Kaiserslautern
Batteriezellfabrik im Opel-Werk soll bundesweites Leuchtturmprojekt werden
Im Anschluss an ein kurzes Arbeitstreffen hinter verschlossenen Türen umriss Lohscheller den Zeitplan für das geplante Werk: 2024 sollen die ersten Batterien in Kaiserslautern gefertigt werden. Erste vorbereitende Maßnahmen für den Umbau der bestehenden Hallen auf dem Opel-Werksgelände werden 2021 beginnen, die eigentlichen Arbeiten 2023. „Das Wort Giga-Factory ist in keinster Weise übertrieben“, sagte Lohscheller.
Altmaier: Neue Arbeitsplätze entstehen
Bundeswirtschaftsminister Altmaier hob die Bedeutung des neuen Werks für die Stadt hervor: „Dieser Tag wird in die Annalen der Stadt Kaiserslautern eingehen.“ Damit würden bestehende Arbeitsplätze gehalten und neue Arbeitsplätze entstehen. Um die Fabrik herum werde ein „neues Ökosystem von Zulieferern, Forschung und Entwicklung“ entstehen, erklärte Altmaier. Er bekannte sich dazu, dass das „Autoland Deutschland ein wichtiger Standort für die Autoindustrie“ bleiben soll.
Die Batteriezellfabrik in der Pfalz soll dauerhaft unterstützt werden, sagte Altmaier: „Die Investition hier soll von niemandem bereut werden.“ In diesem Zusammenhang kündigte der Bundeswirtschaftsminister eine weitere Förderung an: „Die Bundesregierung wird sich mit einem beachtlichen dreistelligen Millionenbetrag beteiligen.“ Voraussetzung dafür sei allerdings die feste Zusage, dass die Summe in den Standort Kaiserslautern fließe. In Kaiserslautern solle „etwas Nachhaltiges“ geschaffen werden.
Dreyer: Viele Gespräche im Hintergrund notwendig
Malu Dreyer, rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin: „Für die Industrie in unserem Land ist das heute ein außergewöhnlicher Tag.“ Dort, wo derzeit Verbrennungsmotoren gefertigt werden, würden künftig auch Batteriezellen hergestellt, was für den Industriestandort Rheinland-Pfalz von großer Bedeutung sei. Das Beispiel Kaiserslautern zeige, dass der Transformationsprozess in der Automobilbranche gestaltbar ist: „Wenn alle an einem Strang ziehen, kann Zukunft entstehen.“ Die vielen Gespräche im Hintergrund hätten sich ausgezahlt.
„Immense wirtschaftliche Potenziale für die Westpfalz“, sieht der Wirtschaftsminister des Landes, Volker Wissing: „Die Entscheidung für Kaiserslautern ist eine wunderbare Auszeichnung.“ Zusammen mit der Technischen Universität und den Forschungsinstituten ergäben sich „ideale Synergieeffekte“.
Weichel: Opel hat sich richtig entschieden
Der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel betonte an Lohscheller gewandt: „Ihre Entscheidung war richtig.“ Die Batteriezellfertigung sei eine Investition „ins industrielle Rückgrat der Stadt“. Der OB wolle dafür sorgen, dass sich Opel weiterhin in Kaiserslautern wohlfühlt – als Beispiele nannte er enge Kooperationen etwa zwischen der Berufs- und der Werksfeuerwehr oder der gemeinsamen Vermarktung von Flächen.
Dass die Standortentscheidung ein „Sechser im Lotto für das Land, die Region, die Stadt und den Standort“ sei, sagte Opel-Betriebsratschef Thorsten Zangerle. Wenn das Projekt richtig umgesetzt werde, könne es zu einem „Leuchtturm der Transformation in Deutschland werden“. Eine Qualifizierungsoffensive und neue Ausbildungsberufe könnten dafür sorgen, „dass aus Transformationsopfern Transformationsgewinner werden.“