Stadion in der kommenden Spielzeit nutzen kann. Die Gespräche zum neuen Pacht- und Betreibervertrag laufen laut Stefan Weiler gut. Dennoch müssten noch einige Punkte geklärt werden. Der Vertrag werde eine neue Systematik haben, soll einfacher gestaltet sein als die aktuelle Regelung. Zudem müsse der neue Vertrag die Gremien passieren, sowohl innerhalb des Vereins als auch auf städtischer Seite, so Weiler. Der Stadtrat müsse beispielsweise zustimmen, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ihr Okay geben, und der Vertrag müsse mit Blick auf das EU-Beihilferecht geprüft werden. Das alles wird bis Anfang März nicht gelingen.
Ob die Verlängerung der Pachtreduzierung für Liga zwei und drei, über die der Stadtrat am Montag beraten soll, mit EU-Recht vereinbar ist, wurde von der Anwaltskanzlei Kapellmann und Partner geprüft. Die kommt zur Einschätzung, dass es beihilferechtlich vertretbar sei, dass für die kommende Spielzeit „einmalig nochmals die gegenwärtig geltenden Pachtbedingungen verlängert werden“.
Mit welchen Zahlungen an die Stadiongesellschaft plant die Stadt für die kommende Saison?
Im städtischen Haushaltsplan sind für die Saison 2024/25 800.000 Euro vorgesehen, um den Finanzbedarf der Stadiongesellschaft zu decken. Das würde ausreichen, wenn der FCK weiter in der Zweiten Bundesliga spielt. Steigt der Verein in Liga drei ab, „müssten überplanmäßige Mittel für 2024 und ein Ansatz in den Haushaltsplan 2025 eingestellt werden“, teilt die Stadt mit.