Frankenthal Requiem Opfern des Flugzeugabsturzes gewidmet

Eine nachdrückliche Einstimmung auf die Karwoche und das Osterfest bot das Konzert an Palmsonntag in der katholischen Kirche Maria Magdalena in Roxheim.

Unter der Gesamtleitung von Karl Finck sangen Mitglieder der Chöre von Ellen Hagenbuch aus der Südpfalz, der Katholische Kirchenchor St. Cäcilia Roxheim, Projektsängerinnen und Sänger aus Studernheim und Wachenheim. Als Solist wirkte der Bass Emmerich Pilz mit, an der Orgel begleiteten Markus Stephan und Hermann J. Settelmeyer. Letzterer ist der Komponist eines guten Teils des Programms. Er ließ es sich nicht nehmen, sein Requiem, das im Mittelpunkt des geistlichen Konzerts stand, an der Orgel zu begleiten. Settelmayer ist in Roxheim kein Unbekannter. 1960 bis 1962 hatte er hier seine erste Lehrerstelle in der Schule direkt gegenüber Maria Magdalena. Als Komponist, Arrangeur, Chorleiter und Mundartdichter hat er sich über die Grenzen seiner pfälzischen Heimat einen Namen gemacht. „Ich habe mit sechs Jahren angefangen, Klavier zu spielen“, verriet er am Rande der Veranstaltung, „später dann zehn Jahre Tanzmusik gemacht“. Settelmeyer studierte Kirchen- und Schulmusik und spielt seit 65 Jahren Orgel. Bei seinen Kompositionen lasse er sich vom Gehalt des Textes leiten, wolle diesen in volkstümlicher Weise ausdrücken, erläuterte er. Dabei seien Kirchen- und Volkslied ebenso Quellen seiner Inspiration wie die ernste und leichte Muse. Sein Requiem widmeten die Künstler an diesem Tage den Opfern des Flugzeugunglücks in den französischen Alpen. Im Introitus nahm das stetig aufsteigende Thema den Weg von aller Vergänglichkeit des Irdischen hin zur himmlischen Ewigkeit. Ein Weg, der in einen süßen, erlösenden Wohlklang mündete. In den neun Sätzen des Requiems fanden sich die Quellen von Settelmeyers Inspiration wieder. Der Bogen spannte sich von Anklängen an die große romantische Tradition der deutschen Chorliteratur bis hin zur Musik alpenländischer Volksfrömmigkeit, im „Agnus Dei“ chansonhaft und in osteuropäischem Moll. Neben dem Requiem gab es auch eine Psalmvertonung Settelmeyers. „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ erklang als unkonventioneller, ansprechender Chorsatz mit dem kräftigen Bass des Solisten Emmerich Pilz. Der liturgische Ansatz ist schnell überwunden, und auch hier lässt sich der Komponist von seinem weiten musikalischen Horizont leiten. „Danke, Herr, vieltausendmal“ besang die große Zuversicht der Gläubigen in die göttliche Güte und das ewige Licht, das leuchtet in alle Ewigkeit. Zuvor erklangen einige Werke von Komponisten, die man als musikalische Seelenverwandte Settelmeyers ansehen kann. Auch ihre Musik zeigte sich anspruchsvoll, aber unkonventionell bis volksnah. „Jerusalem“ von Stephan Adams und Fritz Ihlau mit einem Text von Julie Winter war eine ergreifende Ode an die heilige Stadt. Zu Füßen des Gekreuzigten, flankiert von zwei Palmen, intonierte der Chor das Lied, das den Einzug Jesu in Jerusalem thematisiert. „Herr, wie du willst“ erklang im Stile eines volkstümlichen Kirchenliedes, „O bone Jesus“ als anspruchsvoller A-cappella-Chorsatz, Johann Sebastian Bachs Choralvertonung aus der Matthäus-Passion „Wenn ich einmal soll scheiden“ als ein für Bach typischer A-cappella-Satz eines Kirchenliedes. Karl Finck bewies ein gutes Händchen für eine stringente Programmgestaltung. Es gelingt ihm immer wieder, solch beeindruckende Konzerte in großer Besetzung aufzuführen. Gut 80 Stimmen waren es an diesem Palmsonntag. Obwohl die Chöre die Werke nicht gemeinsam einstudiert hatten, boten sie einen kompakten und ausgewogenen Wohlklang.

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