Frankenthal / Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserstoff-Tankstelle soll bis Jahresende in Betrieb gehen

Das Grundgerüst steht: Wasserstoff-Tankstelle nahe der BASF-Kläranlage in Mörsch.
Das Grundgerüst steht: Wasserstoff-Tankstelle nahe der BASF-Kläranlage in Mörsch.

Die geplante Wasserstoff-Tankstelle auf BASF-Gelände südlich der Kläranlage bei Frankenthal-Mörsch macht sichtbare Fortschritte. Nach Angaben der Projektbetreiber wird die Anlage im vierten Quartal 2024 in Betrieb gehen. Es ist die erste öffentliche Tankstelle für Wasserstoff-Fahrzeuge in der linksrheinischen Metropolregion.

An den vorhandenen Zapfsäulen, die den bekannten Kraftstofftankstellen ähneln, werden künftig Autos und leichte Nutzfahrzeuge Wasserstoff mit einem Druck von 700 bar sowie Lastwagen und Busse Wasserstoff mit einem Druck von 350 bar aufnehmen können. Investoren sind die BASF und das Unternehmen H2 Mobility Deutschland, das die Anlage auf Frankenthaler Gemarkung im Gewerbegebiet „Edigheimer Schlag“ baut und betreiben wird.

Der Aufbau der künftigen Tankstelle ist bereits gut zu erkennen. Eine hohe Betonwand trennt zwei Bereiche. Am eigentlichen Kundenbereich mit den Zapfsäulen fehlen noch das Dach und Aufbauten. Abgeschirmt hinter der Betonwand steht bereits das Herzstück der Anlage: ein Container mit dem sogenannten Verdichter sowie ein Mittel- und ein Hochdruckspeicher, die erst vor wenigen Tagen angeliefert wurden. Einen in der Erde versenkten Vorratsspeicher gibt es nicht. Aus praktischen Gründen werden dazu einfach die Trailer genannten Transportbehälter benutzt, mit denen der Wasserstoff per Lkw ankommt. Bis zur geplanten Inbetriebnahme Ende 2024 werde die Betankungstechnik in einem mehrmonatigen Prozess für die öffentliche Nutzung getestet, kündigt der Betreiber an.

BASF produziert Wasserstoff selbst

„Die Wasserstofftankstelle in Frankenthal ist ein wichtiger Baustein der Mobilitäts- und Klimawende für unsere Stadt“, betont Oberbürgermeister Nicolas Meyer beim Rundgang über die Baustelle. Er unterstreicht den Nutzen für Bürger und für Wirtschaftsunternehmen. Die Tankstelle sei „eine wichtige Stecknadel auf der Logistik-Landkarte“. Auch für Ludwigshafen und die Vorderpfalz ist die über die Autobahn 6 und die Bundesstraße 9 gut erreichbare H2-Tankstelle ein wichtiger Schritt nach vorn. So wird das erste mit Wasserstoff betriebene Sammelfahrzeug der Ludwigshafener Müllabfuhr hier künftig tanken können.

In einer ersten Stufe ist eine Tageskapazität von 700 bis 800 Kilogramm Wasserstoff vorgesehen, was für den Bedarf von mehr als 30 Lastwagen oder Bussen reicht. „In einer zweiten Ausbaustufe bis 2027 soll die Kapazität verdoppelt werden. Die Nachfrage im Schwerlastverkehr wird in dieser Region deutlich zunehmen“, prognostiziert Martin Jüngel, Geschäftsführer des Unternehmens H2 Mobility, das deutschland- und europaweit Wasserstoff-Tankstellen baut und betreibt. „Am neuen Standort unweit von Tor 15 schaffen wir die Voraussetzungen, dass auch Lkw von oder für die BASF hier tanken können“, erläutert Tilmann Hezel, zuständig für die Infrastruktur am Standort Ludwigshafen. Das Chemieunternehmen plane, die BASF-interne Transportflotte und Werksbusse auf Wasserstoff umzurüsten. Speditionen würden dann folgen, sagt Hezel.

Der nötige Wasserstoff werde von der BASF selbst produziert. Ziel des Unternehmens sei, eine Wasserstoffwirtschaft in der Region mit anzustoßen, teilt die BASF mit. Eine ausreichende Wasserstoff-Infrastruktur sei grundlegend für einen Wandel hin zu alternativen Antrieben. Wie Hezel ankündigt, soll es ab 2025 „grünen Wasserstoff“ von dem gerade im Bau befindlichen Wasserelektrolyseur der BASF geben. Angetrieben mit Fördermitteln aus den Projekten H2Rivers des Bundes und H2Rhein-Neckar des Landes Baden-Württemberg wird in der Metropolregion Rhein-Neckar in die Wasserstoff-Zukunft investiert. Gefördert wird der Kauf von H2-Bussen für die Verkehrsbetriebe Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) und von Nutzfahrzeugen der Stadtwerke. Im April habe man eine Wasserstoff-Tankstelle in Heidelberg eröffnet, aktuell komme eine weitere am RNV-Betriebsgelände in Mannheim dazu, 2025 soll eine weitere am RNV-Betriebsgelände bei Rheingönheim in Betrieb gehen, kündigt der H2-Mobility-Geschäftsführer an.

Für Privatkunden und Gewerbe offen: H2-Mobility-Geschäftsführer Martin Jüngel (links) und Tilmann Hezel (BASF), zeigen, wie einf
Für Privatkunden und Gewerbe offen: H2-Mobility-Geschäftsführer Martin Jüngel (links) und Tilmann Hezel (BASF), zeigen, wie einfach die H2-Zapfsäule zu bedienen sein wird.
Wichtiges Infrastrukturprojekt: Vertreter von H2 Mobility, BASF, Metropolregion Rhein-Neckar und Stadt Frankenthal beim Baustell
Wichtiges Infrastrukturprojekt: Vertreter von H2 Mobility, BASF, Metropolregion Rhein-Neckar und Stadt Frankenthal beim Baustellenrundgang.
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