Kaiserslautern
Drei Ausbildungsabteilungen der Meisterschule werden geschlossen
Die Meisterschule für Handwerker (MHK) unter der Trägerschaft des Bezirksverbands Pfalz bietet derzeit noch neun Berufe in ihrer dreijährigen Berufsfachschule an. Mit dem Wegfall der Tischler, Feinwerkmechaniker und Kfz-Mechatroniker „verliert die MHK ein Drittel ihrer Schüler“, konstatiert Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder. „Das ist eine dramatische Entscheidung.“
Als viele Lehrlinge auf dem freien Arbeitsmarkt keine Stelle gefunden haben, so Wieder, sei die Berufsfachschule gegründet worden. „Und die MHK ist top aufgestellt mit ihren Lehrern und Werkstätten!“ Da nun die Anzahl der Ausbildungssuchenden zurückgeht, „möchte das Wirtschaftsministerium die duale Ausbildung stärken, also die Praxis in den Betrieben und die Theorie in der klassischen Berufsschule“. Inwieweit das Bildungsministerium in die Entscheidung involviert war, könne er nicht sagen.
Wieder: „Werden vorerst keine freien Stellen mehr besetzen“
Am Dienstag tagte in Mainz der Landesausschuss für Berufsbildung zur MHK. „Ich gehe davon aus, dass dies die finale Entscheidung war“, sagt Wieder. Und zwar eine „schwerwiegende Entscheidung, denn wir haben nun eine ganze Reihe von Lehrern zu viel, darunter verbeamtete; wenn wir die nicht woanders unterbringen können...“, spielt er auf die finanziellen Auswirkungen für den Bezirksverband an. „Wir werden vorerst keine freien Stellen mehr besetzen, bis nicht geklärt ist, wie es weitergeht.“
Ab dem nächsten Schuljahr werde die MHK keine neuen Auszubildenden mehr in den drei Berufen aufnehmen, sie werden dann auslaufen. „Wir suchen jetzt nach anderen Möglichkeiten“, lässt Wieder doch noch ein wenig Hoffnung anklingen. „Berufsqualifikation für Migranten“ in den Bereichen könnte eine Alternative sein, „aber wir sind da im günstigsten Fall in einem Ideenstadium, das sind nur Gedanken“, schiebt er sofort hinterher. Zudem bedürfe dies einer Genehmigung der Bundesagentur für Arbeit und die Kofinanzierung müsste geklärt werden.
Rückgang der Schülerzahlen auf die Hälfte
Neben der Berufsfachschule bietet die MHK in ihren beiden anderen Zweigen Weiterbildungen zum Techniker sowie zum Meister an. „Auch dort verzeichnen wir einen Rückgang, so dass wir insgesamt nur noch die Hälfte der Schüler der letzten Jahre haben!“, zeigt Wieder die Entwicklung auf. Dass die Wahl der Abschaffung auf die drei genannten Berufe fiel, erklärt er damit, dass es darin am freien Markt nun mehr Plätze gebe. Ob sich das Ministerium mit der jetzigen Entscheidung zufrieden geben wird oder der Meisterschule weitere harte Einschnitte bevorstehen, kann Wieder nicht abschließend sagen. „Uns wurde versprochen, dass der Restbestand der Berufe bleibt. Zumindest für die nächsten sechs bis acht Jahre.“
