Fussball
Beim VfB Reichenbach geht eine Ära zu Ende
Nicht mehr für den Vorsitz auf der Jahreshauptversammlung zu kandidieren, war keine spontane Entscheidung. Das hätte auch nicht zum Wesen Uwe Kadels und seiner Vereinsführung gepasst. Zeichnete ihn doch in seinen Jahren als Vorsitzender aus, dass er sich langfristige Ziele setzte, diese dann beharrlich verfolgte und sich dabei auch nicht durch Rückschläge vom Kurs abbringen ließ. Dieser Entschluss, sich zurückzuziehen und dieses wichtige Amt in andere Hände zu geben, sagt Kadel, sei in ihm „schon seit anderthalb Jahren gereift“. Und natürlich habe er das dem Verein „auch rechtzeitig mitgeteilt“.
Mit dem Abschied von Uwe Kadel geht beim VfB eine Ära zu Ende. Seinen Nachfolgern hinterlässt der 56-Jährige ein gut bestelltes Feld. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn wie alle anderen Sportvereine setzten die schlimmen Coronajahre auch dem VfB Reichenbach zu. „Es war schwierig, die Leute bei der Stange zu halten“, blickt Kadel zurück und ist zu Recht stolz darauf, „dass wir keine Mitglieder verloren haben“. Die Mitgliederzahl habe sich „bei 580 eingependelt“, sagt Kadel und verweist darauf, dass der VfB im Jahr 1994 knapp 400 Mitglieder gezählt habe.
1994
Es ist kein Zufall, dass Kadel 1994 erwähnt. Denn am 27. Mai jenes Jahres wurde er zum Vorsitzenden des VfB gewählt. In gewisser Weise setzte er mit diesem Engagement eine Familientradition fort. Denn schon sein Vater Ottmar hatte sich als Spielleiter und Trainer beim VfB engagiert. „Und er war auch ein guter Fußballer“, erinnert sich Uwe Kadel, der auch darin seinem Vater nacheiferte. Er war noch ein Junge, als er mit dem Fußballspielen begann. Natürlich trug er von Beginn an das Trikot des VfB Reichenbach, seines Heimatvereins. „Ich war Linksaußen und habe fast in jeder Saison 20 Tore geschossen“, erzählt er von seiner Aktiven-Zeit. Der Fußball sollte dann auch, als er das Spielfeld verließ und an die Spitze des Vereins wechselte, eine wichtige Rolle spielen.
Im Jahr 1995 noch in der C-Klasse mit von der Partie, begann unter Kadels Regie der Aufstieg der ersten Mannschaft. Spielte sie 1999 in der A-Klasse, so gelang ihr 2013 der Sprung in die Bezirksliga Westpfalz, und vier Jahre danach schaffte sie unter dem Spielertrainer Benny Früh den Aufstieg in die Landesliga West. Mit diesen sportlichen Erfolgen gingen wichtige Baumaßnahmen einher. So wurde 2001 der Rasenplatz fertiggestellt und neun Jahre danach der Kunstrasenplatz eingeweiht. Die Summe, die im Laufe der Jahre in die Sportanlage investiert wurde, beziffert Kadel auf „1,2 Millionen Euro“.
Aber beim VfB Reichenbach wird nicht nur Fußball gespielt. So tragen eine Damengymnastik- und Aerobicgruppe sowie ein Lauftreff zur Beliebtheit des Vereins bei. Zudem wird auch noch das Tanzbein beim VfB geschwungen. Garde- und Showtänze werden in den Tanzgruppen einstudiert.
Wie es weitergeht
Die Bilanz des Vorsitzenden Uwe Kadel kann sich also sehen lassen. Er selbst sieht sich aber nicht als Einzelspieler, sondern hebt die Rolle des Teams hervor, zu dem Rainer Schanné, Bernd Schütz, Hans Hörhammer, Thomas Hawener und Udo Müller gehörten, „die mit mir die vergangenen 30 Jahre gegangen sind“.
Mit dem Ende seiner Zeit als Vorsitzender fällt auch noch eine berufliche Veränderung zusammen. So wird Uwe Kadel die Bundeswehr als Hauptmann verlassen und sich einem neuen Betätigungsfeld zuwenden, und zwar als „Geschäftsführer einer Bäckerei“. Dem VfB Reichenbach wird er auch weiterhin verbunden bleiben und seinen Nachfolgern mit Rat und Tat zur Seite stehen.