Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtratswahl: Wo die Parteien gepunktet haben

54,3 Prozent erreichte die Wahlbeteiligung bei der Stadtratswahl.
54,3 Prozent erreichte die Wahlbeteiligung bei der Stadtratswahl.

Die FWG fährt bei der Stadtratswahl mit 41,8 Prozent der Stimmen einen historischen Wahlsieg ein, die AfD (16,1 Prozent) ist deutlich erstarkt, CDU (19,3) und Grüne (6,0) erleiden herbe Verluste, die SPD (12,5) stürzt weiter ab. Wir haben genau hingeschaut, wo die Parteien wie abgeschnitten haben.

Der Frankenthaler Süden war für die Christdemokraten lange Zeit eine Hochburg. Bei der letzten Kommunalwahl 2019 erzielten sie im Bezirk 1246 (Kita Hans-Holbein-Straße) ihr Top-Ergebnis: 52,4 Prozent der Wähler entschieden sich dort damals für die CDU. Fünf Jahre später taten das nurmehr 22,4 Prozent. Ein Trend, der sich auch in anderen Wahllokalen in dem Stadtbereich zeigte. In der Friedrich-Ebert-Schule (Bezirk 1240) erzielte die Union 17,4 Prozent, in der Kita Jean-Ganss-Straße (Bezirk 1245) 17,0 Prozent. 2014 konnten die „Schwarzen“ im Süden zum Teil noch bis zur 70-Prozent-Marke vorstoßen.

Anzeichen dafür, wohin auch bisherige Wähler der Christdemokraten gegangen sein könnten, liefert neben den im gesamten Stadtgebiet hohen Zustimmungsraten für die Freie Wählergruppe (FWG) ein Blick auf herausragende Ergebnisse der AfD, die vor allem im Süden punktete. Mit 39,2 Prozent erzielten die Rechtspopulisten ihren besten Wert in der Friedrich-Ebert-Schule (Bezirk 1240). Auch in den Kitas Hans-Holbein-Straße (Bezirk 1243: 31,8 Prozent) und Jean-Ganss-Straße (Bezirk 1245: 33,6) sowie in der Neumayerschule (Bezirk 1233: 36,1 Prozent) schnitten sie überdurchschnittlich gut ab.

Auf viel Zustimmung stieß die AfD auch im Norden, etwa mit 28,1 Prozent im Verwaltungsgebäude der Stadtwerke (Bezirk 1133) und mit 25,3 Prozent im Bezirk 1212 in der Lessingschule sowie in den Grundschulen in Mörsch (Bezirk 2021) und Flomersheim (4120) mit 26,3 beziehungsweise 26,4 Prozent. Deutlich unter ihrem stadtweiten Wert von 16,1 Prozent blieb die AfD mit 10,8 Prozent in der Andreas-Albert-Schule (Bezirk 1313) in Lauterecken.

SPD verliert drei Sitze

Die Sozialdemokraten setzten ihre Talfahrt von 2019 fort und verloren drei Sitze im Stadtrat. Ein Tiefpunkt für die SPD sind die 5,8 Prozent im Katholischen Pfarrheim St. Georg (Bezirk 3002) in Studernheim, wo sie 20 Jahre lang mit Karl Ober den Ortsvorsteher stellten. Deutlich über ihrem Durchschnittswert von 12,5 Prozent schnitten die Genossen mit 21 Prozent in Mörsch (Bezirk 2021) ab. Aber auch hier fielen die Verluste herb aus: Vor fünf Jahren waren sie in dem Wahllokal in der Grundschule noch auf 35 Prozent gekommen.

Einen Einbruch erlebten mit stadtweit 6,0 Prozent auch die Grünen, die 2019 noch 15,1 Prozent geholt hatten und mit nun drei Mandaten vier Stadtratssitze weniger haben. Besonders schlecht schnitten sie mit 1,7 Prozent in der Friedrich-Ebert-Schule (Bezirk 1241) und mit 2,1 Prozent in der Neumayerschule (1233) ab.

Ein Lichtblick für die CDU ist Flomersheim, wo die Partei mit Heike Haselmaier 15 Jahre lang die Ortsvorsteherin stellte und mit Ulrich Fleischmann, der sich am Sonntag gegen SPD-Kandidatin Kirsten Sielaff durchsetzte, auch weiterhin den Posten des Ortschefs bekleiden wird. In der dortigen Grundschule holte die Union mit 27,2 (Bezirk 4110) und 26,5 Prozent (4111) ihre besten Ergebnisse. In Mörsch dagegen konnten die Christdemokraten nicht davon profitieren, dass sie bei der dortigen Ortsvorsteherwahl mit Simon Lutz den einzigen Kandidaten stellten.

Durchgehend hohe Zustimmung für FWG

Klarer Sieger der Stadtratswahl ist die FWG. Die Freien Wähler erzielten mit 41,8 Prozent (plus 32,9 Prozent) ein historisches Ergebnis und verfügen nun mit 18 Sitzen über die mit Abstand stärkste Fraktion. Die Zustimmungswerte waren im gesamten Stadtgebiet hoch, Topergebnisse erzielten die Gewinner mit 50,3 Prozent in der Andreas-Albert-Schule (Bezirk 1313) und mit 50,7 Prozent in der Robert-Schuman-Schule (Bezirk 1222).

Dank kumulierter Personenstimmen haben gleich zwei CDU-Bewerber gewaltige Sprünge nach vorne gemacht: Kinderarzt Lothar Maurer machte 25 Plätze gut und rückte auf Rang drei vor, für Metallbaumeister Lucas Spiegel ging es von Listenplatz 25 aus auf Position sechs. Ähnliches gelang Rudi Sturm (FWG). Der Obst- und Gemüsehändler sprang 22 Plätze nach vorne und landete auf Rang zwei. Vergleichbar viel Bewegung gab es bei den übrigen Parteien nicht.

Vororte gut vertreten

Die meisten Personenstimmen im neuen Stadtrat erhielten Tanja Mester (FWG, 10.239), Hartmut Trapp (AfD, 9118) und Rudi Sturm (FWG, 9041). Bester CDU-Kandidat war Landtagsabgeordneter Christian Baldauf, der mit 6587 Personenstimmen aber weit hinter seinem Ergebnis von 2019 (12.601) und sogar hinter AfD-Kandidatin Nicole Bleyl (8758) zurückblieb.

Gut vertreten sind im neuen Stadtparlament die Vororte. Mit der Flomersheimerin Heike Haselmaier (CDU) und dem Mörscher Adolf-José König (SPD) sitzen dort gleich zwei ehemalige und mit Uwe Klodt (SPD, Eppstein) ein amtierender Ortsvorsteher. Die neu gewählten Ortschefs Ulrich Fleischmann (CDU, Flomersheim) und Simon Lutz (CDU, Mörsch) haben es nicht in den Stadtrat geschafft. Thomas Batke (FWG), neuer Ortsvorsteher von Studernheim, hatte nicht für das Gremium kandidiert.

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