ASSELHEIM
50 Jahre Weinwanderhütte: Was Gäste an ihr schätzen
Als Asselheimer Winzer im Jahr 1974 die Weinwanderhütte auf dem Goldberg mitten in den Weinreben errichteten, ahnte wohl noch niemand von deren Erfolg. Heute, genau 50 Jahre später, sind die sieben Winzerbetriebe der Weinwerbegemeinschaft, die gemeinschaftlich die Hütte bewirten, mächtig stolz auf ihr Erbe, das im Jahr 1985 einem Brand zum Opfer fiel und wieder aufgebaut wurde.
Matthias Armbrust ist mit seinem Team am Eröffnungswochenende für die Getränke und die Kulinarik verantwortlich und sagt: „Die Hütte ist die Perle auf dem Berg.“ Dem pflichtet Ortsvorsteher Norbert Schott (SPD) bei, der am Ostersonntag bei strahlendem Sonnenschein ebenfalls zur Hütte gewandert ist. Nicht nur über Asselheimer und Besucher aus der Region freut sich der Ortschef, auch Gäste mit weiterer Anreise seien herzlich willkommen. Dazu gehört an diesem Sonntag eine zehnköpfige Reisegruppe, die sich zum Osterwochenende in der Pfalz verabredet hat.
„Jeder von uns kommt aus einer anderen Ecke von Deutschland“, erzählt Thomas Peussner aus Ostwestfalen. Zum Wandern und für schöne Ausflüge treffe sich die Gruppe regelmäßig. In diesem Jahr sei die Wahl auf die Pfalz gefallen. Peussner weiß auch weshalb: „Man kann hier sehr viel in der Natur unternehmen und es ist einfach herrlich.“ Dem stimmt eine Bekannte zu: „Die Aussicht von hier oben ist großartig.“ Nach der kleinen Wanderung auf den Berg schmecke das Essen und die Weinschorle doch auch viel besser, ergänzt ein Asselheimer.
Armbrust betont, dass es sich um eine Wanderhütte handle, die ausschließlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist. „Es ist ein landwirtschaftlicher Weg, welcher für den Verkehr nicht freigegeben ist und nur von Winzern und Landwirten befahren werden darf.“ Demnach dürfen Besucher auch nicht mit dem Pkw zur Weinwanderhütte fahren – weder zu den Öffnungszeiten am Wochenende noch unter der Woche. Für ein Obrigheimer Ehepaar ist dies kein Problem – ganz im Gegenteil. „Ich finde es super, dass nicht andauernd Autos an einem vorbeifahren und man aufpassen muss“, erzählt eine 57-Jährige.
An den Wochenenden geöffnet
Bis zum Hüttenschluss mit Fackelzug am 29. September wird die Hütte, bis auf eine Wochenende im Juli, an dem das Dorfangerfest gefeiert wird, sowie das Kerwewochenende im August, jedes Wochenende geöffnet haben. Die Winzerbetriebe Nehb, Armbrust, Schroth, Eibel, Echter, Triebel und Kneisel gehören der Weinwerbegemeinschaft (WWG) an und bewirten im Wechsel die Hütte, welche sich mittlerweile zu einem über die Region hinaus beliebten Ausflugsziel zum Einkehren entwickelt hat.
Natürlich sei das auch eine gute Werbung für Asselheim und deren Winzerbetriebe, sagt Ortsvorsteher Schott. Neue Weinkunden könne man auch gelegentlich dazugewinnen, ergänzt Armbrust, der mit einem zehnköpfigen Team an diesem Wochenende alle Hände voll zu tun hat. Sofern die Flagge gehisst ist, hat die Hütte geöffnet. Aktuelle plane die WWG ein Gemeinschaftsprojekt mit Weinprobe, verrät Armbrust.