Handball
Dansenbergs Kapitän setzt ein Zeichen
„Ich habe mir lange Gedanken gemacht. Der Verein hat ambitionierte Ziele, die ich absolut mittrage. Wir haben viele Spieler, die das Potenzial dazu haben, eine Liga höher zu spielen“, betont der gebürtige Wormser.
Bösing, der in zwei Jahren sein Masterstudium an der SRH-Fernuniversität beenden will, wohnt in Mannheim. Ein Umzug nach Kaiserslautern steht aktuell nicht zur Debatte. „Das mit dem Pendeln funktioniert prima“, findet der Student, der gemeinsam mit Juniorennationalspieler Nils Röller (19) und Routinier Theo Megalooikonomou (37) das Kreisläufer-Trio beim TuS Dansenberg bildet.
Die Leidenszeit
Seine Zeit bei Zweitligist HSG Konstanz war von schweren Verletzungen überschattet. Nach seinem Wechsel an den Bodensee kugelte sich Bösing im September 2016 die Schulter aus und zog sich einen Labrumriss zu, der ihn zu einer langen Pause zwang. Im Dezember 2017 zog sich der Kreisläufer erneut eine Schulterluxation zu, wieder war das Labrum – die drei bis vier Millimeter breite, wulstige Umrahmung der Gelenkpfanne des Schulterblatts – gerissen und dazu ein Stück der Gelenkpfanne abgebrochen. Damit war die Saison für Bösing vorzeitig beendet, und der Vertrag wurde zum Ende der Saison 2017/18 in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst.
Der Glücksfall
In Dansenberg, wo man zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach einem körperlich starken Kreisläufer mit höherklassiger Erfahrung war, unterzeichnete das 103 Kilogramm schwere Kraftpaket daraufhin einen Einjahresvertrag. Die Verpflichtung des abwehrstarken und zugleich torgefährlichen Neuzugangs entpuppte sich für beide Seiten schnell als Glücksfall. Bösing avancierte aufgrund seiner kämpferischen Einstellung schnell zu einem Publikumsliebling und lebte sich hervorragend in der Mannschaft ein.
Dass er das Team in seinem dritten Jahr als Kapitän aufs Feld führen darf, erfüllt ihn mit Stolz: „Es ist eine große Ehre für mich. Ich bin mir der Verantwortung bewusst und versuche ihr bestmöglich gerecht zu werden.“
Das Signal
Seine vorzeitige Vertragsverlängerung soll auch ein Zeichen an das Umfeld und die Sponsoren sein. „Die derzeitige Pandemie zeigt einmal mehr, wie wichtig Werte wie Freundschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl, Wertschätzung und Treue sind. Als Kapitän wollte ich daher vorangehen und ein deutliches Zeichen für die Zukunft des Vereins setzen.“
Wann die Dansenberger wieder um Punkte in der Dritten Liga spielen dürfen, ist noch nicht absehbar. Der Trainingsbetrieb wird zwischen den Jahren ruhen. Am 4. Januar 2021 trommelt Trainer Steffen Ecker sein Team dann erstmals wieder zusammen. Läuft alles nach Plan, finden ab Februar wieder Spiele statt. Ob mit oder ohne Publikum, kann heute niemand seriös beantworten. „Natürlich macht es deutlich mehr Spaß, wenn wieder Zuschauer in die Halle dürfen. Aber bis dahin muss wohl noch einiges passieren“, befürchtet der Dansenberger Kapitän.