Metal RHEINPFALZ Plus Artikel Die Ikone Doro rockt das Kammgarn-Kasino in Kaiserslautern

Wurde in Kaiserslautern zu Recht gefeiert: Metal-Ikone Doro bei ihrem Auftritt im Kulturzentrum Kammgarn.
Wurde in Kaiserslautern zu Recht gefeiert: Metal-Ikone Doro bei ihrem Auftritt im Kulturzentrum Kammgarn.

Die „Queen of Metal“ war zu Gast in Kaiserslautern, und im ausverkauften Kasino der Kammgarn herrschte erwartungsgemäß Ausnahmezustand. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor – bisher nur ein einziges Mal –, dass Dorothee Pesch, eher bekannt als Doro, zu Besuch in die Westpfalz kommt.

Das Kaiserslauterer Konzert der seit den 1980er Jahren aktiven und auch international erfolgreichen deutschen Heavy Metal-Legende war schon so etwas wie eine kleine Sensation für die Fans des harten Sounds. Und die waren prompt in hellen Scharen gekommen, quer durch die Generationen (mit einem deutlichen Überhang an seit Langem treuen Fans), viele in dunklen Band-Shirts und mit von Aufnähern, auch anderer Metal-Gruppen, übersäten Jacken. Die meisten von ihnen waren schon lange vor dem Konzert sichtlich aufgekratzt, die Stimmung vor Ort schon vor dem ersten Live-Ton entsprechend dicht.

Doro ist ein toughes Energiebündel, das an diesem Abend ohne den geringsten Kräfteverlust mal eben über 40 Jahre Bühnenleben zel
Doro ist ein toughes Energiebündel, das an diesem Abend ohne den geringsten Kräfteverlust mal eben über 40 Jahre Bühnenleben zelebrierte.

Bevor es aber richtig zur Sache ging, versuchte erst einmal das New Yorker Power Metal-Quartett Holy Mother die Menge vorzuheizen – mit zunächst noch eher mäßigem Erfolg. Irgendwann sprang der Funke dann aber doch noch ins Publikum über, und die Band um den stimmlich markanten Sänger Mike Tirelli sorgte mit Hochenergie-Titeln wie „Today“ für eine noch höhere als die vorher schon spürbare Auftritts-Betriebstemperatur.

Da konnte es dann gleich auf entsprechender Energie-Ebene weiter gehen. Von Anfang im Mittelpunkt: Doro Pesch im Nieten- und Leder-Outfit, mit wehenden blonden Haaren, und vor allem mit einer Stimme, die in sämtliche Ecken des möglichen Ausdrucks im Genre hineinreicht, sich aber meistens eben in röhrenden Rock-Gefilden aufhält.

Ganz nah dran: Doro feiert mit ihren Fans.
Ganz nah dran: Doro feiert mit ihren Fans.

Die gebürtige Düsseldorferin ist ein toughes Energiebündel, das an diesem Abend ohne den geringsten Kräfteverlust mal eben über 40 Jahre Bühnenleben zelebrierte: vom gleich in der Anfangsphase gebotenen „Burning The Witches“ aus den frühen Zeiten ihrer alten Band Warlock bis zu Songs aus der jüngeren Vergangenheit („Raise Your Fist in the Air“) und aus dem aktuellen Schaffen reichte die breite Palette des Repertoires der Musikerin, die in wenigen Wochen ihren 60. Geburtstag feiert. Müde? Kein bisschen. Unglaubwürdig? Noch viel weniger. Die Kraft des Rock wirkt eben immer und lässt einen niemals wieder los, durchdringt einen, treibt unermüdlich an...

Bei aller Kraft: Sie kam freilich nicht allein. Unterstützt wurde Doro von ihren vier versierten Musikern, den beiden Gitarristen Bill Hudson und Bas Maas, dem Bassisten Stefan Herkenhoff und von Schlagzeuger Johnny Dee. Letzterer konnte dem Konzert mit einem knackigen Fünf-Minuten-Solo inklusive gekonnter Publikumsanimation sogar mittendrin noch einen zusätzlichen Energiestoß versetzen. Spätestens da war die Stimmung im Saal vollends am Überkochen.

Unterstützt wurde Doro von ihren vier versierten Musikern, den beiden Gitarristen Bill Hudson und Bas Maas, dem Bassisten Stefan
Unterstützt wurde Doro von ihren vier versierten Musikern, den beiden Gitarristen Bill Hudson und Bas Maas, dem Bassisten Stefan Herkenhoff und von Schlagzeuger Johnny Dee.

Die dicht gedrängt stehenden Zuschauer ließen sich davon und vom ohnehin beständig von der Bühne herandrängenden Energieschwall nur zu gerne mitreißen, sangen Doros Lieder lauthals mit, reckten zur „Pommesgabel“ geformte Hände ausdauernd in die Luft. Welch eine Atmosphäre!

Und es ging noch intensiver, als nämlich zum Ende des Konzerts hin die Mitsing-Hymne schlechthin, der Zusammenhalte-Song „All We Are“ – bis in die hinteren Reihen des Kasinos einwirkend – angestimmt wurde. Die alten, starken, emotionalen Warlock-Zeiten (und nicht nur die) wurden mit dem eingängigen Rock-Knüller noch einmal so richtig beschworen – mit Doro als Anführerin des Events in vorderster Reihe. Ein gelungenes Konzert für alle, eine besondere Erfahrung für den einzelnen Metal-Fan.

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