Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Dachs wühlt Garten um

Gerhard Roh und Kurt Lang ärgern sich über die Spuren, die der Dachs hinterlassen hat.
Gerhard Roh und Kurt Lang ärgern sich über die Spuren, die der Dachs hinterlassen hat.
Dachse sind eigentlich menschenscheu.
Dachse sind eigentlich menschenscheu.

Seit über einem Jahr bekommt Gerhard Roh schon ungebetenen Besuch von einem Dachs, der seinen geliebten Garten umwühlt. Dagegen vorzugehen, ist nahezu unmöglich.

Gerhard Roh wohnt in seinem Haus am Grünstadter Berg. Dahinter befindet sich in idyllischer Lage sein liebevoll gepflegter Garten. Doch schon seit über einem Jahr bekommt er ungebetenen Besuch. Ein Dachs kommt ab und an vorbei und wühlt den Rasen um. Wenn er einen Besuch abstattet, kommt er immer nachts, pflügt dann im Rasen herum, gräbt Löcher in die Beete und verschwindet wieder. Am nächsten Morgen sieht Roh dann die Überraschung. „Ich bin schon so weit, dass ich meinen Garten lieber verwildern lasse“, sagt er. Doch so weit ist es noch nicht gekommen.

Bei Nachbar Kurt Lang sieht es ähnlich aus. Auch hier streift der Dachs durch den Garten, wenn er seine nächtlichen Runden zieht. Die beiden haben bereits im vergangenen Jahr Rat bei Jäger Ludwig Weber geholt. Doch auch der kann nichts tun.

Zwei Dinge stünden dem Jäger im Weg, sagt Weber. Erstens dürfe er nicht mitten in einem Wohngebiet jagen, zweitens gebe es beim Dachs eine Schonzeit. Jungdachse dürfen in Rheinland-Pfalz zwar ganzjährig gejagt werden, erwachsene Dachse jedoch lediglich zwischen August und Dezember. Das Schießen falle also raus.

Fallen sind bei der Dachsjagd im Wohngebiet problematisch, da man nicht sicherstellen kann, dass ausschließlich der Dachs in sie hineintappt. Auch Hauskatzen oder andere Tiere könnten hineingeraten und sich dabei im schlimmsten Fall verletzen.

Für Weber ist so ein Fall neu. „Ich habe in meiner langjährigen Jagdkarriere noch nicht von solchen Problemen gehört“, so der fast 82-Jährige. Eigentlich seien Dachse ja recht scheue Tiere. Dennoch könne er sich gut vorstellen, worauf der Dachs in Rohs Garten aus ist. Normalerweise ernähren sich Dachse vegetarisch, erklärt der Jäger. Doch bei Kleintieren wie Regenwürmern machen sie Ausnahmen. Die finde man zuhauf im Rasen. Bei seinem nächtlichen Streifzug führe es den Dachs immer dorthin, wo er Nahrung findet.

Dachse gebe es auch „in guter Stückzahl“ auf dem Grünstadter Berg, der an das Wohngebiet angrenzt. Um die Population zu begrenzen, schössen die Jäger auch scharf. Weber: „Aber trotzdem stellen wir fest, dass der Bestand zunimmt.“ Das liege daran, dass er ein starkes Raubtier sei und zudem wenig Feinde habe.

Wer wie Gerhard Roh einen ungebetenen Dachs-Gast in seinem Garten habe, dem empfiehlt Weber, ihn zu vergrämen. Das Wort aus der Jägersprache meint, ihn zu vertreiben, indem man ihn bewusst stört. Das kann etwa ein Geruch sein, den er nicht mag. Dinge, die nach Menschen oder anderen Tieren riechen, gehören dazu. Außerdem könne sich Weber auch vorstellen, ihn mit Licht zu vertreiben. Da der Dachs nachtaktiv sei, störe er sich daran.

Vielleicht hat Roh auch schon intuitiv alles richtig gemacht, als er kürzlich Dünger ausgebracht hat. Seitdem war der Dachs nicht mehr da.

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