Frankenthal „Wem ist die Kerwe?“ – „Unser!“

Jedes Jahr dabei: die Schulkinder der Grundschule Eppstein-Flomersheim.
Jedes Jahr dabei: die Schulkinder der Grundschule Eppstein-Flomersheim.

„Wem is die Kerwe?“, ruft der Kerweborsch. „Unser“, schreit die Menge zurück. Tatsächlich wird im Vorort Eppstein der Brauch dieses Schlachtrufs noch hochgehalten. Und nicht nur einmal wird er während der nächsten fünf Tage erklingen. Ab heute bis Dienstag feiert Eppstein Kerwe.

Auch der Brauch, die Kerwe auszugraben und wieder zu beerdigen, wird in Eppstein noch geübt und gibt dem Fest den Rahmen. Ausgegraben wird die Kerwe also heute um 17.30 Uhr auf dem Neuköllner Platz und in Begleitung des Spielmannszugs Frankenthal-Eppstein zum Kerweplatz in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße getragen, wo parallel der Festbetrieb beginnt. Hier serviert das Ortskartell ab 18 Uhr Pfälzer Spezialitäten und Willi Brausch musiziert. Nach dem Akt des Kerweausgrabens ist der erste Kerwetag dann der Samstag. Los geht es um 16 Uhr mit dem Kerweumzug, der mit rund 20 Zugnummern bestückt ist. Mit dabei sind unter anderen die Grundschul- und Kindergartenkinder, die Treckerfreunde, der Spielmannszug Frankenthal-Eppstein und die Miss Strohhut. Dabei sind auch beide Sportvereine, die sich jährlich als Ausrichter der Kerwe abwechseln. In diesem Jahr ist die DJK Schwarz-Weiß Flomersheim-Eppstein in der Verantwortung. Und beim Umzug mit drei Fuß- und einer Fahrradgruppe vertreten. Der TSV Eppstein schickt seine Jugend mit. Nach dem Marsch durch den Vorort mündet der Zug am Festplatz. Hier schließt sich um 17.45 Uhr die Kerweeröffnung mit der Kerweredd von Kerweborsch Thomas Zuber an. Ortsvorsteher Uwe Klodt wird danach im Dreigestirn mit Oberbürgermeister Martin Hebich und Miss Strohhut Jenny Neufeld das Bierfass anstechen – und dann gibts Freibier. Am Samstag spielt ab 19 Uhr die Band Peter Gun Coverhits. An beiden Tagen, Freitag und Samstag, ist die Kerwebar ab 20 Uhr geöffnet. Der Sonntag startet mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10 Uhr und anschließendem Frühschoppen, der nahtlos zum Kerweessen der DJK übergeht. Und ab 19 Uhr rockt Peter Stahl die Kerwe. Am Montag gibt’s um 10 Uhr einen Bayerischen Frühschoppen mit der Blaskapelle Pfalzklang und ab 14 Uhr einen Hausfrauennachmittag mit Kaffee und Kuchen. Um 19 Uhr unterhält Rainer Hannemann das Kerwepublikum. Der Dienstag gehört ab 14.30 Uhr den Kindern, ab 19 Uhr spielt wieder Rainer Hannemann auf und um 21 Uhr wird das Kerwerätsel aufgelöst, das die Bürger während der Festtage knacken sollen. Und zum Abschluss wird die Kerwe wieder beerdigt. Für den DJK-Vorsitzenden Peter Maischein ist es nach drei Jahren „Abstinenz“ nun wieder ein Neuanfang im Amt. „In 14 Tagen bin ich Rentner, dann habe ich mehr Zeit“, meint er, es nochmals zu probieren, für den Verein Verantwortung zu übernehmen. Schwierig sei es, ausreichend Helfer zu finden. Die Freiwilligen würden weniger, nicht nur zur Kerwezeit, weiß er. Deswegen plädiert Maischein dafür, die Kerwe um einen Tag, vielleicht den Dienstag, zu kürzen. Da müssten die Leute sowieso arbeiten. Und: „Das spart wieder Helfer.“ Termin —Festbetrieb auf dem Kerweplatz ist am Freitag ab 17.30, am Samstag ab 16, am Sonntag ab 11, am Montag ab 10 und am Dienstag ab 14 Uhr. —Umzug am Samstag ab 16 Uhr.

x