Grünstadt „Die Probleme sind komplexer geworden“
„Vielfalt verbindet.“ So lautet der Titel der interkulturellen Woche, die ab heute bis zum 3. Oktober im Donnersbergkreis läuft. Gleich zum Auftakt wird Staatsministerin Anne Spiegel (Grüne) den Integrationspreis an fünf Frauenprojekte aus dem Kreis verleihen. Zudem soll mit einer Menschenkette ein Zeichen für Offenheit und Toleranz gesetzt werden, wie Integrationsbeauftragte Jaqueline Rauschkolb (SPD) berichtet.
Die Menschenkette soll heute um 18.30 Uhr am Eingang der Kreisverwaltung in Kibo auch so ein verbindendes Element sein. „Es ist große Tradition in Kirchheimbolanden, dass sich die Leute sammeln und Flagge zeigen, wenn irgendwo in der Welt etwas passiert“, sagt Rauschkolb – und erinnert an den kürzlich verstorbenen Elmar Funk. Einer, der so etwas stets in die Hand genommen habe, der vorweg marschiert ist. Die SPD-Landtagsabgeordnete aus Eisenberg möchte die Menschenkette nicht allein als Reaktion auf die Vorkommnisse in Chemnitz sehen. „Es soll generell ein Symbol sein, dass wir offen sind für andere und im Donnersbergkreis gut zusammenleben.“ An die Menschenkette wird sich die Integrationspreisverleihung im großen Saal der Kreisverwaltung anschließen. Hier wird Staatsministerin Spiegel fünf Frauenprojekte aus dem Kreis auszeichnen: die „Flüchtlingsfrauen“ in der Verbandsgemeinde Göllheim, das Frauen-Café „Komm“ in Rockenhausen, der Frauen-Sprachkurs in Eisenberg, das Frauencafé der Flüchtlingshilfe Kirchheimbolanden und die Nähwerkstatt für geflüchtete Frauen der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme des Kreises. Der Preis steht unter dem Motto „Frauen verbinden Kulturen“. „Es ist wichtig, dass gewürdigt wird, was es hier an Projekten gibt“, sagt Rauschkolb. Die Integrationsbeauftragte hat in das Programm der interkulturellen Woche auch ganz bewusst Veranstaltungen von Flüchtlingshilfen aufgenommen, die das ganze Jahr über laufen. Sie freut sich aber auch, dass es quer durch den Kreis Initiativen gibt, die sich mit Extra-Veranstaltungen beteiligen. Etwa die Ortsgruppe von Amnesty International mit einem Konzert am 22. September im Blauen Haus auf dem Weierhof oder der Flüchtlingshelferkreis der Verbandsgemeinde Rockenhausen. Generell sei die Situation derzeit in den Flüchtlingshelferkreisen nicht gerade einfach. „Zum einen sind es immer die gleichen, die helfen. Aber auch die Probleme, die es zu lösen gibt, sind komplexer.“ Auch würde sich Rauschkolb wünschen, dass sich so mancher Verein mehr für Flüchtlinge öffnet. „Im Sportbereich klappt das schon sehr gut.“ Die Integrationsbeauftragte betont aber auch, dass es ihr nicht nur um Flüchtlinge geht. „Es gibt auch Menschen, die seit 30 Jahren hier leben.“