Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ausstellung in der Kaiserslauterer Martinskirche: Ein Blick auf die Verbrechen der Nazis

Initiierte die Ausstellung „Shoa – Der Holocaust. Wie war es menschlich möglich?“ in der Martinskirche: Pfarrer Andreas Keller.
Initiierte die Ausstellung »Shoa – Der Holocaust. Wie war es menschlich möglich?« in der Martinskirche: Pfarrer Andreas Keller. Foto: Girard

„Shoa – Der Holocaust. Wie war es menschlich möglich?“ ist eine Ausstellung überschrieben, die anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am Sonntag in der Martinskirche eröffnet wurde.

An sechs Stationen informiert die Ausstellung mit 18 Tafeln in Bild und Text über den nationalsozialistischen Völkermord an über sechs Millionen europäischen Juden zwischen 1933 und 1945. Entwickelt hat die Ausstellung die Gedenkstätte Yad Vashem, die internationale Holocaust-Gedenkstätte mit Sitz in Jerusalem. Den Ausdruck der Tafeln und ihren Aufdruck aus Aluminium hat der Kaiserslauterer Grafiker Markus Nagy übernommen.

Pfarrer Andreas Keller, auf dessen Initiative die Ausstellung gezeigt wird, erinnerte daran, dass die Shoah eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit sei. Sie lehre uns die furchtbaren Folgen von Fremdenhass, Antisemitismus und Rassismus durch Manipulation, Neid und Vorurteile. Die Ausstellung versuche, eine Antwort darauf zu geben, wie der Holocaust hatte entstehen können.

Keller erinnerte an die Machtergreifung Hitlers, mit der systematisch die Verfolgung und Ausrottung der Juden begonnen habe. In der Reichspogromnacht habe es in fast allen Städten des Reiches hasserfüllte Meuten gegeben, die Juden hetzten, verprügelten und ermordeten, ihre Häuser und Synagogen anzündeten und ihr Hab und Gut plünderten und zerstörten, so Keller. „Aber es gab keinen nennenswerten Widerstand von ihren Mitbürgern, den Kirchen oder anderer Institutionen.“

Keller: Erinnerung wach halten

Auch heute erschienen Juden im kollektiven Unterbewusstsein der Deutschen als die Anderen, schlug Keller die Brücke zur Wählergunst der AfD, die dunkelste Neonazis in ihren Reihen dulde. Umso mehr sei es ein wichtiges Anliegen, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten. Keller: „Eine Pflicht für Deutsche und europäische Christen.“

Informativ dokumentiert die Ausstellung den Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland und die Situation der Juden im Dritten Reich. Sie beschreibt Ghettos für Juden mit extremer Überbevölkerung und öffnet am Beispiel des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau die Augen für die Verbrechen der Nazis, die dazu Mordanlagen wie Gaskammern einsetzten und die Leichen in Krematorien verbrannten.

Info

Die Ausstellung in der Martinskirche ist noch bis 9. Februar zu sehen. Sie ergänzt den Vortrag von Pfarrer Andreas Keller „Der christliche Antijudaismus als ein Wegbereiter des Holocaust“, Montag, 27. Januar, 19 Uhr im Edith-Stein-Haus.

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