Grünstadt / EisenberG
Abiturstart: Unter Masken über Aufgaben schwitzen
Testen, desinfizieren, Abstand halten und durchgehend Maske tragen: Die Bedingungen, unter denen Abiturienten in diesem Jahr ihre Prüfungen ablegen müssen, sind alles andere als angenehm. Am Leininger-Gymnasium in Grünstadt werden die 91 Absolventen für die schriftlichen Arbeiten wie schon 2021 auf die Aula und weitere Säle verteilt. 48 junge Frauen und 43 junge Männer haben sich zum Abitur angemeldet, wie der Oberstufenleiter Volker Wahrhusen berichtet.
Bis zum 21. Januar werden sie insgesamt 273 Prüfungsarbeiten anzufertigen haben. Gestartet wird am Mittwoch mit einer ganz kleinen und einer mittleren Gruppe: Sechs Mädchen und zwei Jungen werden über Aufgaben aus dem Fach Geschichte brüten, 23 Teilnehmer des Leistungskurses Erdkunde sind mit geografischen Fragestellungen konfrontiert. Die meisten Prüflinge gibt es in genau einer Woche: 57 im Fach Englisch.
Praktische Sportprüfungen unter Vorbehalt
„Die praktischen Prüfungen im Leistungskurs Sport, in dem theoretisches Wissen am 17. Januar abgefragt wird, können wir nur unter Vorbehalt planen“, sagt Wahrhusen. Stand jetzt sollen sie am 24. und 25. Januar stattfinden. Stehen die Ergebnisse einschließlich der mündlichen Prüfungen fest, die sich über mindestens zwei und maximal vier Tage hinziehen, sollen die Reifezeugnisse am 31. März übergeben werden. „Die Modalitäten werden wir in Abhängigkeit von der dann herrschenden Corona-Situation festlegen“, erklärt der Leiter der Mainzer Studienstufe (MSS). Unklar sei derzeit, ob noch ein Fest und so etwas wie ein Abiball über die Bühne gehen können.
Ulrich Rosner, stellvertretender Direktor der IGS Grünstadt, sagt zu den Abiturfeierlichkeiten ebenfalls: „Der Rahmen hängt von den dann gültigen Regeln ab.“ Die Zeugnisse werden auch an seiner Schule am 31. März ausgehändigt – zwei Wochen nach den mündlichen Prüfungen. 38 junge Leute werden ab Freitag, 7. Januar, ihre Abschlussklausuren schreiben. „Wir beginnen wie immer mit Deutsch“, so Rosner. Die Aufgaben in diesem Fach enthalten ebenso wie in Englisch und Mathematik zentrale Elemente, die vom Land vorgegeben werden.
Durch die Garderobe zu den Plätzen
„Alle Prüflinge müssen sich beim Betreten des Gebäudes testen und begeben sich dann über die Garderobe direkt zu ihren Plätzen, die zwei Meter auseinander stehen“, erläutert der stellvertretende Schulleiter. Die Masken seien durchgehend zu tragen, „und dürfen nur während der Lüftungsphasen, die alle 20 Minuten erfolgen sollen, kurz abgenommen werden“. Letzteres sei neben den nun überall vorhandenen Selbsttests der größte Unterschied zu den Bedingungen im vergangenen Jahr.
„Die hygienischen Vorgaben sind sehr streng“, sagt die MSS-Leiterin an der IGS Eisenberg, Julia Glatz. „Alle nicht geimpften oder genesenen Abiturienten müssen für den Prüfungstag ein negatives Testergebnis vorweisen. Aber auch allen anderen empfehlen wir einen Nasenabstrich dringend“, erläutert sie und betont: Die heute verfügbaren umfangreichen Testmöglichkeiten verschafften den Schulen ein höheres Maß an Sicherheit.
Drei Intensivtage vorab
Trotz eines Zwei-Meter-Abstandes zwischen den Tischen müssten die Prüflinge ihre Mund-Nase-Schutze durchgehend aufbehalten. „Um jegliches Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, haben wir während der vergangenen Tage ausschließlich Onlineunterricht für den Jahrgang angeboten“, so Glatz, die auf ein nahezu leeres Schulgebäude vor zwölf Monaten blickt: 2021 waren zum Zeitpunkt der Abiturprüfungen alle anderen Schüler im Homeschooling. „Insofern müssen wir jetzt noch stärker darauf achten, dass keine Kontakte mit den anderen Schülern entstehen.“ Angemeldet für die diesjährigen Klausuren, die auch an der IGS Eisenberg am Freitag mit Deutsch beginnen, haben sich 38 junge Leute. Auf den 17. und 18. März sind die mündlichen Prüfungen terminiert.
Während in den beiden vorangegangenen Pandemie-Jahren die Abiturfeiern andernorts komplett ausfielen, wurden den Eisenberger Absolventen Nachfeiern geboten: „Wir konnten die Abifeiern mit einem festlichen James-Bond-Abend und einem Kinobesuch zumindest ein wenig nachholen“, sagt Glatz. Für die aktuellen Absolventen hofft sie, auf ein Fest im Evangelischen Gemeindehaus in Eisenberg. Geplant sei es für den 25. März, eventuell mit weniger Teilnehmern. Glatz erinnert daran, dass dieser Jahrgang in den fast zwei Jahren besonders stark von der Seuche und den damit verbundenen Einschränkungen betroffen war. „Wir haben deshalb vor den Weihnachtsferien noch einmal drei Intensivtage organisiert, um die Abiturienten auf die Prüfungen vorzubereiten. Die sich offensichtlich schnelle verbreitende Omikronvariante macht uns Sorgen.“
Fenster können nicht geöffnet werden
Das Nordpfalzgymnasium in Kirchheimbolanden, wo 31 Jungen und 52 Mädchen ab Freitag das Abitur absolvieren möchten, hat ein besonderes Problem: Das Schulgebäude ist ein Passivhaus. „Wir können die Fenster nicht öffnen, weil sonst die komplette Lüftungsanlage ausfällt“, erklärt Oberstufenleiter Marco Meisenzahl.
Damit die Schüler trotzdem einmal den Mund-Nase-Schutz abziehen können, wird ihnen gestattet, einzeln den Raum zu verlassen und in einem abgesperrten Bereich die Maske abzunehmen. Dafür wird die Prüfungszeit um zehn Minuten verlängert. Am 21. und 22. März laufen die mündlichen Prüfungen. Auf die Frage nach einem Abiball sagt Meisenzahl: „Wir hatten 2021 eine akademische Feier für die Abiturienten organisiert und die Angehörigen über Video eingebunden. Wir hoffen, dass wir das auch dieses Jahr so machen können.“